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Hessischer Apothekerverband: "Politischer Wortbruch mit Ansage"

Hessischer Apothekerverband: "Politischer Wortbruch mit Ansage"

In einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), Hessens Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU), Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (SPD) und die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt, fordert der Hessische Apothekerverband HAV die Bundesregierung auf, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags sofort zu stoppen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken verbindlich auf den Weg zu bringen.

"Was derzeit gegenüber den Apotheken vorbereitet wird, ist ein politischer Wortbruch mit Ansage. Den Apotheken wurden wirtschaftliche Stabilisierung, ein Honorar von 9,50 Euro und die Wiederzulassung von Skonti in Aussicht gestellt. Tatsächlich sollen die Apotheken nun erneut belastet werden - durch einen höheren Kassenabschlag, also durch noch mehr Zwangsrabatt zugunsten der Krankenkassen. Das ist nicht nur das Gegenteil dessen, was den Apotheken versprochen wurde. Es ist ein Frontalangriff auf die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe. Wir sagen es unmissverständlich: Die Apotheken können keine erhöhten Rabatte an die Krankenkassen mehr zahlen. Nicht nach Jahren der Unterfinanzierung, nicht bei massiv gestiegenen Personal-, Energie-, Miet- und Bürokratiekosten und schon gar nicht, solange die politisch angekündigte Hilfe weiter ausbleibt.

Wer jetzt den Kassenabschlag erhöht, verschärft das Apothekensterben nicht versehentlich, sondern bewusst. Besonders unerträglich ist, dass den Apotheken nicht nur die zugesagte Honoraranpassung und die Wiederzulassung von Skonti vorenthalten werden, sondern zugleich auch bei der Vergütung zentraler Gemeinwohlpflichten weiter Stillstand herrscht. Es ist völlig inakzeptabel, die Apotheken zusätzlich zu belasten und gleichzeitig weder das Fixum anzuheben noch Skonti wieder zuzulassen noch den Nacht- und Notdienst endlich spürbar besser zu vergüten. Die Vor-Ort-Apotheken sind nicht die finanzielle Reserve der Krankenkassen. Sie sind auch nicht der Steinbruch, aus dem sich Politik und Kassen bedienen können, wenn an anderer Stelle Geld fehlt.

Wir fordern Sie deshalb unmissverständlich auf, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags sofort zu stoppen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken verbindlich auf den Weg zu bringen: mit der Anhebung des Honorars auf 9,50 Euro, der Wiederzulassung von Skonti und einer spürbaren Erhöhung des Nacht- und Notdienstzuschlags. Wir erwarten Ihre öffentliche Stellungnahme bis spätestens Donnerstag, 23. April 2026, 12:00 Uhr. Bleibt diese aus oder wird an der Erhöhung des Kassenabschlags festgehalten, werden wir dies öffentlich als das benennen, was es ist: bewusster politischer Wortbruch zulasten der Vor-OrtApotheken und zulasten der Patientinnen und Patienten."

Hessischer Apothekerverband
Holger Seyfarth

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Kommentare

1
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
Es ist wirklich erstaunlich, wie die Wirtschaft auf den Kopf, und alles umgekrempelt wird, und doch alles den Bach runtergeht.

Das ist das Ergebnis, wenn irgendwelche Themenfremde Personen dinge entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben.
Konnte man die vergangenen Jahre auch nur zu gut im Bundestag sehen.
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Prof. ad. Wilfried W
3 wochen vor
Das Konzept einer Repräsentativen Demokratie ist die Beauftragung und
Umsetzung des Wählerwillens durch die Politik.

Wenn nun aber die Erfahrung zeigt, daß die Parteien sich nach der Wahl
"regelmäßig" nicht an die Wahlversprechen halten, ist die Frage erlaubt,
warum dann diese Parteien immer wieder gewählt werden?
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Petra G.
3 wochen vor
Leider hat die Politik den Schlag noch nicht gehört! Trotz geschlossenen Apotheken und immer wieder angemahnter Probleme ändert sich nichts,nein man verschlimmert noch die Lage für eh angezählte Apotheken.Wann werden die Politiker endlich mal wach?
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Ruffty
3 wochen vor
Wenn es mehr Cannabisplantagen als Apotheken in Doofland gibt.
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