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Gelnhausen: Verstrickt, belastet – und jetzt Magistrat?

Gelnhausen: Verstrickt, belastet – und jetzt Magistrat?

An die SPD in Gelnhausen richtet sich der Leserbrief von VORSPRUNG-Leser Andreas Gerspach in seinem Leserbrief.

"Ein Blick zurück auf die 'Causa Mittlauer Weg' in Gelnhausen entwickelt sich immer mehr zu einem politischen Offenbarungseid und die jüngste Entwicklung setzt dem Ganzen die Krone auf. Nicht nur, dass rund um das Neubaugebiet laut öffentlich diskutierten Berichten gravierende Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Grünflächen bestanden haben sollen bis hin zu Feststellungen der Kommunalaufsicht, dass diese entgegen dem Bebauungsplan veräußert wurden, teils sogar mit der Möglichkeit zur Einfriedung. Auch personelle Verflechtungen werfen Fragen auf, etwa wenn im Umfeld der Entscheidungen familiäre Erwerbe größerer Flächen öffentlich thematisiert wurden.

Doch der eigentliche Skandal liegt inzwischen woanders: Die SPD in Gelnhausen hält ausgerechnet den damaligen Bauamtsleiter Kauder, also eine zentrale Figur in diesem gesamten Komplex – offenbar für geeignet, in den Magistrat einzuziehen. Das ist politisch nicht nur instinktlos. Es ist ein fatales Signal. Denn selbst wenn Ermittlungen eingestellt wurden, bleibt die politische Verantwortung bestehen. Wer in einer derart sensiblen Gemengelage aus Planung, Grundstücksverkäufen und behördlichen Entscheidungen eine Schlüsselrolle innehatte, kann sich nicht einfach durch formale Entlastung aus der Affäre ziehen – und schon gar nicht nahtlos den nächsten Karriereschritt anstreben.

Und eine Partei, die genau das ermöglicht, muss sich fragen lassen, welchen Maßstab sie eigentlich noch an Integrität anlegt. Die vorliegenden Berichte, von lokalen Initiativen ebenso wie aus der regionalen Berichterstattung zeichnen ein Bild, das mindestens eines verlangt: maximale Transparenz und vollständige Aufarbeitung. Stattdessen erleben die Bürger das Gegenteil: Relativierung, Schweigen und nun politische Beförderung. Das ist der eigentliche Vertrauensbruch.

Denn hier geht es nicht mehr nur um mögliche Fehlentscheidungen in einem Baugebiet. Es geht um politische Kultur. Um Verantwortungsbewusstsein. Und um die Frage, ob Netzwerke und Nähe am Ende mehr zählen als saubere Amtsführung. Wer so handelt, darf sich über wachsende Politikverdrossenheit nicht wundern. Die Bürger von Gelnhausen haben ein Recht auf Klarheit und auf Vertreter, die über jeden Zweifel erhaben sind.

Alles andere ist nicht nur unzureichend. Es ist untragbar. Eine Frechheit!"

Andreas Gerspach
Gelnhausen

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Kommentare

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Hätteesgernschönhier
2 wochen vor
Ich kenne den Fall nicht, aber habe eind allgemeine Anmerkung: Es steht doch jedem frei, Parteien die Ihnen nicht zusagen auch nicht zu wählen.
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uffbasse3210
2 wochen vor
zitiere Hätteesgernschönhier:
Ich kenne den Fall nicht, aber habe eind allgemeine Anmerkung: Es steht doch jedem frei, Parteien die Ihnen nicht zusagen auch nicht zu wählen.


das hat erst einmal nichts mit einer Partei zu tun
durch die Hintertüre ist ein ganz schlechter Stil.
Das ist das Problem. Wo ist da ein Neuanfang.
Werden da jetzt Rechnungen beglichen ????
Genau das sind die Punkte die Bürger in die Arme der Undemokraten
treiben.
Und man findet kaum noch Argumente dagegen
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Luisa Zipf
2 wochen vor
Wer Korrupt ist geht ins Knast, ausser bei Beamten da gibt es eine Beförderung. Lächerlich! Warum lassen wir das immer wieder mit uns machen?
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1
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 wochen vor
Das nennt sich Wegbefördern und ist eine übliche Praxis.
Selbst bei hochrangigen Politikern macht man das gerne.

Man kann ohne Probleme Millionen, Milliarden Euro verzocken und verballern.
Und wenn es herauskommt, wechselt man in einen anderen posten und kann ohne Rechenschaft einfach weiter machen.

Als dank werden diese Personen wieder gewählt, weil sie so toll sind.
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Sebastian Silberhut
2 wochen vor
Wer haftet für die Inkompetenz der Sozialdemokraten? Richtig, wir mit unseren städtischen Geldern.
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Jürgen Küllert
2 wochen vor
Korrupte Politiker, ist ja was ganz neues. Jetzt auch in Gelnhausen, danke SPD :grrr:
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Elisabeth Zaun
2 wochen vor
Da stellt sich mir die Frage wie weit die SPD in Gelnhausen selbst in kriminelle Machenschafften verwickelt ist. Riecht nach Amtsmissbrauch und Vorteilsnahme, scheinen ja mal wieder einige SPDler unter eine Decke zu stecken.
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Hermann
2 wochen vor
Bei allen Aufgeregtheiten muss dem Verfasser dieses Leserbriefes einiges in Erinnerung gerufen werden. Die „ Causa Mittlauer Weg“ wurde juristisch bewertet und bearbeitet. Daraus ergaben sich keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des damaligen Bauamtsleiters Günther Kauder. Schon vergessen? Oder müssen die Leser Ihres Leserbriefes davon ausgehen das Ihnen, dem Verfasser , der Rechtsstaat gleichgültig ist?
Darüber hinaus wird der Eindruck erweckt das hier eine politische Verantwortung von Herrn Kauder in dieser Angelegenheit besteht. Das ist mitnichten so, denn Günther Kauder war als Bauamtsleiter bei der Stadt angestellt. Sämtliche Beschlüsse wurden nicht von ihm, sondern vom Magistrat , sowie der Stadtverordnetenversammlung gefasst. Und die politische Verantwortung trägt am Ende auch der höchste, gewählte Repräsentant der Stadt, nämlich der Bürgermeister und keiner seiner ihm unterstellten Mitarbeiter.
Aber auch das scheint ja dem Verfasser des Leserbriefs entgangen zu sein.
Und zu guter Letzt: wenn sich Herr Kauder nun , als Rentner, politisch im Rahmen der SPD im Magistrat engagieren will und ihn die Gelnhäuser SPD dazu nominiert hat, dann ist das sein gutes Recht, so wie es für Jedermann und jede Frau rechtens ist.
Ich entnehme diesem Brief nur eines: die Fortsetzung einer substanzlosen Schmutzkampagne gegen einen ehemaligen, leitenden Mitarbeiter der Stadt Gelnhausen. Erbärmlicher geht’s nicht.
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Andreas
2 wochen vor
Lieber Hermann,
wer das Gelesene versteht, ist klar im
Vorteil!
„Juristisch erledigt“ ist kein Persilschein für politische Verantwortung. Wer sich hinter Formalien versteckt, hat das eigentliche Problem nicht verstanden: Vertrauen. Es geht nicht nur darum, ob etwas strafbar war, sondern ob es sauber, transparent und verantwortungsvoll war. Genau das bleibt in der Causa Mittlauer Weg bis heute strittig.

Der Verweis auf Magistrat und Stadtverordnetenversammlung ist bequem, aber billig. Führung bedeutet nicht, Beschlüsse abzunicken, sondern Einfluss zu nehmen und Verantwortung zu tragen, gerade in Schlüsselpositionen wie der eines Bauamtsleiters.

Und ja, Kandidaturen sind ein Recht. Aber Nominierungen sind auch ein politisches Signal. Wer sehenden Auges eine umstrittene Personalie aufstellt, muss sich Kritik gefallen lassen.

„Schmutzkampagne“ zu rufen ersetzt keine Argumente. Es wirkt eher wie der Versuch, unbequeme Fragen mundtot zu machen. Erbärmlich ist nicht die Kritik – erbärmlich ist der Umgang damit.
Die Beteiligten sollten das Ganze fundiert reflektieren, sofern sie dazu in der Lage sind.
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Vicky
2 wochen vor
Spd Bürgermeister und Spd Bauamtsleiter steckten unter einer Decke. Einen konnte man wegen grober Fahrlässigkeit drann kriegen, der anderen hat es geschafft seine Beteiligung zu vertuschen. Einer ist jetzt Landrat der andere wird Magistratsmitglied, sauber aufgearbeitet. Ihr seid so ein korrupter Haufen. Schämen solltet Ihr euch.
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