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Zukunft der FDP: Ausgang offen

Zukunft der FDP: Ausgang offen

Zum Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag äußert sich VORSPRUNG-Leser Prof. Dr. Ralf-Rainer Piesold, ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter der FDP im Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises und ehemaliger Hanauer Stadtrat, in seinem Leserbrief.

Höfler Fenster

"Das Ende der Liberalen? Nein – wahrscheinlich nicht, obwohl die Situation 2025 schwieriger ist als 2013. Damals wie heute scheiterte die FDP an der 5-Prozent-Marke und musste aus dem Bundestag ausscheiden. Während die FDP von 2013 bis 2017 die 'Schattenjahre' mit Christian Lindner nutzte, um die Partei neu zu formieren, ist der Ausgang heute offen. Die Mitglieder der Freien Demokratischen Partei. haben sich immer selbst als die Wächter des organisierten Liberalismus verstanden und mit dieser Position auch die Bundesrepublik stark geprägt. Bis zum Anfang der Merkel-Kanzlerschaft setzten sich sogar selbst die meisten Liberalen auf kommunaler Ebene für weniger Staat und mehr Eigenverantwortung ein.

Das galt exemplarisch auch für das erste erfolgreiche Kleeblatt-Bündnis in Hanau, bei der die FDP eine prägende Rolle eingenommen hatte. Mit dem Abdriften der Merkel CDU nach links fand auch eine Veränderung innerhalb der Gesellschaft statt. Mit keynesianischen Maßnahmen wie staatliche Investitionen, Neuverschuldungen, Schattenhaushalten und hohen Steuersätzen wurden und werden Strukturprobleme kaschiert. Dies hat die FDP mehr oder weniger mitgetragen beziehungsweise ermöglicht. Auf kommunaler Ebene, wie beispielsweise in Hanau, begrüßen die Liberalen sogar eine staatsintervenierte Politik und tragen ein kommunales Kaufhaus mit. Es dürfte nicht verwundern, dass nach drei Jahren Rezession in Deutschland nur noch wenige der FDP in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen eine Kompetenz zugestehen. In den Umfragewerten liegt sie sogar in diesem Punkt – wie auch in der Außenpolitik - hinter den Grünen und der AfD und natürlich auch hinter der CDU, obwohl diese auch eher auf staatliche Lösungen setzt.

In den nächsten Jahren werden die heutigen Strukturprobleme durch eine Lockerung der Schuldenbremse weiter kaschiert. Eine Änderung wird es in Deutschland genauso wenig geben wie im Main-Kinzig-Kreis oder in Hanau. Deshalb könnte eine FDP, die sich auf allen Ebenen auf ihre fundamentalen ökonomischen Grundsätze wieder besinnt, eine wichtige Funktion einnehmen. Dagegen dürfte eine linksorientierte FDP, also eine weitere grüne Partei oder gar 'Blockpartei' – kaum in der Wählergunst steigen und so allmählich verschwinden. Deshalb sollten sich die Liberalen von staatsorientierten Parteien genauso abgrenzen wie gegenüber einer national-konservativen AfD, die ihr Heil im Rechtspopulismus und im Merkantilismus sucht. Ich persönlich gehe noch nicht vom Ende der Liberalen aus und hoffe auf eine Wende innerhalb meiner Partei hin zu einer marktwirtschaftlich orientierten Partei, die der Bevölkerung auf allen Ebenen mehr Freiheitsräume ermöglicht."

Prof. Dr. Ralf-Rainer Piesold
Hanau

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Kommentare

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Ruffty
1 jahr vor
Der Lindner kommt spätestens in ein paar Jahren wieder und wenn er dafür wie Frau Wagenknecht eine eigene Partei gründen muß. Denkt an meine Worte.
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Dr. Gerhard Stehlik
1 jahr vor
Lieber Ralf-Rainer,
die von dir und von vielen erkannten "heutigen
Strukturprobleme" haben - zum Trost für dich und die FDP - kaum etwas mit falsch verstandenen Liberalismus zu tun oder mit anderweitig falsch verstandenen ideologischen "Ismen", sondern vor allem mit dem katastrophalen Absturz des Verstehens der Wirklichkeit mit den Irrlehren der CO2-Erwärmung, Tierschutz etc. vor Menschen-Schutz, Öko- und Bio-Marketing, Gender-Profit-Medizin und so weiter bis hin zu den unsäglichen "Big Brothers" - IPCC, WHO, WEF, UN, EU... und dann auch noch Putin und die Hamas!
Ja, es braucht eine Zeitenwende hin zu der Lebensnotwendigkeit, wieder "lieb miteinander zu reden" (Zitat,
Jean-Claude Juncker mit Donald Trump, ca. 2018) , statt immer nur gegeneinander wegen jedem blöden Partei-Scheiß, den die Medien von oben nach unten multiplizieren.
Beste Grüße!
Gerhard.
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ein Gelnhäuser
1 jahr vor
Also wenn die FDP nur die Wahl zwischen Kubicky und der Dame hat deren Namen nicht ausgesprochen werden darf ist die Partei erledigt.

In der Vergangenheit zuviel gelogen und rein um des Machtwillens alles mitgetragen was uns geschadet hat.

Eine derartige Partei braucht niemand mehr.
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Wahlergebnis
1 jahr vor
Die Bundespartei 896FDP ist tot. Regional können einige Verbände überleben. In der Bundespolitik fehlt das Personal. Das Schwadronieren über Liberalismus zieht nicht mehr. Westerwelle, Niebel, Rösler hatten die FDP an den Abgrund geführt. Vier Jahre Regierungsbeteiligung waren kaum zu ertragen. Lindner hat die FDP gegen alle Erwartungen wiederbelebt. Zum Schluß war der Wunsch nach einem Ministerposten übermächtig. Strack-Zimmermann hat sich rechtzeitig ins Europaparlament abgesetzt. Kubicki glänzt nur bei Talkshows. Ein Bundesvorstand mit dem Charisma der Kompetenz ist nicht in Sicht. Die Bundespartei FDP ist tot.
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Prof. ad. Wilfried W
1 jahr vor
Dazu in aller Kürze 2 Punkte:

> The Father of Liberalism postulierte in seinem 1689 veröffentlichen
Werk "Two Treatises of Government" Freiheit, Leben und Eigentum
als unveräußerliche Rechte eines jeden Bürgers.

> Gemäß der "Psychologie der Massen, Gustave Le Bon (1895!)"
sowie den Regeln des Neuro-Marketing sollte sich in der FDP
die Erkenntnis durchsetzen, wie man Wähler gewinnt und was
die FDP seit vielen Jahren als "wetterwendige Partei" so alles
falsch gemacht hat.
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