TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Großkrotzenburg: Bürgermeisterin ihren Aufgaben nicht gewachsen

Großkrotzenburg: Bürgermeisterin ihren Aufgaben nicht gewachsen

Zur Kommunalwahl in Großkrotzenburg meldet sich VORSPRUNG-Leser Peter Bergmann zu Wort.

"Eine Mehrheit für die Bürgermeisterin fordert die CDU Großkrotzenburg in der Presse und auf ihren Wahlplakaten. Wer die Politik dieser Partei und Ihrer Bürgermeisterin der letzten Jahre verfolgt hat, stellt folgendes fest. Die CDU hat angesichts schon damals leerer Kassen ein Rathaus gebaut, was nicht nur sinnfrei überteuert war und architektonisch deplatziert ist, es bietet noch nicht einmal Räumlichkeiten die erforderlich sind, die obligatorischen Sitzungen abzuhalten.

Für die Unterlassungen hinsichtlich der Instandhaltung des Bürgerhauses, welche zum derzeitigen Zustand des Gebäudes geführt haben, trägt die Partei ebenfalls die Verantwortung. Dabei gab es einen Wirt, der bei einem langfristigen Pachtvertrag nicht nur die Instandsetzung und -haltung des Gebäudes übernommen hätte, er hätte auch die Ausrichtung der Sitzungen der Gemeindevertretung sichergestellt, die in dem von ihr gebauten Rathaus ja nicht möglich sind. Ein Beschluss der Gemeindevertretung, der die Bürgermeisterin verpflichtete, mit dem Wirt einen langfristigen Pachtvertrag abzuschließen, wurde von von ihr durch ihr Nichtstun ausgehebelt. Das Ergebnis war, dass der Wirt nun nicht mehr zur Verfügung steht. Wir haben also nun ein in der Bausubstanz geschädigtes Gebäude ohne Nutzung, was kein Geld einbringt, sondern lediglich Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten verschlingt. Das Verhalten der Bürgermeisterin war in diesem Zusammenhang zudem derart dreist, dass ihr in diesem Zusammenhang öffentlich in der Gemeindevertretung der Vorwurf der Untreue gemacht wurde.  

Großkrotzenburg hat ein Ärztehaus bekommen, was im Grund begrüßenswert ist. Allerdings wird auch hier offenbar, dass die Bürgermeisterin ihren Aufgaben nicht gewachsen ist. Auch wenn die Errichtung des Gebäudes politisch gelang, die verkehrstechnische Anbindung an die Hauptstraße wurde bis dato genauso wenig realisiert, wie die Bauschäden an der Straße behoben. Ganz zu schweigen  von der Bushaltestelle oder das in der Gemeindevertretung beschlossene vergünstigte Ticket um älteren Menschen das Ärztehaus erreichbar zu machen. Hierzu war die Bürgermeisterin nicht in der Lage.

Bei der Verlegung der Glasfaser wurden Straßen und Gehwegoberflächen in erheblichem Maße geschädigt, da der Tiefbau nicht fachgerecht ausgeführt wurde. Ich selbst bin davon betroffen und warte seit Jahren auf eine Lösung und die diesbezüglich zugesagte Rückmeldung der Bürgermeisterin. Obwohl die Instandsetzung lediglich eine Frage des Kümmerns war und dabei aufgrund der vorliegenden Verantwortlichkeiten für die Gemeinde keine Kosten entstehen, passiert nichts.  Dafür sanieren wir mit Gemeindemitteln eine Bahnhofstraße, die vielleicht regelmäßiger Pflege, aber keiner Sanierung bedurft hätte.

Wie wenig die Bürgermeisterin ihren Aufgaben gewachsen ist, wird zudem dabei deutlich, dass sie nach jahrelanger Übung offensichtlich weder handwerklich noch inhaltlich in der Lage ist, einen beschlussfähigen Haushalt aufzustellen und in die Gemeindevertretung einzubringen. Sie verantwortet damit, wie sie auf der Gemeindehomepage selbst einräumt, ernste Folgen für unsere Gemeinde.

Eine beeindruckende Bilanz wie ich finde. Aber statt Selbstreflexion und dem Willen, die Ärmel hochzukrempeln und die selbst verschuldeten Versäumnisse aufzuarbeiten, träumt man nun, bei einem in Teilen selbst verschuldeten Millionendefizit von neuen Projekten wie Neubau des Jugendzentrums, Sporthallenneubauten und anderem. Ein verstörendes und beschämendes Bild kapitalen Scheiterns, welches die Bürgermeisterin und ihre Partei verantworten und wie ich finde in keiner Weise geeignet, diese Menschen nun auch noch mit  einer Mehrheit in der Gemeindevertretung auszustatten."

Peter Bergmann
Großkrotzenburg

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet info@vorsprung-online.de.

Kommentare

0
Ein Nachbar
1 monat vor
Herz Bergmann, bevor sie großartig andere kritisieren und dabei, obwohl sie es ja besser wissen müssten, falsche Informationen verbreiten, kümmern sie sich lieber um ihre Angelegenheiten.

Nutzen sie doch die Zeit und bringen sie ihren Gehweg vor dem Haus endlich in Ordnung. Alleine wegen ihnen werden wir niemals den ,"unser Dorf soll schöner werden" Preis gewinnen.
Gefällt mir Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Michael Schäfer
2 monate vor
Alles richtig Herr Bergmann!
Vielleicht noch eine Anmerkung zum Rathaus. Unter wessen Ägide ist es gebaut? CDU! Wurde auch mal als Engelsburg bezeichnet. Wann wurde es fertiggestellt? Meines Wissens 2010/2011. Sagen wir vor 15 Jahren. Worauf ich hinauswill, abgesehen vom zu kleinen Sitzungssaal: Dieses Gebäude ist der nächste kurzfristige Sanierungsfall. Bereits jetzt total vergraute Fassade. Es zeichnen sich an den Giebeln des Kindergartens die ganzen WärmedämmVerbundSystem-Platten ab. Zu wenig Überstände am Hauptgiebel der LangeStrasse. Am Vorsprung dort erhebliche Kalkausläufer. Im Innenbereich erhebliche Risse im Terrazzoboden.
Abplatzungen vom Putz im Treppensockelbereich. Und, und …
Man könnte noch mehr fachliche Mängel anführen. Ist die Frage: Wer ist dafür verantwortlich? Wer hat die Bauaufsicht geführt? Wie wurde ausgeschrieben? Nach VOB, BGB?
Wichtig bezüglich Gewährleistung!
Ist da noch jemand greifbar? Glaube nicht. Planer kamen aus Berlin, wenn ich mich nicht irre.
Aussicht: Wenn hier nicht mindestens
in den nächsten 5 Jahren sanierungstechnisch etwas gemacht wird, gibt das das nächste Millionengrab. Aber wir Bürger haben ja keine Ahnung, obwohl aus der Branche kommend.
Quo Vadis Krotzeborsch!!!
Gefällt mir 4 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
1
Ulrich
2 monate vor
Lieber Herr Bergmann,
die hessische Gemeindeordnung sieht nicht vor, einem Bürgermeister besondere Macht zu geben. Die hat ausschliesslich der Gemeinderat. Wenn in einer Gemeinde Mißstände bestehen, kann nur die Mehrheit des Gemeinderats Beschlüsse fassen, die sowas ändern. Obwohl ein Bürgermeister direkt gewählt ist, ist er im Grunde nur den Vermittler zwischen den Anliegen der Bürger und dem Gemeinderat.
Der Bürger wählt am Sonntag die Ratsmitglieder. Wenn diese keine sinnvollen Beschlüsse fassen, kann daran kein Bürgermeister etwas ändern.
Gefällt mir 8 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Peter Bergmann
2 monate vor
Sehr geehrter Ulrich,

Ich hätte mir gewünscht, dass Sie sich vorher kundig machen, bevor sie hier halb- bzw. Unwahrheiten in die Welt setzen.

Wie ihnen schon von anderer Seite mitgeteilt, spricht die HGO von einer Gemeindevertretung, nicht von einem Gemeinderat. So wählen wir auch keinen Gemeinderat, sondern eine Gemeindevertretung. Weiterhin hat die Bürgermeisterin nicht die von ihnen beschriebene Funktion, sondern hat die von der Gemeindevertretung gefassten Beschlüsse umzusetzen.

Wer sich kundig macht erkennt, dass Sie dieser Aufgabe nur ungenügend nachkommt. Wer sich weiterhin mit Gemeindevertretern unterhält erfährt, was einen besonderen Beigeschmack mitbringt, dass es es vorwiegend die Beschlüsse der eigenen Partei sind die die Bürgermeisterin umsetzt, wogegen Beschlüsse die auf Initiative anderer Parteien gefasst wurden regelmässig im Geschäftsgang untergehen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an eine parlamentarische Initiative die dieses Verhalten zum Inhalt hatte.

Man muss sich also hier keine Gedanken machen, was die HGO theoretisch vorgibt, das Problem ist nämlich nicht die Theorie.

Da vor allem die CDU für die Sinnfreiheit Ihrer Aktionen bekannt ist, siehe Rathaus, Bürgerhaus, etc. und wie wir eben gelernt haben diese Beschlüsse bevorzug realisiert werden, ist es nicht verwunderlich dass Ihnen an sinnvollem Handeln fehlt.

Dass dies jedoch an an der generellen Qualität der Beschlusslage liegt, ist schlicht unrichtig, und wäre bei einer vorherigen qualifizierten Prüfung ihrer Aussagen auch aufgefallen.
Gefällt mir 5 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Reklov
2 monate vor
Lieber Kommentator Ulrich,
wenn Sie schon aus der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) zitieren, dann doch bitte richtig. Denn die HGO kennt den Begriff des Gemeinderats nicht! In Hessen wird die Gemeindevertretung von den Bürgern gewählt.

Ansonsten muss ich dem Leserbriefschreiber uneingeschränkt zustimmen. Die Bürgermeisterin ist ihren Aufgaben nicht gewachsen und kommt den ihr zustehenden Pflichten in keinster Weise nach.
Gefällt mir 6 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Reklov
2 monate vor
Nachtrag;
Ich habe heute Morgen meine Enkelin wieder einmal in den Laurentius-Kindergarten gebracht und stelle dann immer wieder fest, dass die Bürgermeisterin als Chefin der Gemeindeverwaltung Ihrer Verkehrssicherungspflicht auch über drei Jahre nach Eröffnung des Kindergartens nicht nachkommt. Wie sonst lässt es sich erklären, dass der Bürgersteig erst jetzt kurz vor der Kommunalwahl zumindest teilweise hergestellt werden soll. Aber auch der untragbaren Parksituation stellt sie sich nicht! Parken im absoluten Halteverbot und das zum Teil noch gegen die Fahrtrichtung ist dort offensichtlich eine Selbstverständlichkeit und werden nicht geahndet!
Gefällt mir 4 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Hups
2 monate vor
Und das ist das eigentliche Problem in Krotzeborsch.
Gefällt mir 3 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis