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Bad Orb: Nostalgischer Rückblick und Notwendigkeit konstruktiver Oppositionsarbeit

Bad Orb: Nostalgischer Rückblick und Notwendigkeit konstruktiver Oppositionsarbeit

An Ralf Diener und Dr. Matthias Dickert von der Fraktion "Für Bad Orb" (FBO) in der Stadtverordnetenversammlung Bad Orb richtet sich der Leserbrief von VORSPRUNG-Leserin Marita Brandes.

"Sehr geehrte Herren Diener und Dickert, mit einer gewissen Regelmäßigkeit verfolge ich Ihre Beiträge, Podcasts und öffentlichen Stellungnahmen. Dabei fällt auf, dass sich Ihre Argumentation zunehmend auf zwei Kernaspekte beschränkt. Das pauschale Schlechtreden unserer kommunalpolitischen Arbeit und das ständige Beschwören einer angeblich besseren, vergangenen Zeit. Ich respektiere die Erfahrung, die Sie in Ihren langen politischen Karrieren gesammelt haben. Doch möchte ich Ihnen heute – als Fraktionsgeschäftsführerin der FWG Bad Orb – ein paar Gedanken dazu mit auf den Weg geben.

Politik gestaltet Zukunft, sie verwaltet nicht die Vergangenheit.

Ich verstehe, dass Nostalgie ein bequemer Rückzugsort sein kann. Doch ein 'früher war alles besser' ist kein politisches Programm für die Herausforderungen von heute. Auch die kommunale Welt von 2026 lässt sich nicht mit den Werkzeugen und Denkweisen der 70er oder 80er Jahre gestalten. Unsere Aufgabe ist es, Antworten auf den demografischen Wandel, die digitale Transformation, den Klimawandel und die Sicherung unseres Wirtschaftsstandortes zu finden und nicht in der Vergangenheit zu schwelgen.

Destruktive Kritik bringt die Stadt nicht voran.

Es ist das gute Recht der Opposition, zu kritisieren. Aber Kritik, die nur darauf abzielt, schlechtzureden, ohne dabei realistische und finanzierbare Alternativen aufzuzeigen, ist im Parlament wenig hilfreich. Wir haben hart an Lösungen gearbeitet. Ein ständiges 'Alles ist schlecht'–Narrativ hilft weder den Bürgerinnen und Bürgern noch stärkt es das Vertrauen in unsere Demokratie. Ihr Dauer – Nein ist keine 'kritische Begleitung', sondern reine Arbeitsverweigerung. Wer die Welt von heute nur noch mit dem Unmut von gestern kommentiert, verliert den Anspruch, ernsthaft mitgestalten zu wollen.

Nostalgie ist kein politisches Mandat.

'Früher war alles viel besser' ist kein Antrag, sondern ein Offenbarungseid. Wer jedes Stadtentwicklungskonzept, jede digitale Neuerung, und jede moderne Verkehrsplanung mit dem Hinweis blockiert, dass man das vor 30 Jahren anders gelöst hätte“, hat seinen Auftrag missverstanden. Wir verwalten hier kein Museum, wir gestalten eine zukunftsfähige und lebendige Stadt. Ihr ständiger Blick in den Rückspiegel ist kein Korrektiv, sondern ein Bremsklotz für die gesamte Stadtgemeinschaft. Ich bin überzeugt, dass unsere Stadt eine Opposition verdient, die nicht in Nostalgie verharrt, sondern sich aktiv und konstruktiv an der Gestaltung der Zukunft beteiligt. Lassen Sie uns die Debattenkultur auf ein inhaltliches Niveau heben, das der Verantwortung, die wir alle tragen, gerecht wird.

Marita Brandes
Bad Orb

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Kommentare

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Hans
2 monate vor
Danke Frau Brandes!
Die Herren waren 5 Jahre in der Regierungsverantwortung und haben nicht geliefert. Das hat Sie bei der letzten Wahl 2/3 Ihrer Wähler gekostet. Jetzt waren Sie 5 Jahre in der Opposition und haben außer Beschimpfungen und Blokadehaltung wieder nicht geliefert.
Wenn man sich dann noch die Kandidatenliste anschaut, dann sind das überwiegend in Würde alt gewordene Mitbürgerinnen und Mitbürger von Bad Orb die jetzt die aktuellen und zukünftigen Probleme von Bad Orb lösen sollen?
Sorry aber die FBO hat 10 Jahre nicht geliefert, es reicht. Nostalgie ist schön, hat aber alles hat seine Zeit. Die der FBO sollte definitiv vorbei sein.
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Erwin W.
2 monate vor
Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt. Danke Frau Brandes. Dieses sogenannte "Alles-Schlecht-Reden" dieser Herren ist abscheulich. Ich sehe bis heute kein Wahlprogramm bei der FBO. Alle anderen werden kritisiert und selbst kommt nur heisse Luft heraus. Die waren doch schon mal an der Macht. Ist damals etwas passiert? Ich glaube nicht. Frau Brandes viel Erfolg ihnen und der FWG.
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