Die Hilfslieferungen erreichen inzwischen unter anderem die Kriegsgebiete in Charkiw, Poltawa, Uzhhorod und Myrhorod. Besonders gefragt sind Krankenhausbetten, medizinische Geräte, Labormaterialien, Verbrauchsmaterial, Orthesen sowie Computertechnik für Kliniken und medizinische Einrichtungen. „Unsere Hilfe wäre ohne das große ehrenamtliche Engagement und die Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender nicht möglich“, betont die Leiterin der Medizinhilfe, Dr. Martina Scheufler. Die Organisation arbeitet nahezu ausschließlich mit Sachspenden: Rund 92 Prozent der Hilfe bestehen aus gespendetem medizinischem Material, nur acht Prozent aus Geldmitteln, die vor allem für Transporte und unvermeidbare Kosten eingesetzt werden.
Hinter jedem Transport steht ein eingespieltes Netzwerk aus Ehrenamtlichen, Kliniken, Arztpraxen, Unternehmen und Logistikpartnern. Inzwischen übernehmen spezialisierte Teams der Medizinhilfe Aufgaben wie Praxisauflösungen, Materialabholungen, Lagerorganisation oder die technische Aufbereitung gespendeter Geräte. Auch die professionelle Dokumentation der Hilfseinsätze und eine transparente Finanzkontrolle gehören inzwischen zum festen Bestandteil der Arbeit. Es wird quasi rund um die Uhr für humanitäre Hilfe gearbeitet und mitgedacht.
Immer häufiger erhält die Medizinhilfe hochwertige Sachspenden aus ganz Deutschland. So konnten unter anderem große Mengen an Labormaterialien, moderne Krankenhausbetten, Medizintechnik, IT-Ausstattung und Klinikwäsche an ukrainische Krankenhäuser weitergegeben werden. Allein in diesem Jahr wurden rund 120 Computer-Arbeitsplätze einschließlich Druckern für medizinische Einrichtungen vorbereitet und versandt. Ebenso gelangten zahlreiche elektrische Klinikbetten auf Intensivstationen ukrainischer Krankenhäuser.
Besonders eindrucksvoll war die Resonanz auf eine umfangreiche Labor-Spende aus Heidelberg. Bereits wenige Tage nach der Ankunft der ersten Lieferung meldeten die ukrainischen Partner, dass sämtliche Materialien an insgesamt 27 Krankenhäuser verteilt worden seien und dringend weitere Lieferungen benötigt würden.
Für die kommenden Monate plant die Medizinhilfe weitere Transporte in die Ukraine - unterstützt wird sie dabei von der Hanauer Spedition Hellmann East-Europe. Der Bedarf an medizinischer Ausstattung bleibt angesichts des anhaltenden Krieges unverändert hoch. Gleichzeitig setzt die Initiative weiterhin auf langfristige Partnerschaften mit Krankenhäusern und Hilfsorganisationen vor Ort, um sicherzustellen, dass die Hilfsgüter dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Die Medizinhilfe ist eine humanitäre Initiative aus dem Rhein-Main-Gebiet. Seit 1996 engagiert sie sich in der Ukraine, anfangs zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der West-Ukraine. Seit dem Jahr 2000 unterstützen sie den Ausbau des „Christian Medical Center“ und verschiedener Krankenhäuser in Transkarpathien. Mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs wurde die Hilfe auf die gesamte Ukraine ausgeweitet und ist jetzt der Hauptfokus der Hilfe.
Kontakt: www.medizinhilfe.com



