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Nidderauer Jens-Philipp Engelmann ist Vize-Europameister im Wurf-Fünfkampf

Nidderauer Jens-Philipp Engelmann ist Vize-Europameister im Wurf-Fünfkampf

Ein bis zwei Drehungen, den dreieckigen Griff rechtzeitig loslassen und das an einer kurzen Kette befestigte Stück Eisen mit einem Gewicht von 15,8 Kilo so weit wie möglich schleudern: Gewichtwurf bedeutet eine maximale technische Herausforderung. „Für diesen Wettbewerb muss man schon leicht verrückt sein. Ein Fehler, und das Ding wirft den Werfer weg“, sagt Jens-Philipp Engelmann. Der Nidderauer ist Spezialist in der ungewöhnlichen Disziplin, die meist mit schottischen Highland-Games in Verbindung gebracht wird. 

Doch Engelmann ist Vize-Europameister im Wurf-Fünfkampf. Bei den European Masters 2025 auf der portugiesischen Insel Madeira musste er sich in der Altersklasse M35 mit 2.917 Punkten nur dem Finnen Jussi Tukeva (3.183 Punkte) geschlagen geben. Im Rathaus gratulierte Bürgermeister Andreas Bär (SPD) dem ambitionierten Freizeitsportler zur zweiten Silbermedaille bei einer EM. „Im Namen der Stadt Nidderau beglückwünsche ich Jens-Philipp für diesen tollen Erfolg, der, wenn man seine Geschichte hört, über den rein sportlichen Aspekt hinausgeht“, sagte Bär.

Kurz vor dem Wettbewerb auf Madeira verstarb Engelmanns Mutter. „Sie wollte unbedingt dabei sein, und es wäre so schön gewesen, wenn sie das hätte miterleben können“, sagt Engelmann und wundert sich über sich selbst, dass man „mit fast 40 noch so emotional sein kann“. Der 37-Jährige spielte seine Stärken im Diskuswurf (42,14 m) und Speerwurf (47,41 m) aus, musste seinen Widersacher Tukeva aber im Kugelstoßen (11,15 m), Hammerwurf (36,81 m) und Gewichtwurf (11,84 m) ziehen lassen. Die Silbermedaille hat er am Grab der Mutter in seiner Heimatstadt Cloppenburg niedergelegt.

Der Beruf führte den gebürtigen Niedersachsen nach Hessen. Als Mitglied der Wasserwerferstaffel der Hessischen Bereitschaftspolizei in Mühlheim suchte er den passenden Wohnort und wurde in Ostheim fündig. „Hier stimmen Flair, Freizeitangebot und Infrastruktur. Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt Engelmann. Beim Spazieren in den Streuobstwiesen abschalten, mit seiner fünfjährigen Tochter Leni das Nidderbad besuchen, mit Freunden Essen gehen. listet er als Vorzüge auf.

Die schwer kalkulierbaren Dienstzeiten bei der Bereitschaftspolizei veranlassten den als Zehnkämpfer groß gewordenen Leichtathleten, auf den Wurf-Fünfkampf umzusatteln. Der Trainingsumfang für den Zehnkampf sei nicht mehr zu leisten gewesen. Der Ehrgeiz ist dennoch ungebrochen. „Ich bin nicht dabei, um immer Zweiter zu werden“, sagt Engelmann. Die nächste Chance bietet sich bei den World Masters im August im südkoreanischen Daegu.

vizeengelmann az

Kommentare

1
Hans-Joachim Klöppel
4 monate vor
Nu mal langsam!

Man kann doch Andreas Bär als Bürgermeister nicht dafür zu Verantwortung ziehen, was in den vergangenen Jahren durch eine desolate Finanzpolitik der Grünen - sprich 1. Stadtrat Vogel als Kämmerer- verbockt wurde.
Der Bürgermeister ist eine Person von öffentlichen Interesse und hat die Aufgabe Personen von öffentlichen Interesse zu präsentieren. So auch Herrn Engelmann. Auch von mir mein Respekt und Anerkennung für Ihre Leistung. Das hat Vorbildfunktion für junge Menschen.
Lieber Bürgermeister Andreas Bär, lass Dich nicht von gewissen unqualifizierten Kommentaren beeinträchtigen. Weiter so.
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1
Heck
4 monate vor
In Nidderau gibt es zum Glück genügend Möglichkeiten sich als Politiker ins Rampenlicht mit anderen zu stellen.

Die gute Medienwelt macht dann den Rest.

Das nennt man dann Politik.

Ändert aber nix an der eigentlichen Misere einer seit Jahrzehnten leeren Stadtkasse und zu hohen Grundsteuern und Gewerbesteuern für die Bürger und Unternehmer in Nidderau.

Als Gegenleistung gibt's dafür eine marode Infrastruktur mit kaputten Straßen und immer hässlicheren Ecken, wo keiner mehr sehen kann und will und das Stadtbild dann in einem anderen Licht erscheint.

Außen hui, innen pfui!

Das wäre dann die Kurzform, die bis nach Berlin gereicht!
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