Bei einer After-Work-Party „rockten“ die Musiker im wahrsten Sinne des Wortes die Werkstatt-Kantine. „Das Orchester hat schon oft bei Festen der Lebenshilfe Hanau gespielt“, erklärte die Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe, Doris Peter. „Jetzt machen Menschen mit Beeinträchtigungen selbst mit, das finde ich toll.“ Angestoßen wurde das Musikprojekt von Madeleine Büchler, Studentin im Anerkennungsjahr, die ihre Praxisphase im BWMK (Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.) verbringt. Die junge Frau ist selbst aktive Musikerin, und so kam ihr die Idee, aus ihrem Hobby ein soziales Projekt zu machen. Nachdem sie ihren Verein informiert und sich grünes Licht für ihr Projekt geholt hatte, erkundigte sie sich bei den Mitarbeitern in den Steinheimer Werkstätten, wer Lust hätte, die Orchester-Proben des TSV Klein-Auheim zu besuchen und ein Instrument zu spielen. Neun Frauen und Männer zeigten sich begeistert, und die Probenarbeit begann. Madeleine Büchler übernahm die Begleitung der Mitarbeiter, informierte sie über das Blasorchester, den Übungsraum, die Probenabläufe und stand die gesamte Projektzeit über als Koordinatorin zur Verfügung.
„Es hat viel Spaß gemacht, aber es war auch eine Herausforderung für alle“, berichtete TSV-Abteilungsleiter Jürgen Dönges. „Die Musiker mussten sich auf die neuen Mitspieler einstellen, und auch die Vermittlung von Takt, Melodie und Rhythmus war eine große Aufgabe. Aber wir haben es geschafft.“ Das Ergebnis konnte sich wahrlich hören lassen: Bei der Nummer „We will rock you“ hielt es die meisten der rund 60 Party-Besucher nicht mehr auf den Stühlen. Es wurde geklatscht, getanzt und mit den Füßen aufgestampft. Aufgewärmt worden war das Publikum von den Rainbow Singers der Lebenshilfe Gelnhausen. Die vielköpfige Band begeisterte mit bekannten Schlagern wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „Ein Bett im Kornfeld“. Jürgen Spielmann, der Betriebsleiter der Steinheimer Werkstätten, bedankte sich bei allen Aktiven und insbesondere bei Madeleine Büchler für ihren engagierten Einsatz.
Wie die Studentin berichtete, zeige ihr Musikprojekt sehr deutlich, dass geeignete Unterstützung grundlegend sei, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglicht werden solle. „Dazu gehört gute Vorbereitung und individuelle Begleitung“, unterstrich sie. „Für alle Beteiligten ist die Situation oft neu, und da ist viel Kommunikation notwendig.“ Dass sich die Mühe gelohnt hat, zeigten die tolle Stimmung, der begeisterte Applaus und die tanzenden, lachenden Party-Gäste. Jaroslav Micka erwies sich als feinfühliger Dirigent und heizte mit seinen Musikern und Schlagern wie „Atemlos durch die Nacht“ die Atmosphäre weiter kräftig auf.
Foto: Bei der After-Work-Party in Steinheim rockten Werkstatt-Mitarbeiter und das Blasorchchester des TSV Klein-Auheim gemeinsam die Kantine.


