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Keiler Bier

Zeitenwende: Vielfalt statt Würde, Müll statt Flamme

Zeitenwende: Vielfalt statt Würde, Müll statt Flamme

VORSPRUNG-Leser Dr. Gerhard Stehlik wendet sich mit diesem Leserbrief an die Öffentlichkeit.

Taste of Whisky

"Der rote Werbebanner 'Soziale Politik für Dich' der SPD schreibt das Motto ganz groß: 'RESPEKT FÜR DEINE VIELFALT'. Dieses Motto kann so ausgelegt werden, als stünde die SPD nicht mehr vollumfänglich auf dem Fundament unseres Grundgesetzes. Dessen erster und wichtigster Artikel ist nicht der individuellen Vielfalt gewidmet, sondern allein der persönlichen Würde.

Die individuelle Vielfalt aller Lebewesen wird nicht nur durch die molekulare Genetik determiniert, sondern zum Beispiel bei Pflanzen auch durch ihren individuellen Standort sowie bei Tieren und Menschen durch ihren individuellen, frei beweglichen Lebensweg. Bei der heute üblichen Vielfalt bei der Verwendung des Begriffes Nazi wäre die SPD als klassische 'Arbeiterpartei', allein wegen des Wortes 'Arbeiter' und dem parteiüblichen 'Top Down'-Verhalten, mit der 'Arbeiterpartei' von 1920 bis 1945 in Verbindung zu bringen.

Wenn Verfassungs-Diktator Putin die ganze Ukraine erobern will, um dort die NAZIs zu vertreiben, hat das viel Ähnlichkeit mit dem parteipolitischen Kampf gegen die neuen NAZIs in Deutschland und Westeuropa. Die Vielfalt der Meinungen über den Begriff NAZI ist beachtlich und erinnert an den sibyllinischen Spruch von Albert Einstein: 'Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.' In diese Nähe gehört auch der Umgang mit Literatur eines prominenten Nachbarn, der die neuen Nazis per Leserbrief bekämpft. Er hat mich per Mail gefragt, ob ich AfD-Mitglied sei. Weil ich ihm nicht auskunftspflichtig bin, habe ich ihm nicht geantwortet und legte ihm stattdessen zehn Restposten wissenschaftlicher Sonderdrucke in seinen Briefkasten. Darauf antwortete er, er habe sie einfach als Papiermüll entsorgt.

Die 'einzigartigen Nazis von einst' entsorgten bekanntlich Druckwerke, die ihnen nicht gefallen haben, indem sie diese öffentlich verbrannten statt Papiermüll daraus zu machen. Die Sonderdrucke habe ich 2013 in drei Sprachen drucken lassen und bei der Weltklimakonferenz in Warschau und in Polen verteilt sowie 2016 an die Wahlkampf-Truppe von Donald Trump. Geschrieben wurden sie von vier naturwissenschaftlich-technischen Autoren, einer davon bin ich. Sie kursieren heute in den bedeutendsten Weltsprachen im Internet und haben mit einem gewissen Teil-Erfolg zur aktuellen Zeitenwende beigetragen, was vor allem die Bewertung der intrinsischen Physik des CO2-Moleküls betrifft."

Dr. Gerhard Stehlik
Hanau

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Kommentare

5
Dr. Gerhard Stehlik
7 monate vor
Bitte keine falschen Unterstellungen!

Ich bekämpfe keine Vielfalt und auch sonst eigentlich nichts und niemand, weil auch Dummheit und Bosheit nicht durch Kampf, sondern nur durch aufklärende Zuwendung behandelt werden können.

Vielfalt ist nicht bekämpfbar. Sie ist für die Einen von Gott gegen und für mich z.B. genetisch determiniert.

Was für die Vielfalt gilt, gilt auch für die Physik, z.B. des CO2-Moleküls.

Jeder, der den Inhalt des Sonderdruck kritisch analysieren will, findet ihn, wenn er danach sucht.

Obwohl er seit vielen Jahren öffentlich bekannt ist, ist eine physikalisch-chemisch fundierte Kritik nicht bei mir angekommen.
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18
Max
8 monate vor
Die Behauptung, der Slogan „Respekt für deine Vielfalt“ widerspreche dem Grundgesetz, entzieht sich jeder Grundlage. Artikel 1 schützt die Würde jedes Menschen, und Artikel 2 garantiert ausdrücklich „die freie Entfaltung der Persönlichkeit“. Vielfalt zu respektieren bedeutet deshalb nichts anderes, als diese verfassungsrechtlich geschützte Freiheit ernst zu nehmen. Wer das als problematisch darstellt, hat eher ein Problem mit der Verfassung als mit der SPD.

Die folgenden Vergleiche im Leserbrief sind nicht nur sachlich falsch, sondern geschichtsvergessen: Die SPD in die Nähe der NSDAP zu rücken, verharmlost den Nationalsozialismus. Demokratie in Deutschland mit Putins Angriffskrieg gleichzusetzen, verharmlost staatliche Gewalt. Und Kritik an der AfD als Parallele zu NS-Bücherverbrennungen zu inszenieren, verzerrt jede historische Realität. Solche Vergleiche ersetzen Argumente durch Stimmungsmache.

Wenn darüber hinaus von „wissenschaftlichen Sonderdrucken“ die Rede ist, stellt sich eine einfache Frage: Wo sind die Belege? Welche Fachzeitschriften, welche Gutachten, welche Daten? Wissenschaftliche Relevanz entsteht nicht durch das Verteilen von Papier – und schon gar nicht durch die bloße Erwähnung von Trump oder Konferenzen –, sondern durch anerkannte, überprüfbare Forschung. Solange Inhalt, Quellen und Autorenschaft nicht transparent offengelegt werden, bleibt der wissenschaftliche Anspruch eine Behauptung ohne Substanz.

Ich halte mich an die Grundlagen unseres demokratischen Miteinanders: Würde, Respekt, freie Entfaltung, Pluralismus. Vielfalt ist kein Angriff auf diese Werte – sie ist ihre Ausprägung. Wer sie bekämpft, wendet sich nicht gegen einen Slogan, sondern gegen das Fundament unserer offenen Gesellschaft.
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