Die beiden Schülerinnen durften sich während der gut zweistündigen Führung mit Mitmach-Anteil als Ehepaar verkleiden, während andere Weizenkörner zu Mehl mahlen, Stoffe, Zelte, Arbeitsweisen und Wohnen der damaligen Zeit (naja… fast…) berühren und kennenlernen durften. Dies fand im Untergeschoss des eindrucksvollen Bibelmuseums statt.
Zuerst galt es, das Erdgeschoss im „Neuen Testament“ zu erkunden: in einem Boot aus der Zeit 1000 Jahre nach Christi Geburt sitzend lauschten wir den Geschichten unseres Führers Herr Litzenberger, tauchten ein in manche der Geschichten, „schrien“ den Sturm um Jesus und zwei seiner Jünger „an“, er möge endlich enden, sahen uns ein bisschen die Welt um Jesus in Nazareth und Jerusalem an. Dass Jesus damals nicht als Gottes Sohn berühmt und berüchtigt war, wollte manchen von uns gar nicht einleuchten! Und dass Kreuzigungen an der Tagesordnung waren und nicht nur Jesus als Gottessohn mit seinen zwei Mit-Gekreuzigten traf, war auch für manche eine „Neuigkeit“! Es galt mit vielen unserer heutigen Erkenntnisse und unserem vermeintlichen „Wissen“ gehörig aufzuräumen…
Wir lernten den Tempelberg, den Aufstand Jesu‘ im Tempel, von der die Bibel berichtet, als Jesus die Marktsituation gehörig durcheinander gewirbelt haben muss wie auch die sehr ausgewählte und nicht immer den Tatsachen entsprechende Geschichtsschreibung der damaligen Zeit kennen. Wir besahen neueste Funde wie die Schriftrollen aus Qumran, erlernten teils aramäische und hebräische Schriftzeichen, gingen selbst auf kleine „Entdeckungsreise“ im Stockwerk und waren uns am Ende des Ausflugs einig: Es war hoch informativ, lehrreich und überhaupt nicht langweilig- ganz im Gegenteil! „Wir müssen dringend mit mehr Zeit im Gepäck und ohne gebuchte Führung noch einmal wiederkehren, um uns mit mehr Zeit den Ausstellungsstücken, Informationstafeln und Gegebenheiten zu widmen!“, meinte ein Großteil der Kinder. Na- wenn das kein gutes Zeichen ist! Zum Abschluss des Tages ging es gemeinsam zu einem weiteren fast-besinnlichen-christlichen Ort: dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt.
Da hatten die Siebtklässler es etwas „besser“ als die beiden Relikurse der Jahrgangsstufen 7 und 10, die Frau N.Baron im Sommer 2024 mit einem ähnlichen Programm nach Frankfurt gelotst hatte. Damals waren dem Besuch des Bibelmuseums noch eine Miniführung durch die neu wiederaufgebaute Altstadt Frankfurts am Römerberg gefolgt wie eine einstündige Führung im Dom. Am Morgen waren die Gruppen jeweils mit dem Dompfarrer Dr. Johannes zu Eltz zum gut einstündigen Gespräch verabredet. Darin erzählte dieser von seinem Werdegang vom Juristen zum Theologen, zum kritischen und gottesfürchtigen Mann, der seiner Berufung gefolgt war und dies nie bereut hatte- auch wenn er im Alter nun manchmal das Alleinsein spüre und seine Großfamilie aus Kindertagen vermisse. Er beeindruckte die jungen Leute mit seiner Zugewandtheit, Klarheit der Sprache, Ehrlichkeit im Auftreten und immensem Menschenbezug wie auch der Liebe zu Gott.






