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Gerechte Besteuerung ist eine staatliche Aufgabe

Gerechte Besteuerung ist eine staatliche Aufgabe

Von Steuergerechtigkeit handelt dieser Leserbrief von VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg.

Morgenpost

"Viele Kommentare zur Lebenslage in Deutschland beginnen mit der Feststellung 'Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer von Jahr zu Jahr'. Das ist eine ziemlich ungenaue und bezogen auf die Einkommenssituation 2024, also seit Einführung des erhöhten Mindestlohns, für viele Berufsgruppen auch nicht mehr zutreffende Behauptung, dennoch stimmig. Auch ich habe in manchen Leserbriefen diese Formulierung verwendet. Wie kann das sein?

In der durchökonomisierten Welt verengt man den Begriff 'reich' ohnehin fast immer nur auf die finanzielle Komponente. Es gilt ein Single mit einem Lohn von mehr als 4.000 Euro (nach Steuern)  bereits als reich im auskömmlichen Sinn. Es reicht zu einem 'guten Leben', sagt man. Auf der anderen Seite des Begriffs 'Reichtum' stehen die Multimillionäre und in Deutschland bereits auf 249 angewachsene Schar der Milliardäre. Eine Frau Klatten verdient 1,1 Millionen Euro. Pro Stunde! Was heißt 'verdient', sie kassiert ohne jede Arbeit das Geld als ererbtes Vermögen. Wie mehr als zwei Drittel der restlichen Multimillionäre und Milliardäre. In einer einzigen Generation, haben Reichtumsforscher ermittelt, haben sich die Einnahmen der solcherart Vermögenden versiebzehnfacht. Für Konkurse haften sie nicht persönlich (Beispiel Quelle), Stiftungen tun das Übrige. So haben sich über 5 oder mehr ganze Dynastien von Superreichen entwickelt, die es in ihrer Spitzengruppe geschafft haben mit null Abgaben oder Steuern, ihr und ihre Erben vor staatlichem Zugriff zu bewahren. Steuergestaltung nennt man das.

Vermögensbildung durch gestreuten Aktienbesitz ist durch Fleiß und Arbeit - das will die FDP uns einreden - für die Schmitts und Krauses allenfalls in einer Höhe von etwas mehr als hunderttausend Euro zu ersparen, wenn sie alles anlegen, was über die Grundversorgung hinausgeht. Und das ist oft ein Risiko, das man sich nicht leisten kann. Jede Stimme zählt, auch deine, heißt es in den Wahlaufrufen der Parteien. Nicht, wenn es um Einfluss, Macht und Teilhabe an Entscheidungen geht, so scheint es. Und das gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Gerechtigkeitsgefühl und letztlich die Demokratie. Gerechte Besteuerung ist eine staatliche Aufgabe, kein willfähriges Konstrukt, das ein klein wenig davon aufruft, was einmal das Egalitätsprinzip ausgemacht hat in der französischen Revolution."

Jörg Sternberg
Hanau

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Kommentare

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Rentner79
1 jahr vor
Hallo Opa24,
was schreiben Sie da für einen Quatsch ?

"Zitat:
Kopfschmerzen bekomme ich eher, wenn ich lese, dass Bundestagsabgeordnete ohne jegliche Berufserfahrung und richtige Ausbildung fast 11 Tausend Euro im Monat bekommen, und ich nehme an das der Herr Sternberg und der Rentner 79 finanziell auch keine Schlusslichter sind.
Welcher Falschmeldung oder Fake-News sind Sie da aufgesessen ? Bei Ihnen scheint überhaupt etwas nicht zu stimmen. Sind Sie mit 24 Opa ? Oder bereits 24 mal Opa ?
Woher behaupten Sie dass ich als Rentner79 finanziell kein Schlusslicht sei ?
Ich schlussfolgere aus Ihren Ausführungen, das Opa24 kein Rentner ist.
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11
SED-Feind
1 jahr vor
Herr Sternberg schreibt, dass es "Reichenforscher" geben soll. Der Beruf interessiert mich. Da lernt man sicher interessante Leute kennen. Wie wird man das?
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1
Der alte Hochstädter
1 jahr vor
Da ist der Unternehmensberater der mit seiner Familie in einer reality TV show bekannt geworden ist. Über dieses Ehepaar hat ein ehemaliger Mitarbeiter gesagt:
"Die Geissens sind ein Beweis dafür dass Reichtum auch dumm machen kann."
Dieser Herr wäre z.B ein "Reichenforscher".
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23
Rentner79
1 jahr vor
Komisch, dass man von den Russentrollis wie Rufty, Ur-Stephan und D.A. immer sofort nur meckern und maulen liest und das die sogar noch drauf achten wollen, daß man Investoren und Arbeitgeber nicht ins Ausland vergrault, aber kein Wort darüber verlieren, wie man die 249 Milliardäre, die Herr Sternberg zu recht kritisch beschreibt, besteuern könnte. Sicher ist das seit vielen Jahren eine riesen Ungerechtigkeit. Aber mit CDU- und mit FDP-Regierungsbeteiligungen war sowas anscheinend nie möglich. Die SPD, die schon immer für die Reichensteuer und die Anhebung des Mindestlohns war und ist, wurde ja zu wenig gewählt. Über die Milliardärsbesteuerung habe ich von der AfD auch noch nichts gehört oder gelesen.
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18
Proximo
1 jahr vor
Zitat:
Die SPD ... wurde ja zu wenig gewählt.
Dafür gibt es mehr als gute Gründe!

PS: Wer in seinem Kommentar schon mit dem sechsten Wort den Begriff "Russentrollis" verwendet, disqualifiziert sich selbst.
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9
Opa24
1 jahr vor
Wenn Firmen wie die Schwarz Gruppe weltweit fast 580 Tausend Mitarbeiter beschäftigt, ohne die Zulieferer dazugezählt, dann darf in meinen Augen der Herr Schwarz auch Milliardär sein und Steuern bezahlt er sicherlich auch genug, genau wie Klatten, Merck usw.
Kopfschmerzen bekomme ich eher, wenn ich lese, dass Bundestagsabgeordnete ohne jegliche Berufserfahrung und richtige Ausbildung fast 11 Tausend Euro im Monat bekommen, und ich nehme an das der Herr Sternberg und der Rentner 79 finanziell auch keine Schlusslichter sind.
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17
Felix
1 jahr vor
Wenn Fremdschämen etwas verändern würde, wären Sie, verehrter Opa24, ein sehr geeigneter Anlass. Und nein, ich glaube nicht, dass Sie auch nur ansatzweise nachvollziehen können, warum man Ihre "Einsichten" für wenig zielführend halten könnte.
Herr Sternberg verdient Bewunderung dafür, dass er immer wieder versucht, der Vernunft Gehör zu verschaffen - wohlwissend, dass das gelegentlich auch zu verschriftlichten Reaktionen führen kann, die eine geistige Überforderung signalisieren.
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17
Ruffty
1 jahr vor
Deine geliebten Spezialdemokraten werden in Zukunft noch weniger gewählt werden. Und das ist gut so. Brieftasche rechts, Gesinnung links. Eine solche Verlogenheit braucht kein Mensch.
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13
D.A.
1 jahr vor
Wir lassen doch alles mit uns machen warum sollte sich dann etwas ändern?und der Umstand betrifft nicht nur das Thema Steuern!
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11
ra
1 jahr vor
Nur ein kleiner Auszug wohin unsere Steuergelder gehen,
Per saldo zahlte Deutschland 2023 gut 17,4 Milliarden Euro in den EU-Haushalt ein, deutlich dahinter folgte Frankreich mit knapp 9 Milliarden Euro. Der weitaus größte Nettoempfänger von EU-Geldern war im vergangenen Jahr Polen mit annähernd 8,2 Milliarden Euro, gefolgt von Rumänien und Ungarn.10.09.2024
Anstatt diese Gelder an Länder zu verteilen und die uns eh verpönen, sollte
erstmal unsere Infrastruktur wieder auf Vordermann gebracht werden.
Wie sagen alle anderen Länder so schön “ i´m first “ nur wenn es der deutsche sagt
Ist er mal wieder gleich einen von den Bösen, ich frage mich des Öfteren bei einigen
Kommentaren ob da was auf dem Hals sitzt noch Hirn vorhanden ist oder nur
dazu da das es nicht rein Regent?
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Ur-Stephan
1 jahr vor
Man bekommt oft genug den Eindruck, dass es gar nicht erwünscht ist, dass der kleine Bürger in irgendeiner Weise Geld ansparen kann.

All die Dinge, die dem kleinen Bürger spar machen, worauf er sein erarbeitetes Geld spart, wird ihm extrem madig gemacht oder durch Verteuerung so weit in die Höhe getrieben, dass er es sich einfach nicht mehr leisten kann.

Hobbies & Spaß haben ist etwas für diejenigen, die schon genügend Geld haben.
Beim Rest der Bevölkerung wird das Geld durch staatliche Unterstützung umverteilt oder aus dem Land geschafft.
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Ruffty
1 jahr vor
Im Streben nach der Gleichheit aller vor dem Gesetz ist die französische Revolution sicher kein Vorbild denn sie mündete in furchtbarem Blutvergießen, der Militärdiktatur Napoleon Bonapartes und einem 20-Jährigen Krieg auf Kosten Europas mit Millionen Opfern. Eine positive von ihr mittelbare Folge war die Durchsetzung politischen Denkens auch in der einfacheren Bevölkerungsschicht und ihr darauf folgender Wille zur Mitgestaltung und Mitbestimmung. Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte daß die Grundlage unseres Bürgerlichen Gesetzbuches erstmals durch einen ausländischen Militärdiktator eingeführt wurde, der sich selbst auch noch zum Kaiser krönte. Gerechte Steuern gibt es nicht aber man sollte darauf achten daß man Investoren und Arbeitgeber nicht ins Ausland vergrault, sondern eher Geringverdienern und Rentnern die Steuern erlässt. Damit wäre schon ein großer Schritt für die Gerechtigkeit getan.
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