Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Stadtrat Axel Weiss-Thiel und Stadtrat Andreas Kowol gaben Ortsvorsteher Willy Breitkopf, dem Ortsbeirat und Zuhörern Rückmeldung zu den im letzten Jahr gestellten Anträgen und unterrichteten sie über Veränderungen im Stadtteil. Unterstützt wurden sie dabei durch Mitarbeiter der städtischen Ämter und Eigenbetriebe.
Gleich zu Beginn wies Kaminsky auf die „sensationelle Entwicklung“ des Stadtteils in den vergangenen Jahren hin: „Seit unserem letzten Treffen vor einem Jahr ist der Stadtteil Lamboy/Tümpelgarten um fast 500 Menschen angewachsen und zählte zum Stichtag 11.936 Einwohner“, berichtete der OB. Auch ohne Stadtteilentwicklungsprozess habe das Quartier eine hohe Eigendynamik entwickelt. „Diese war natürlich gesteuert und durchaus beabsichtigt“, sagte Kaminsky, „aber das macht sie nicht weniger bemerkenswert.“ Auf Grund der guten Entwicklung des Stadtteils durch die Konversion der ehemaligen US-Liegenschaften und rund um den Kinzigbogen, habe der Stadtteil derzeit keine Priorität was das Aufsetzen eines Stadtteilentwicklungsprozess beträfe. „Wir führen derzeit drei Stadtteilentwicklungsprozesse parallel in Großauheim, Kesselstadt und Steinheim durch“, erläuterte Kaminsky. „Diese sind sehr arbeits- und zeitintensiv. Im Lamboy sehen wir derzeit dafür keine Notwenigkeit, denn hier läuft es rund!“ Prächtig entwickle sich beispielsweise das Gewerbegebiet „Am Lamboywald“ auf dem nördlichen Teil der ehemaligen Hutier-Kaserne. „Gemeinsam mit der BImA wird die Entwicklung des Gewerbegebietes, in dem auch kleinere, erschlossene Grundstücke erworben werden können, vorangetrieben“, erläutert Kaminsky. Das Bauvorhaben der Firma Rohde Schutzgasöfen GmbH befinde sich derzeit im Endausbau. Ebenfalls haben sich das Autohaus Noe-Stang und des Aschaffenburger Fachgroßhandel für Malereibedarf SUNDO (Schmitt & Orschler) dort angesiedelt. Drei weitere Unternehmen hätten bereits Grundstücke gekauft. „Somit bleibt lediglich eine Fläche von 20.000 Quadratmetern verfügbar, für die es bereits Gespräche mit Interessenten gibt“, vermeldete Kaminsky.
Auch zum zukünftigen Wohnquartier „Cardwell-Area“ hatte der OB gute Nachrichten: „Ein Entwurf des Bebauungsplanes wurde erarbeitet. Der Entwurfs- und Offenlagebeschluss wurde am 11.07.2016 von der Stadtverordnetenversammlung gefasst. Die Offenlage ist seit Ende August abgeschlossen.“ Die Dreger Immobiliengruppe aus Aschaffenburg habe mit ihrer Gesellschaft Rosenhöfe Immobilien bereits mit der Vermarktung der rund 110 Wohneinheiten auf dem ehemaligen US-Militärgelände Cardwell-Area begonnen. Der Baustart folge in Kürze. Auch die-Baugesellschaft Hanau GmbH habe im Stadtteil verschiedene Bauprojeke am Laufen, berichtete Kaminsky: „Der Bauantrag für den Neubau in der Lenbachstraße 1 und 3 wurde von Seiten der Baugesellschaft Hanau vorbereitet und Ende August bei der Bauaufsicht eingereicht. Baubeginn ist voraussichtlich Ende 2016.“ Das Investitionsvolumen in das Projekt betrage rund 2,8 Mio. Euro.
In der Gabelsberger Straße 6-20 finde seit Februar 2016 eine Teilsanierung statt. „Die Investitionssumme beläuft sich auf 1,2 Mio. Euro. Mit der Fertigstellung ist zum Jahresende zu rechnen.“ Das verkaufte Grundstück werde derzeit vom Investor bebaut. „An der Häuserzeile auf der gegenüberliegenden Straßenseite im August bereits mit dem zweiten Sanierungsabschnitt begonnen.“ Auch die Immobilie in der August-Schärttner-Straße 14 a-d solle ab Ende September für rund 600.000 Euro teilsaniert werden, berichtete der OB weiter. „Die vierte Häuserzeile in der Siedlung Antoniterstraße wird ebenfalls aktuell saniert und Anfang August wurden die Arbeiten am letzten nichtsanierten Haus Nr. 28 und 28a begonnen. „ Die Neubauten stünden kurz vor der Fertigstellung.“ Ebenfalls Neuigkeiten konnte Kaminsky zu den gewünschten Bild und Texttafeln für historische Standorte im Stadtteil Lamboy/Tümpelgarten geben: „Für die ehemaligen Kasernenanlagen im Hanauer Stadtgebiet und wichtigen außergewöhnlichen historischen Stadtorten im Lamboygebiet - wie das Brockenhaus, Lamboywald, 3 Eichen am Kinzigbogen und das ehemalige Schafott - sind Bild- und Texttafeln in Vorbereitung.“ Zahlen, Daten und Fakten stünden durch die bereits bestehenden Ausstellungen über die Kasernenareale des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen in Zusammenarbeit mit dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e. V. zur Verfügung. „Die Gestaltung sollen Studierende der Hanauer Zeichenakademie und Brüder-Grimm-Berufsakademie übernehmen. Entsprechende Gespräche laufen“, berichtet der OB. Haushaltsmittel seien im Haushaltsplan 2017 vorgesehen; das Projekt könne daher bereits im kommenden Jahr starten.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel, gab in seiner Funktion als Bildungsdezernent einen kurzen Überblick über die Entwicklungen an den Schulen im Stadtteil: „Die Gebeschusschule wird aktuell von 270 Schülerinnen und Schüler besucht. Für das Schuljahr 2016/2017 wurden in drei Eingangsklassen insgesamt 68 Schulanfänger eingeschult.“ Die Treppenhaussanierung an der Gebeschussschule sei abgeschlossen. Die Geländerertüchtigung befände sich derzeit im Planungsprozess. Die Ausführung sei für 2017 vorgesehen. Das Schulzentrum Hessen-Homburg registriere zum Stichtag insgesamt 571 Schülerinnen und Schüler. Zudem gebe es an der Schule auch zwei Intensivklassen für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die Nachholbedarf in der deutschen Sprache hätten.
„226 Schülerinnen und Schülern sind derzeit in der Tümpelgarten-Grundschule.“ Die Haupt- und Realschule der Tümpelgartenschule werde aktuell von 404 Schülerinnen und Schülern besucht. „Wie allseits bekannt, hat das Hessische Kultusministerium den Schulentwicklungsplan der Stadt Hanau genehmigt. Das bedeutet, die Jahrgangsstufe 5 im Schuljahr 2016/2017 letztmalig an der Tümpelgartenschule aufgenommen wurde“, erläutert Weiss-Thiel. Die Sekundarstufe 1 laufe somit an der Schule aus. „Die Inklusive Sophie-Scholl-Schule wird derzeit von 164 Schülerinnen und Schüler besucht. Im kommenden Schuljahr werden nach den ersten vier Jahren die ersten Schülerinnen und Schüler dann auf eine weiterführende Schule in die 5. Klasse wechseln“ berichtete der Stadtrat.
Zum Thema Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil vermeldete Weiss-Thiel, das Programm im Lamboypark werde weiterhin gut angenommen. „Bunte Nachmittage für Alt und Jung mit Lagerfeuer, Stockbrot, Vorlesegeschichten und Sinnesspielen im Garten der Pfarrei Heilig Geist - in Kooperation mit dem Lamboyladen, der Katholischen Kirche Heilig Geist und der Altenwohnanlage in der Friedrich-Engelsstraße sind hier unter anderem in Angebot.“ Auch die Angebote des Lamboyladens im Nachbarschaftshaus Lamboy Tümpelgarten würden gut besucht. „Zu den Nutzern gehören zunehmend Flüchtlinge, die im Stadtteil Wohnungen gefunden haben und Menschen aus Bulgarien.“ Die städtische Kita nebenan habe für die Hortkinder Räume im Nachbarschaftshaus gemietet. Die Räume des NLT seien weiterhin im Rahmen des Bürgerhausprogramms zu mieten. Vereinen und Gruppen im Stadtteil stehen bestimmte Räume zur Verfügung.
Rund 634 Kinder im Stadtteil befänden sich derzeit in der Kindertagesbetreuung, berichtete Weiss-Thiel, davon 440 in städtischen Kitas, 175 bei freien Trägern und 19 in der Familientagesbetreuung. Katholische Kita Heilig Geist führe derzeit eine energetische Sanierung durch und auch der Eingang Westfront und Kunststofffenster im Eingang und Hort- würden derzeit überarbeitet. „Die Finanzierung dieser beiden Maßnahmen übernimmt Stadt Hanau zu 65 Prozent.“ Die Kindertagesstätte Albert-Schweitzer befinde sich derzeit im letzten von drei Bauabschnitten, dessen Kostenaufwand rund 670.000 Euro betragen werde. „Voraussichtlicher Abschluss der gesamt Maßnahme ist Dezember dieses Jahres“, weiß der Stadtrat. Aktuell sei die Kita auf dem Weg zur konzeptionellen Weiterentwicklung in ein Familienzentrum.
Stadtrat Kowol hatte Neuigkeiten rund um den Stadtteilpark Francoisgärten: „Zur Verbesserung der Pflege wurde die Fremdfirma beauftragt auch die Beseitigung von Unkräutern und Gräsern von wassergebundenen Wegen in Angriff zu nehmen.“ Auch was die Beschwerde über die Nichteinhaltung von Grundstücksgrenzen beträfe, habe die Stadt Maßnahmen ergriffen: „Die betroffenen Eigentümer werden zeitnah angeschrieben und auf Einhaltung der Grundstücksgrenzen mit ihrem Grenzbewuchs nach Nachbarrecht hingewiesen!“ Zum Antrag des Ortsbeirats auf Schaffung von Begegnungsflächen vor dem Nachbarschaftshaus konnte Kowol noch wenig Rückmeldung geben: „Da der aktuelle Haushalt noch nicht genehmigt ist, kann nicht auf die vorhandenen Haushaltsmittel zurückgegriffen werden und die vorhandenen Haushaltsausgabereste sind fest verplant.“ Mittel stünden daher erst nach Genehmigung des aktuellen Haushalts zur Verfügung.
„Die Fläche vor dem Parkplatz des Nachbarschaftshauses besteht aus einer wassergebundenen Wegedecke. In den Ursprungsländern von Boule und Boccia wird regelmäßig auf solchen Untergründen gespielt. Das ist dort ebenfalls möglich“, wies Kowol hin. Für einen Schachtisch und eine Tischtennisplatte seien befestigte Plattenbeläge am Boden notwendig. „Die Lieferzeiten für die Einbauten betragen etwa zwei bis drei Monate.“ Nach Vergabe aller stadtweiten im Haushalt festgelegten notwendigen Investitionen an Spielplätzen, könne geprüft werden, ob noch Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Eine Realisierung wäre frühestens Anfang 2017 möglich.
Zur gewünschte „Grünen Welle“ an den Ampelanlagen der Lamboystraße berichtete Kowol: „Für dieses Projekt, das erhebliche Mittel fordert, ist eine intensive Planung in Gange.“ Die Verkehrssteuerung erfolge über insgesamt elf Lichtsignalanlagen. „Die Steuerungsprogramme der Anlagen sind teilweise mehrere Jahrzehnte alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.“ Eine Koordinierung sei nur in Teilbereichen vorhanden und die aktuelle Schaltung habe Defizite zur Folge. Auch bestünden für Fußgänger bestehen zum Teil sehr lange Wartezeiten. „Eine Änderung der Programme mit den teilweise sehr alten Steuergeräten ist wirtschaftlich nicht sinnvoll“, stellte Kowol fest. Folgende Maßnahmen seien daher geplant: Ersatz aller alten Steuergeräte, Einrichtung von Koordinierungen für den KFZ-Verkehr unter besonderer Berücksichtigung des Fußgängerverkehrs, Einrichtung eines Nachtverkehrsprogrammes, gesicherte Führung der Linksabbieger an den Knotenpunkten Chemnitzer-, Ruhr- und Antoniterstraße, Einrichtung einer neuen Fahrstreifenaufteilung am Knoten Antoniterstraße, Erneuerung und Ergänzung der Verkehrsdetektion, Detailverbesserungen für den ÖPNV, Ergänzung von Signalgebern, die für die neuen Signalprogramme notwendig sind und Ergänzung von Sehbehindertenausstattung.
Die Realisierung der Maßnahmen beginne noch in 2016 sagte der Stadtrat. Auf die Frage aus dem Ortsbeirat nach einer Blitzeranlage auf der Lamboystraße, berichtete Kowol, dass man derzeit die Anschaffung einer Radarpistole prüfe, da diese spontane mobile Messungen an verschiedenen Stellen in Hanau um vieles erleichtern würde. Zu guter Letzt informierte Kowol noch zum gewünschten Radweg Lamboy Nord: „Die Asphaltierungsarbeiten im Bereich Anschluss Niddastraße sind bis auf die Deckschicht abgeschlossen. Die Fahrbahn zwischen Niddastraße und Carl-Ohl-Straße ist durchgängig befahrbar“, so der Stadtrat. Die Ausbildung der Grünflächen und das Aufbringen der Deckschicht erfolge im zweiten Bauabschnitt in zeitlicher Abhängigkeit von der Bebauung der Grundstücke. „Der geplante Geh-/Radweg an der „Brückengrube“ wird derzeit neu geplant. Die Anfangs angedachten Trassen sind aus Denkmalschutzgründen und den gegebenen Breiten neben der Brückengrube nur unter hohem Kostenaufwand zu realisieren. Stadtplanungsamt, Denkmalschutz und der EB HIS arbeiten hier an einer Lösung“, schloss Kowol.



