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Nidderau: Kindischer Trotz und Denkzettelpolitik

Nidderau: Kindischer Trotz und Denkzettelpolitik

In der Diskussion über eine Brücke in Nidderau meldet sich VORSPRUNG-Leser Diez Eichler mit diesem Leserbrief zu Wort.

Hanau News

"Ich will meine eigene Meinung zur Nidderaue hier nicht thematisieren. Wohl möchte ich mich aber zur Form der Auseinandersetzung äußern. Mich entsetzt daran vieles sehr und stößt mich geradezu ab. Schon der Titel des Bürgerentscheids 'Rettet unsere Nidderaue' ist (vermutlich bewusst) irreführend. Vor was (oder vor wem) soll denn 'unsere' Aue eigentlich 'gerettet' werden?

Es gibt einen von unseren gewählten Vertretern im Stadtparlament gefassten Beschluss, Möglichkeiten der Renaturierung und Gestaltung der Aue mitten im Stadtgebiet prüfen zu lassen. Dieser Beschluss hat ebenfalls das erklärte Ziel, die Aue zu 'retten', denn derzeit ist sie trotz oberflächlich betrachtet vorhandener Schönheit in keinem guten Zustand. Die Initiative, die den Bürgerentscheid ins Laufen gebracht hat, will anscheinend vermitteln, dass die Aue nur 'gerettet' werden kann, wenn die Bürger diesen Beschluss ablehnen. Um es ganz zu verdrehen: Dazu muss man mit 'Ja' stimmen. Das suggeriert: Wer die Aue 'retten' will, stimmt mit 'Ja'. Wer 'Nein' stimmt, will also die Aue nicht 'retten'? So stellt es auch der Flyer dar: 'Stimmen Sie mit Ja für unser Naturkleinod', als ob man mit Nein gegen das Naturkleinod stimmen würde.

In Wahrheit stimmt der Bürgerentscheid über die Bevorzugung bestimmter 'Rettungskonzepte' ab. Hochemotional polemisiert man gegen die Idee einer Brücke und klammert sich an Beispielfotos, die einem nicht gefallen (mir übrigens auch nicht), dabei ist überhaupt noch gar nicht beschlossen, ob diese Brücke überhaupt realisiert wird und wie sie dann tatsächlich aussehen würde. Der Pfad sachlicher Information und ungetrübter Meinungsbildung ist mal wieder vorzeitig verlassen worden (von den albern überhitzten Beiträgen auf Facebook will ich hier gar nicht erst anfangen). Die 'Lager' werden zudem auch noch mit Parteien assoziiert, was völlig an der Sache vorbeigeht. Dabei haben beide 'Seiten' gute Argumente zu einer zukunftsfähigen und 'nachhaltigen' Lösung, die man abwägen kann und sollte.

Ich hoffe, dass alle Wahlberechtigten nicht parteienbezogen, sondern sachorientiert und vernünftig entscheiden, fern von allem kindischen Trotz und aller Denkzettelpolitik."

Diez Eichler
Nidderau

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Kommentare

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Anette Abel
3 jahre vor
Zitat: "Wer 'Nein' stimmt, will also die Aue nicht 'retten'?" Korrekt, er stimmt einer Erschließung zu.
Das in Rede stehende Konzept, über das bislang nicht abgestimmt wurde, nennt sich irrigerweise "Konzept zur Beruhigung der Nidderaue". In diesem Konzept werden diverse Erschließungsmaßnahmen genannt. Unter anderem soll der Bahnhof durch eine Brücke (die nicht einmal am Bahnhof endet) "erschlossen" werden, Wege asphaltiert und damit besser zugänglich gemacht werden.
"Erschließung, auch Aufschließung umfasst die Gesamtheit von baulichen Maßnahmen und rechtlichen Regelungen zur Herstellung der Nutzungsmöglichkeiten eines oder mehrerer Grundstücke (Grundstückserschließung)" (Quelle: Wikipedia). Wer erschließt beruhigt demnach nicht.
Insofern bedeutet "Rettet die Nidderaue" "Rettet die Nidderau vor einer Erschließung mit diversen Erlebnisinszenierungen, die mehr Menschen (vgl. Zielgruppen unter Pkt. 6.1 des Konzeptes) als bisher an und in die Aue lockt!
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Karlheinz
3 jahre vor
Um was geht es hier eigentlich, um eine Brücke die es den Anwohnern der neuen Mitte ermöglicht, mit dem Rad auf dem kürzesten Weg zum Bahnhof Heldenbergen zugelangen.



Und dafür müssen jetzt alle Bürger mit ihren Steuern herhalten.

Als Argument müssen hier ein Paar Hundehalter herhalten,

Die Stadt hat sehr wohl ganz andere Bedürfnisse als solch eine unnütze Brücke.
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Kuhn
3 jahre vor
Da beteiligen Sie sich aber gerade kräftig selbst an der von Ihnen zurecht kritisierten Umgangsstil in der politischen Auseinandersetzung in Nidderau.
Kindisch, Trotzig gehört m.E. in die gleiche Argumentations"klasse" Hundehasser und Ehrenamtsschädiger.

In der Sache etwas blauäugig. Es geht für mich darum ob man Kulturraum wieder zu Naturraum werden lässt. Das geht nur ohne "Erschließungsanreize".

Für so eine Ansicht muss man weder trotzig, kindisch noch Hundehasser sein.
Und JA, die Aue würde in diesem Sinne vor weiterer Vereinnahmung gerettet.
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Bubu
3 jahre vor
Das sehe ich genauso wie Sie. Warum werden wieder mal die Initiatoren des Bürgerentscheides kritisiert? Warum hinterfragt man nicht mal das krampfhafte festhalten der rot grünen Verwaltung an diesem Konzept. Beschlüsse kann man auch ändern oder sogar zurück nehmen.
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