Circa 50 Teilnehmer machten sich auf den Weg, um in der Gemarkung rund um Hergersfeld Spuren einer längst verschwundenen Siedlung und Zeugnisse aus dem frühen Mittelalter zu entdecken.
Ähnlich wie bei früheren Exkursionen des Vereins führte die Wanderung zu historischen Orten im Wald, an denen noch heute Relikte des ehemaligen Dorfes zu erkennen sind – etwa Geländestrukturen, alte Wegeführungen oder Hinweise auf frühere Befestigungen und Siedlungsplätze. Solche Spuren geben Einblicke in eine Zeit, in der Hergersfeld bereits urkundlich erwähnt wurde und das Leben der Menschen stark von politischen Auseinandersetzungen, territorialen Interessen und den Gegebenheiten der Landschaft geprägt war. Bereits 886 wird Hergersfeld in einer Urkunde als angrenzende Gemeinde des Klosters Salmünster erwähnt. Bis um 1400 war der Ort bewohnt. Der Haupterwerb und die Hauptaufgabe der Bewohner der (laut Schätzungen) rund 5 Höfe des Ortes bestand neben der Instandhaltung der wichtigen Handels-und Transportwege der Region (sowie der nahen Furt über die Kinzig) in der Bereitstellung von Vorspanndiensten für die durchreisenden Wagen. Aufgrund der Steigung der zu dieser Zeit genutzten Transportwege, welche von der Furt an der Kinzig über Hergersfeld u.A. bis Bad Orb führten, war diese zusätzliche Zugkraft dringend notwendig. Dazu kamen noch die Erträge der Viehhaltung, sowie der die Höfe umgebenen Gärten, welche zur Ernährung der Familien beitrugen. Noch heute sind Spuren des ehemaligen Dorfes im Wald sichtbar. Im sogenannten Buschhofsgelände, in etwa 240 Meter Höhe, befindet sich in einem Buchenwald ein weitgehend gerade verlaufender Weg, der am östlichen Ende durch einen alten, rechteckigen Sandsteinquader begrenzt wird. Dieser ragt etwa 80 Zentimeter aus dem Boden. Auf der dem Weg zugewandten westlichen Seite könnte sich eine Beschriftung gefunden haben.
Die fachkundige Führung übernahm Wolfgang Günther. Mit vielen Hintergrundinformationen, historischen Erläuterungen und anschaulichen Beispielen gelang es ihm, die Vergangenheit für die Teilnehmer lebendig werden zu lassen. Ein besonderer Dank gilt außerdem Horst Winkler. Er hat über viele Jahre hinweg die historischen Hintergründe erforscht und umfangreiches Material zusammengetragen, das die Grundlage für diese Exkursion bildete.
Am Ende der Wanderung waren sich die Teilnehmer einig: Die Tour bot nicht nur Bewegung in der Natur, sondern auch eine spannende Reise in die regionale Geschichte.



