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Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) soll Hanauer Ehrenbürger werden

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) soll Hanauer Ehrenbürger werden
Quelle: Stadt Hanau

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) soll nach seinem Abschied aus dem Amt Hanauer Ehrenbürger werden. Das haben SPD, CDU, Grüne, Die Linke und Gerechtigkeit sowie die Stadtverordneten Henrik Statz, Holger Vogt und Oliver Rehbein gemeinsam beantragt. "Dies erfolgte auf Anregung der SPD mit allen Unterschriften der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen und Einzelmitgliedern bis auf die AfD, sie wurde aus nachvollziehbaren Gründen von unserer Seite nicht angefragt", teilt SPD-Fraktionsvorsitzender Kevin Kuntz mit.

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Ein entsprechender Beschluss wird in dern nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung erwartet. 

Folgender Beschlussvorschlag wird den Stadtverordneten zur Abstimmung vorgelegt: "Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird in Würdigung seiner herausragenden und über mehr als drei Jahrzehnte erworbenen Verdienste um das Wohl und das Ansehen der Stadt Hanau gemäß § 28 Abs. 1 der Hessischen Gemeindeordnung das Ehrenbürgerrecht der Stadt Hanau verliehen. Der Magistrat wird mit der Durchführung beauftragt; die Verleihung soll in einem würdigen Rahmen im zeitlichen Zusammenhang mit dem Ausscheiden aus dem Amt erfolgen."

Nachfolgend die Begründung der Antragsteller:

Mit Claus Kaminsky scheidet zum 30. September 2026 ein Oberbürgermeister aus dem Amt, der die Entwicklung Hanaus über eine außergewöhnlich lange Zeit geprägt hat wie kaum eine andere Persönlichkeit der jüngeren Stadtgeschichte. Geboren 1959 in Hanau, ist er seit 1995 ununterbrochen Mitglied des Magistrats – zunächst als Bürgermeister und Stadtkämmerer, seit 2003 als direkt gewählter Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat; sie ist Persönlichkeiten vorbehalten, die sich in herausragender Weise um das Wohl und das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben. Auf Claus Kaminsky trifft dies in besonderem Maße zu.

Die folgenden Meilensteine seines Lebenswerks begründen den Antrag:

Die Meilensteine seines Wirkens für Hanau

1. Ein Leben im Dienst der Heimatstadt
Claus Kaminsky ist gebürtiger Hanauer und in der Stadt tief verwurzelt. Nach dem Abitur an der Otto-Hahn-Schule und dem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt sammelte er beim Main-Kinzig-Kreis kommunale Erfahrung, ehe er sich in seiner Heimatstadt engagierte – als Ortsbeiratsmitglied, als Stadtverordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender. 1995 wurde er zum Bürgermeister gewählt, 2003 erstmals zum Oberbürgermeister. Bei den Wahlen 2003, 2009, 2015 und 2021 bestätigten ihn die Hanauerinnen und Hanauer jeweils im ersten Wahlgang für seine vier Amtszeiten. Diese über Jahrzehnte erneuerte Zustimmung ist Ausdruck eines außergewöhnlichen Vertrauensverhältnisses zwischen Bürgerschaft und Stadtoberhaupt.

2. Verantwortung für die städtischen Finanzen seit 1995
Seit seinem Amtsantritt 1995 trug Claus Kaminsky durchgängig auch die Verantwortung als Stadtkämmerer und damit für die Finanzen und Beteiligungen der Stadt – eine Aufgabe, die er als Oberbürgermeister beibehielt. Dass das höchste Amt der Stadt und die Verantwortung für den Haushalt über einen so langen Zeitraum in einer Hand lagen, ist bemerkenswert und unterstreicht das besondere Gewicht, das er einer soliden und vorausschauenden Haushaltsführung beigemessen hat. Sie war die Grundlage dafür, dass die Stadt auch große Entwicklungsprojekte stemmen konnte. Er ist derzeit der dienstälteste Kämmerer Deutschlands in Städten vergleichbarer Größe.

3. Stadtentwicklung und Wiederbelebung der Innenstadt
Die umfassende Erneuerung der Hanauer Innenstadt gehört zu den sichtbarsten Verdiensten seiner Amtszeit. Mit dem Wettbewerblichen Dialog wählte die Stadt unter seiner Führung ein wegweisendes Verfahren zur Gestaltung der zentralen Plätze. Projekte wie das Forum Hanau, das Postcarré, der Kinzigbogen, das Rondo in Steinheim, sowie zuletzt der Erwerb der ehemaligen Kaufhof-Immobilie und deren Entwicklung zum „Stadthof“ haben die Stadt grundlegend weiterentwickelt. Mit dem Stadtentwicklungsprogramm „Hanau Aufladen“ und einer Vorkaufsrechtssatzung gegen Spekulation setzte er gezielt Impulse für eine lebendige, lebenswerte Stadtmitte.

4. Konversion der ehemaligen Militärflächen
Nach dem Abzug der US-Streitkräfte standen rund 340 Hektar ehemals militärisch genutzter Flächen zur Neuordnung an. Die Umwandlung dieser Konversionsflächen zu neuen Wohn-, Gewerbe- und Stadtquartieren zählt zu den größten städtebaulichen Aufgaben in der Geschichte Hanaus. Claus Kaminsky hat diesen langwierigen Prozess über viele Jahre vorangetrieben und damit Raum für die künftige Entwicklung der Stadt geschaffen.

5. Hanau als Brüder-Grimm-Stadt
Die Schärfung des Profils Hanaus als Brüder-Grimm-Stadt war ihm ein langfristiges Anliegen. Die Verankerung dieses kulturellen Erbes – sichtbar etwa im Mitmachmuseum GrimmsMärchenReich, der Brüder-Grimm-Dozentur, dem Ludwig-Emil-Grimm-Preis und dem Märchenpfad, sowie in den Brüder-Grimm-Festspielen und der Brüder-Grimm-Berufsakademie – hat der Stadt eine unverwechselbare Identität und überregionale Ausstrahlung gegeben.

6. Edi-Petry-Stiftung
Die 1966 von Eduard Petry gegründete Armen- und Krankenhilfe in Großauheim wurde von Claus Kaminksy 1998 in eine Stiftung überführt. Seit 1998 hat die Edi-Petry-Stiftung rund 600.000 Euro in Form von Gutscheinen an bedürftige, kranke und behinderte Großauheimer Bürgerinnen und Bürger verteilt. Dieses Jahr hat Claus Kaminsky nach 28 Jahren den Vorsitz der Stiftung abgegeben.

7. Wirtschaftsstandort und Zukunftsthemen
Unter seiner Verantwortung hat sich Hanau als Wirtschafts- und Technologiestandort in der prosperierenden Rhein-Main-Region behauptet. Die Ansiedlung von Rechenzentren und die strategische Standortpolitik zeigen, dass er die Stadt frühzeitig auf zukunftsträchtige Branchen ausgerichtet hat.

8. Die Wiedererlangung der Kreisfreiheit
Eines der bedeutendsten Projekte seiner letzten Amtsjahre war die Erlangung der Kreisfreiheit: Seit dem 1. Januar 2026 ist Hanau wieder kreisfreie Stadt und hat den Main-Kinzig-Kreis verlassen. Dieser Schritt gibt der Stadt eigene Gestaltungsmacht in zentralen Politikfeldern zurück und ist das Ergebnis eines beharrlichen, über Jahre verfolgten Einsatzes, den Claus Kaminsky maßgeblich getragen hat.

9. Krisenmanager und Brückenbauer
In die jüngere Amtszeit fielen die schwersten Stunden der Stadt. Nach dem rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020, bei dem neun Menschen in Hanau ermordet wurden, stand Claus Kaminsky als Stadtoberhaupt für Mitgefühl, für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft und für ein klares Bekenntnis gegen Hass und Rassismus. Auch während der Corona-Pandemie führte er die Stadt durch eine außergewöhnlich fordernde Zeit. In diesen Jahren wurde er zum Sinnbild einer Stadt, die in größter Erschütterung Haltung bewahrt – als Tröstender, als Mahnender und als Verteidiger der demokratischen Werte.

10. Längste Magistratszugehörigkeit in der Geschichte Hanaus
Claus Kaminsky ist der dienstälteste Oberbürgermeister Hessens. Vor allem aber war seit Einführung des Oberbürgermeisteramtes in Hanau zu Beginn des 19. Jahrhunderts niemand länger in hauptamtlicher Magistratsfunktion tätig als er: Auf rund 23 Jahre als Oberbürgermeister (seit 2003) folgen – rechnet man die acht Jahre als Bürgermeister (1995–2003) hinzu – insgesamt rund 31 Jahre ununterbrochener Arbeit im Magistrat der Stadt. Zum Vergleich: Carl Cassian amtierte 24 Jahre als Oberbürgermeister (1855–1879), Eugen Gebeschus 23 Jahre (1893–1916), und Hans Martin – ab 1966 zunächst Bürgermeister – kam auf insgesamt 27 Jahre Magistratsarbeit. Diese Beständigkeit ist selbst ein Verdienst: Sie hat Hanau über lange Linien hinweg Verlässlichkeit und Gestaltungskraft gegeben. Selbst im überregionalen Maßstab zählt seine Amtszeit zur Spitze: Allein als Oberbürgermeister übertrifft sie die rund 21-jährige Amtszeit von Franz Adickes (Frankfurt, 1891–1912), der beim Ausscheiden aus dem Amt zum Ehrenbürger ernannt wurde – eine Tradition, an die der vorliegende Antrag anknüpft.

Zusammenfassende Würdigung
Claus Kaminsky hat Hanau als Entwickler, als Krisenmanager und als Demokrat geprägt. Er hat die Innenstadt erneuert, große Konversions- und Entwicklungsflächen geordnet, das kulturelle Profil der Brüder-Grimm-Stadt geschärft, den Wirtschaftsstandort gestärkt und der Stadt mit der Kreisfreiheit neue Eigenständigkeit verschafft. In den dunkelsten Stunden hat er Zusammenhalt gestiftet. Rechnet man ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement zusammen, kommt man auf rund vier Jahrzehnte Einsatz für Hanau. Für dieses Lebenswerk im Dienst seiner Heimatstadt ist die Verleihung des Ehrenbürgerrechts die angemessene und würdige Anerkennung.

Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hanau
Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, die Städte und Gemeinden Bürgerinnen und Bürgern verleihen können, die sich in herausragender Weise um das Wohl oder das Ansehen der Kommune verdient gemacht haben. Sie wird durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zuerkannt, ist ein Persönlichkeitsrecht von ausschließlich ehrendem Charakter und mit besonderen Rechten oder Pflichten nicht verbunden. Entsprechend zurückhaltend und wählerisch ist Hanau mit ihr umgegangen.

Nach dem Widerruf der 1933 verliehenen Ehrenbürgerwürde für Adolf Hitler durch die erste wieder frei gewählte Stadtverordnetenversammlung am 24. Juni 1946 wird die Auszeichnung heute von folgenden Persönlichkeiten getragen:
– Wilhelm Carl Heraeus (1827–1904) – Unternehmer und Vizebürgermeister (verliehen 1898)
– Johann Heinrich Nickel (1829–1908) – Kaufmann und Abgeordneter (1898)
– Dr. Eugen Gebeschus (1855–1936) – Oberbürgermeister (1916)
– Fritz Canthal (1848–1922) – Unternehmer, IHK-Präsident und Stadtverordnetenvorsteher (1916)
– Reinhard Scheer (1863–1929) – Admiral (1916)
– Charles Engelhard (1867–1950) – Unternehmer und Mäzen (1947)
– Heinrich Fischer (1895–1973) – Staatsminister und Oberbürgermeister (1970)
– Hans Martin (1930–2016) – Oberbürgermeister (1994)
– Rudi Völler (* 1960) – DFB-Teamchef und Vize-Weltmeister (2002)

Ergänzend sei erwähnt, dass die ehemals eigenständige Stadt Steinheim zwischen 1911 und 1972 insgesamt acht Ehrenbürgerschaften verliehen hat. Mit Claus Kaminsky würde der vierte Oberbürgermeister in der Geschichte Hanaus mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet – nach Eugen Gebeschus (1916), Heinrich Fischer (1970) und Hans Martin (1994). Er reiht sich damit in eine seltene und sorgsam gepflegte Tradition ein, die der herausragenden Bedeutung seines Wirkens entspricht.

Rechtsgrundlage und Verfahren
Über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts entscheidet gemäß § 28 Abs. 1 HGO in Verbindung mit § 51 Nr. 3 HGO ausschließlich die Stadtverordnetenversammlung mit einfacher Mehrheit. Da das Ehrenbürgerrecht nur an eine lebende natürliche Person verliehen werden kann, ist die Auszeichnung des noch amtierenden Oberbürgermeisters rechtlich möglich und im zeitlichen Zusammenhang mit seinem Ausscheiden aus dem Amt besonders angezeigt.

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Kommentare

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Prof. ad. Wilfried W
2 tage vor
Es ist schon eine Leistung - zu Lasten von Dritten - über 900 Millionen EURO SCHULDEN anzuhäufen!
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1
Annegret
2 tage vor
Wie wäre es einmal mit einer Ehrenbürgerin??? Margret Härtel ist eine tolle herzliche Frau, die für alle Erfolge von Herrn Kaminsky (die ich nicht schmälern will) den Grundstein gelegt hat.
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 tage vor
Toll, wie man sich wieder selbst beweihräuchert!
Im großen wie im kleinen Feiert man sich gegenseitig selbst, weil man ja so toll ist.
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Graf Arco
2 tage vor
Karl Dall hat im Zusammenhang mit solchen Auszeichnungen von einem Inzuchtpreis gesprochen.
Ich kann mich noch an eine Nachrichtenübertragung aus dem kalten Krieg erinnern, in der sich der rumänische Diktator Ceaucescu im applaudierenden ZK von einem seiner Paladine eine Art Zepter überreichen ließ.
Wie sich die Bilder gleichen.
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5
Pflichtaufgaben
2 tage vor
Wieso Ehrenbürger? Er hat sein Pflichtaufgaben als OB erfüllt. Hat dafür viel Geld erhalten. Nichts für ein Ehrenamt getan und auf Hanau kann sich keiner was einbilden. Hanau ist eine unsichere Stadt, eine zum Teil schmuddelige Stadt (bestimmte Teile sehen verwahrlost aus). Das wird auch so weitergehen.
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2
jetztkommich
2 tage vor
zitiere Pflichtaufgaben:
Wieso Ehrenbürger? Er hat sein Pflichtaufgaben als OB erfüllt. Hat dafür viel Geld erhalten. Nichts für ein Ehrenamt getan und auf Hanau kann sich keiner was einbilden. Hanau ist eine unsichere Stadt, eine zum Teil schmuddelige Stadt (bestimmte Teile sehen verwahrlost aus). Das wird auch so weitergehen.

Der bekommt von sein letztes Netto 74 % 4300€ und ich als Rentner 48 % bei 1200€ und hinterläst 900 Mill.
mir würde die mein Haus weg nehmen .
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