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Erich Kästner-Schule: 1. Platz beim hr-Filmwettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“

Erich Kästner-Schule: 1. Platz beim hr-Filmwettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“

Großer Erfolg für die Erich Kästner-Schule Maintal: Der Wahlpflichtkurs „Medienprojekte“ des Jahrgangs 8 wurde beim renommierten hr-Filmwettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ mit dem 1. Platz in der Kategorie „Bester Newcomer“ ausgezeichnet.

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Mit ihrem dokumentarischen Kurzfilm „Pflege mit Herz – Realität der Ausbildung“ überzeugten die Schülerinnen und Schüler die Jury und setzten sich gegen zahlreiche Projektgruppen aus ganz Hessen durch.

Zum 18. Mal hatte der Hessische Rundfunk Schülerinnen und Schüler aller allgemeinbildenden und beruflichen Schulen ab der 8. Jahrgangsstufe eingeladen, ihre Sicht auf das Thema Ausbildung filmisch umzusetzen. Mehr als 40 Projektgruppen reichten Beiträge ein, 17 Filme wurden nominiert. Der Wahlpflichtkurs „Medienprojekte“ der Erich Kästner-Schule sicherte sich schließlich den Sieg in der Kategorie „Bester Newcomer“.

Das Filmprojekt wurde von den Lehrerinnen Katrin Schumann und Meryem Yesilova geleitet. Pädagogisch begleitet wurde die Projektgruppe von Florian Biegel, UBUS-Kraft der Erich Kästner-Schule.

Authentische Einblicke statt Vorurteile

Im Mittelpunkt des rund 6:50 Minuten langen Films steht die Auseinandersetzung mit gängigen Vorurteilen über den Pflegeberuf. Aussagen wie „Pflege ist nur Waschen“ oder „Pflege ist ein Frauenberuf“ bilden den Ausgangspunkt einer dokumentarischen Reise, auf der die Jugendlichen ihre eigenen Vorstellungen hinterfragen und neue Perspektiven gewinnen.

Statt belehrender Erklärungen setzt der Film auf authentische Begegnungen, ehrliche Schülerfragen und reale Einblicke in den Berufsalltag. So wird deutlich, wie vielseitig, verantwortungsvoll und anspruchsvoll die generalistische Pflegeausbildung tatsächlich ist. Der journalistisch-dokumentarische Ansatz macht den Perspektivwechsel der Schülerinnen und Schüler unmittelbar erlebbar und zeigt Pflege als Beruf, der Fachwissen, Menschlichkeit, Teamarbeit und hohe soziale Verantwortung vereint.

Dreharbeiten im Altenheim Kleeblatt

Für die Dreharbeiten besuchte der Kurs das Altenheim Kleeblatt in Maintal. Begrüßt wurden die Jugendlichen von Christiane Schmidt aus dem Sozialdienst, die das Haus und dessen Konzept vorstellte. Mit 46 vollstationären Pflegeplätzen und acht Kurzzeitpflegeplätzen setzt das Altenheim bewusst auf eine familiäre Atmosphäre und kurze Wege. Die überschaubare Größe fördert den engen Kontakt zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden.

Pflegefachkraft Samira Hamdi schilderte ihren Berufsalltag offen und machte deutlich, dass Pflege weit mehr bedeutet als körperliche Versorgung: „Wir sind auch Zuhörer, Freunde oder manchmal wie Familie. Man hilft in jeder Lebenslage – und spürt viel Dankbarkeit.“

Auch eine Betreuungskraft stellte ihre Arbeit vor und zeigte, wie Bewegungsangebote, Gesprächsrunden und individuelle Besuche den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner bereichern. Während eines Rundgangs durch die Wohnbereiche erhielten die Jugendlichen Einblicke in die individuell gestalteten Bewohnerzimmer und das Leben im Seniorenheim. Beim Frühstück auf einem Wohnbereich konnten sie zudem den morgendlichen Ablauf und das Miteinander im Haus authentisch erleben.

Anschließend informierte Pflegedienstleiterin Sarah Fritsch, die seit 16 Jahren im Haus tätig ist, über ihren beruflichen Werdegang und die heutige generalistische Pflegeausbildung. Neben fundiertem Fachwissen seien vor allem Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und ein respektvoller Umgang mit Menschen unverzichtbar.

Ein Film, der den Blick verändert

In einer abschließenden Gesprächsrunde berichteten die Schülerinnen und Schüler, dass sie mit ihrem Film herausfinden wollten, wie der Pflegeberuf wirklich aussieht und wie Menschen in einem Seniorenheim leben. Viele wollten bewusst mit Vorurteilen aufräumen und den Beruf aus einer neuen Perspektive kennenlernen.

Genau dieser authentische Perspektivwechsel überzeugte schließlich auch die Jury des hr. Der Film zeigt Pflege nicht als Klischee, sondern als anspruchsvollen Beruf mit hoher gesellschaftlicher Relevanz – erzählt aus der Sicht junger Menschen, die ihre eigenen Vorstellungen hinterfragen und weiterentwickeln.

Für die Erich Kästner-Schule ist die Auszeichnung weit mehr als ein Wettbewerbserfolg. Das Projekt verbindet Berufsorientierung, Medienbildung und soziales Lernen auf beispielhafte Weise und zeigt, wie Schülerinnen und Schüler durch eigenes Erleben zu einem differenzierten Blick auf gesellschaftlich wichtige Berufe gelangen. Der erste Platz in der Kategorie „Bester Newcomer“ würdigt damit nicht nur die filmische Leistung des Wahlpflichtkurses „Medienprojekte“, sondern auch dessen engagierte und reflektierte Auseinandersetzung mit einem Berufsfeld, das für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.

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