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Kreisfreiheit: Emotional unaufgeregt, bürgernäher und kein neuer Pass

Kreisfreiheit: Emotional unaufgeregt, bürgernäher und kein neuer Pass

Die beiden Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Großauheim/Wolfgang, Jutta Straub und Frank Amhaus, begrüßten die zahlreichen Gäste des SPD-Neujahrsempfangs, unter ihnen auch Landrat a.D. Charly Eyerkaufer, die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Bürgermeister a.D. Axel Weiss-Thiel: „Wir sind glücklich, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen und neue, die wir nachher in unserer gemütlichen Runde kennenlernen möchten. Seien Sie alle herzlich willkommen.“

Nach der Begrüßung übergaben die Vorsitzenden dem Gastredner Dr. Maximilian Bieri das Wort. In seinem umfassenden und kurzweiligen Beitrag zog er Bilanz aus dem Jahr 2025, weltpolitisch, städtisch und persönlich. Als Hanauer mit väterlichen Wurzeln in der Schweiz, sei er sozusagen Genosse und Eidgenosse und zitierte einen Satz aus der Präambel der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft: „Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen. Ein einfacher Satz mit enormer Bedeutung. Das ist unser und insbesondere mein Ansatz als Bürgermeister und Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters.“

„Emotional eher unaufgeregt sind wir jetzt kreisfrei,“ fährt er fort, „na klar, die Großkrotzenburger können nach wie vor nach Gelnhausen fahren, ohne Zoll zu zahlen und es gibt auch keinen neuen Pass“. Mit dem Thema Kreisfreiheit beschäftigte sich Dr. Maximilian Bieri, Bürgermeister der Stadt Hanau, ausführlich in seiner Neujahrsrede in Großauheim.

Die Tatsache, dass für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger im Alltag relevante Angelegenheiten lokal verantwortlich erledigt werden, mache Verwaltung weniger aufwendig und bürgernäher. Ein positiver Aspekt sei auch finanziell abbildbar: 52 statt 36 Millionen erhält Hanau mehr aus Sondervermögen, rund 16 Millionen mehr für Kitas, Schulen, Schwimmbäder, Lindenau-Sportanlage, Kunstrasen, Leichtathletik-Anlage und einiges mehr.

Hanau hat und hatte in jeder Zeit ganz eigene Herausforderungen anzupacken und jeder Oberbürgermeister fand seine eigenen Antworten: Karl Rehbein führte Hanau durch die schwierigen Jahre des Wiederaufbaus, Heinrich Fischer legte Grundlagen für eine funktionierende Daseinsvorsorge, Herbert Dröse setzte ein starkes Zeichen für Kultur, unter Hans Martin wurde Hanau neu geordnet und die Stadt wuchs mit der Gebietsreform um weitere Stadtteile, Helmut Kuhn prägte Hanau mit neuen Festspielen, Hans Martin sorgte u.a. für neue Bürgerhäuser, Orte der Begegnung, Margret Härtel zeichnete für die Landesgartenschau, Umwandlung alter Kasernenflächen und legte den Grundstein für das CPH.

„Und schließlich hat Claus Kaminsky mehr als zwei Jahrzehnte den Stadtumbau vorangetrieben, die Konversionsflächen entwickelt, Hanau sicher durch Krisen geführt und zielstrebig und der Verantwortung bewusst die Kreisfreiheit zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger erreicht,“ führte Dr. Bieri weiter aus. In dieser Tradition sehe er sich als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters und dazu stehe er mit Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung, Innovation und ganz viel Herzblut als Hanauer Bub.

„Die großen Herausforderungen und Chancen durch das Wachstum Hanaus erfordern, dass wir kommunale Daseinsvorsorge, unsere technische und soziale Infrastruktur konsequent weiterentwickeln: von Kitas und Schulen, über Sportanlagen, Grünflächen, Mobilität und Verkehr bis hin zu Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Sauberkeit und einer starken Kultur. All das, was Menschen von Jung bis Alt brauchen, um sich hier zu entfalten und ein gutes Leben führen zu können,“ bekräftigt der Bürgermeister und OB-Kandidat.

In dieser Zeit, in der destruktive Kräfte versuchen, die Menschen auseinanderzutreiben, spüre man auch in Hanau die gesellschaftliche Aufgabe, den Zusammenhalt zu stärken, sich für das Miteinander einzusetzen. „In einer Phase, in der gefühlt vieles lauter, unübersichtlicher und manchmal spaltender wird, braucht es klare Haltungen. Eine Orientierung am Gemeinsamen, was so viel mehr ist als die bloße Addition von Einzelinteressen,“ bekräftigte Dr. Bieri. Als ein positives Beispiel sozialer und kultureller Verbundenheit nannte er das Mainuferfest in Großauheim, das sich seit vier Jahren zu einer festen Größe entwickelt habe und das mehr als 30 Vereine und hunderte Ehrenamtliche gestalten. Miteinander sei eine Einstellung, die sich durch Respekt, Toleranz, Nachbarschaft, Hilfsbereitschaft auszeichnen, verbunden mit einem Gefühl; welches manche Solidarität, andere Nächstenliebe nennen. Miteinander bedeute aber auch, sich mit den Problemen der Mitmenschen auseinander zu setzen. Diese müssten in gemeinsamer Verantwortung beantwortet werden.

Eine Möglichkeit für positive Entwicklungen, auch ein Ergebnis der Kreisfreiheit biete das Jobcenter, die gemeinsame Einrichtung der Stadt mit der Bundesagentur für Arbeit: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Sozialgesetzbücher zu reformieren, die sind kompliziert. Wir können sie aber bestmöglich umsetzen, alles unter einem Dach: Wohngeldstelle, Sozialamt, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Jugendberufsagentur, Volkshochschule.“ In einem Gebäude am Hauptbahnhof werde dieses in der Bundesrepublik einmalige Projekt umgesetzt. Ganz nebenbei habe dies auch eine städtebauliche Komponente und eine Aufwertung des Quartiers rund um den Hauptbahnhof zur Folge.

Ein weiterer Fokus in der Rede des Bürgermeisters lag auf den Themen Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung. Ganz grundlegend würden die städtischen Finanzen die Herkulesaufgabe der nächsten Jahre werden. Als OB werde er deshalb auch das Amt des Kämmerers übernehmen. Hanau sei ein prosperierender Wirtschaftsstandort in der Tradition einer Arbeiterstadt und Industriestandort mit großen Unternehmen, die ihren Umsatz vor allem im Exportgeschäft tätigten. „Auf die Frage der Exportabhängigkeit hat die Stadtverordnetenversammlung bereits mit der Rechenzentrumsstrategie reagiert und damit den Standort wirtschaftlich breiter und krisenresistenter aufgestellt“, so Bieri. Dafür sei keine grüne Wiese geopfert worden, das 180 Megawatt große Rechenzentrum entstehe auf der ehemaligen Großauheim-Kaserne und beinhalte ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept.

Die Geschichte lehre aber auch: für Demokratie zu werben, ohne Wohlstand zu sichern, sei deutlich schwerer. Deshalb müsse Politik Probleme erkennen, benennen und gemeinsame Lösungswege aufzeigen, Investitionen in die Wirtschaft, in die Menschen und den sozialen Zusammenhalt gemeinsam voranbringen.

“Hanau ist eine Stadt mit viel Potential auf wirtschaftlichen, sozialen und menschlichen Ebenen. Ich freue mich, als Bürgermeister dieser Stadt mit Ihnen diese Aufgaben weiter anzugehen und umzusetzen und hoffe, nach dem 15. März auch Ihr Oberbürgermeister zu sein,“ blickt Dr. Bieri positiv auf die zukünftigen Herausforderungen und zuversichtlich in die Zukunft. Abschließend zitiert er Samweis Gamdschie aus „Herr der Ringe“: „Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, Herr Frodo. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen.“

Nach einem Grußwort des Ortsvorstehers Reiner Dunkel und der Eröffnung des Sektempfangs mit kleinem Imbiss nutzten die zahlreichen Gäste aus Politik, Vereinen und Institutionen und interessierten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, mit Bürgermeister und OB-Kandidaten Dr. Bieri, ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten, Stadtverordnetenvorsteherin Funck, Bürgermeister a.D. Weiß-Thiel, Landrat a.D. Eyerkaufer und lokalen Politikerinnen und Politikern intensiv zu diskutieren.

Viel Lob erteilte Amhaus zum Abschluss des Neujahrsempfangs dem Team der Helfenden, das für die Gestaltung der Räumlichkeiten und die leckeren Brötchen gesorgt hatte. Dem schlossen sich die zahlreichen Gäste gerne an. Große Einigkeit herrschte bei allen Beteiligten darüber, dass der Neujahrsempfang der SPD wieder einmal sehr aufschlussreich und interessant gewesen sei. Die Anwesenden versicherten, sich aktiv und gemeinsam für die demokratischen Belange einzusetzen: „Bei der Kommunalwahl am 15. März werden wir gemeinsam zeigen, dass Demokratie, Solidarität, Respekt und der Wille zum gemeinsamen Gestalten eine fest verwurzelte Haltung ist, mit der wir diese Stadt als Lebensraum für alle Menschen erhalten und weiterentwickeln werden.“

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Quelle: SPD Großauheim/Wolfgang

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