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"Um eines vorwegzunehmen: als Ingenieur und Umweltwissenschaftler bin ich sehr froh über die Möglichkeiten, die die Elektromobilität eröffnet. Automobil sein, ob gewünscht oder mangels Alternativen, geht am umweltverträglichsten mit einem (kompakten) Elektroauto. Der Artikel von Gerd Piper (Autoredakteur beim RND) zeigt ein zentrales Hindernis für das Gelingen der Verkehrswende in Deutschland, lässt sich aber auch mit unserem Gesundheitswesen verknüpfen. Ein neues Auto wird darin mit Emotionen aufgeladen und glorifiziert. Mit der ersten 'vollelektrische[n] Performancevariante' möchte VW jetzt richtig zuschlagen, das Auto sei das bisher 'emotionalste Mitglied der ID.-Familie' mit 'knackigen 21-Zoll-Reifen' und es könne '1400 kg an den Haken nehmen'. Ist ein Auto knackig wie Gemüse? Gehört es zur Familie wie mein eigenes Kind? Ernsthaft?

Meine Sicht auf dieses Auto ist eine andere. Es ist ein Objekt, das uns von A nach B bringt, es erfüllt das Bedürfnis nach Mobilität, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für kurze Strecken sind Füße und Fahrräder meist deutlich attraktiver, wenn auch die entsprechende Infrastruktur noch sehr zu wünschen übrig lässt. Seit ich auf das Fahrrad umgestiegen bin, muss ich nicht mehr auf gesunde Bewegung verzichten, trete viel mehr mit meiner Umgebung in Kontakt, tue etwas Gutes für Natur und Umwelt und habe mehr Geld in der Tasche. Für längere Strecken oder wenn man nicht gut zu Fuß oder Rad ist, insbesondere in urbanen Räumen, können Bus und Bahn mobil machen. Für die weniger befahrenen Wege wird das Automobil auch weiterhin eine Rolle spielen.

Warum verdient eine Ingenieurin in der Automobilbranche fast doppelt so viel wie ein Altenpfleger bei deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen? Weil das Ding Auto immer wieder durch Werbung und die Reaktion einiger Menschen darauf auf einen Thron gehoben wird, den es nicht verdient. Arbeit, die für das Leben geleistet wird (als Altenpflegerin oder Krankpfleger, als Lehrerin oder Kindergärtner, als Mutter oder Vater) tragen weit mehr zum Wohlergehen der Menschen bei als die Entwicklung von zunehmend schwereren Autos. Viele fordern nun berechtigterweise eine deutlich bessere Bezahlung für Pflegende. Noch weit mehr Menschen sollten lautstark dafür auf die Straße gehen. Weniger Bezahlung für Dinge, mehr Bezahlung für das Leben. Das Tote oder das Lebendige, was ist uns mehr wert?"

Andreas Hlasseck
Gelnhausen

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