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Petition für Opfer von professionell organisiertem Online-Anlagebetrug

Petition für Opfer von professionell organisiertem Online-Anlagebetrug

Als Opfer eines Anlagebetruges meldet sich VORSPRUNG-Leser Helmut Rudloff mit diesem Leserbrief zu Wort.

"Ich wurde Opfer eines professionell organisierten Online-Anlagebetruges. Über eine scheinbar seriöse Werbeanzeige auf Facebook gelangte ich in eine WhatsApp-Gruppe, in der angebliche Finanzexperten mit Börsentipps warben. Die Täter geben sich als Finanzexperten aus, kommentieren echte Marktdaten und nutzen komplizierte Fachbegriffe, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Falsche Mitbenutzer erzeugten eine lebendige WhatsApp Gruppe. Eine täuschend echte Trading-App zeigte steigende Gewinne – tatsächlich aber wurde das eingezahlte Geld über verschiedene Konten und Kryptodienste von den Tätern abgezogen.

Der Fall ist kein Einzelfall. In der Betroffenengruppe 'Die Stimme der Geschädigten' haben sich circa 150 Opfer zusammengeschlossen, deren Gesamtschaden bereits etwa zehn Millionen Euro beträgt. Die Gruppe fordert strengere Kontrollen für Plattformen, Banken und Kryptodienste sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Online-Anlagebetrug. Immer mehr Menschen werden Opfer von Online-Anlagebetrug. Die Täter arbeiten professionell, international vernetzt und nutzen gezielt große Plattformen wie Facebook, Instagram oder WhatsApp, um ihre Opfer zu erreichen.

Genau hier setzt die Petition an. Betrügerische Werbeanzeigen und falsche Investmentangebote verbreiten sich auf sozialen Netzwerken in großer Zahl. Nutzer werden über Anzeigen in scheinbar seriöse Trading-Gruppen oder Chatverläufe gelockt und dort gezielt manipuliert. Am Ende verlieren viele Menschen ihr gesamtes Erspartes. Die Schäden gehen inzwischen in Milliardenhöhe. Besonders problematisch ist, dass diese Inhalte trotz Meldungen häufig weiter online bleiben. Plattformbetreiber verdienen an den geschalteten Anzeigen, während der Schutz der Nutzer offensichtlich nicht ausreichend funktioniert. Dabei verpflichtet der Digital Services Act der EU große Plattformen ausdrücklich dazu, gegen betrügerische Inhalte vorzugehen.

Die Petition fordert deshalb klare Maßnahmen: Plattformen müssen betrügerische Anzeigen konsequent entfernen, Finanzströme besser kontrolliert werden und Betroffene müssen eine realistische Möglichkeit bekommen, Schadenersatz einzufordern. Online-Betrug ist kein Randproblem mehr, sondern organisierte digitale Kriminalität. Politik, Plattformen und Finanzdienstleister müssen endlich Verantwortung übernehmen.

Wir versuchen eine Muster Feststellungsklage über die Verbraucherschutzzentrale zu erreichen und haben dort auch schon Unterlagen eingereicht zur Prüfung ob das möglich ist. Wer diese Forderung unterstützt, kann die Petition auf openPetition unverbindlich unterschreiben: www.openpetition.eu/petition/online/massnahmen-zum-schutz-von-buergern-vor-gewerbsmaessigem-bandenmaessigem-online-anlage-betrug."

Helmut Rudloff
Biebergemünd

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Kommentare

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Dr. Gerhard Stehlik
1 monat vor
Leider ist nicht nur das 'dark net' dunkel und kriminell, sondern auch das normale Netz.

Ich persönlich fordere schon ewig, also schon in meiner FDP-Zeit, es sollte ein ganz streng kontrolliertes, "sauberes" Netz ohne jede Anonymität geben für Menschen, die guten Willen sind.

Dafür sollte es auch eine Petition geben. Ich habe zur Zeit andere Sorgen, daher komme ich leider nicht mehr dazu.
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Pietje
1 monat vor
Alles soll staatlich geprüft und kontrolliert werden. Warum? Kann man nicht auch mal selbst zuerst nachdenken, recherchieren oder sich im Freundes- und Bekanntenkreis helfen bzw. beraten lassen?

Irgendwer hat mal den Satz "Gier frisst Hirn" ausgesprochen...oft, bei solchen Berichten, fällt er mir ein.
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Proximo
1 monat vor
Wie nennt man Menschen, die aufgrund einer Mitgliedschaft in einer dubiosen WhatsApp-Gruppe ihr sauer verdientes Geld investieren? Naiv?
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Pietje
1 monat vor
Sorry, es hat nichts mit "Salz in die Wunden streuen" zu tun, sondern mit Realität.

Ich verstehe einfach nicht, wie man Geldanlagen über "Facebook" und/oder "WhatsApp" tätigen kann und auch generell über nicht wirklich überprüfbare sonstige Online-Plattformen. Alle schreien nach Datenschutz, lassen ihr Haus bei Google Earth verpixeln, aber dann wird mal eben Geld "irgendwohin" geschickt. Angesichts scheinbar toller Rendite-Versprechungen bleibt plötzlich jede Sorgfalt auf der Strecke.
Ja, es ist kriminelles Handeln und das muss verhindert bzw. bestraft werden, aber wieso weiterhin geglaubt wird, dass man eine sprudelnde Geldquelle entdeckt hat, wenn einem plötzlich völlig unrealistische Einnahmen suggeriert werden, kann ich nicht verstehen. Da ist "naiv", so leid es mir für jeden Betroffenen auch tut, noch sehr charmant formuliert.
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Hätteesgernschönhier
1 monat vor
Jaja, und Ihnen könnte sowas natürlich nie widerfahren. Sie checken ja alles.

Ich finde es gut, dass sich das Opfer hier öffentlich zu Wort meldet und sich nicht dafür schämen muss, dass andere ihn kriminell angegangen sind. Die Scham muss bei den Tätern bleiben. Also keine spöttischen Bemerkungen über Opfer von Kriminalität.
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Student aus Uppsala
1 monat vor
Bitte nicht noch Salz in die Wunde, die Betrüger werden heutzutage immer raffinierter. Keiner von uns ist dagegen gefeit. Ich vermisse ein konsequentes Vorgehen des Gesetzgebers dagegen.
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