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Campingplatz Bärensee: Pächter dürfen wieder hoffen

Campingplatz Bärensee: Pächter dürfen wieder hoffen

Am 19. Juli fand die letzte Bruchköbeler Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause statt. Parallel dazu demonstrierten mehrere Hundert Camper vom Bärensee friedlich auf dem Stadtplatz, weil ein Tagesordnungspunkt der Sitzung auch den Campingplatz betraf. Sie verlangen, dass weiterhin die Nachfolgepachtregelung gelten soll und fürchten um ihre Parzellen. Einstimmig hat das Parlament den Beschluss der Betriebskommission, die Nachfolgepachtregelung auszusetzen, bestätigt.

Was ist die sogenannte Nachfolgepachtregelung?
Das ist ein Passus, der sich in den Pachtverträgen zwischen Campern und den Wirtschaftlichen Betrieben der Stadt Bruchköbel als Betreiber findet. Diese Regelung besagt, dass eine Übergabe an einen Nachfolgepächter nur mit Zustimmung der Verpächterin erfolgen kann. In diesem Falle ist eine Sondervereinbarung mit der Verpächterin erforderlich.

Was steht in dem Schreiben, dass alle Camper Anfang Juli von der Stadt erhalten haben?
In dem Schreiben, dass Ende Juni versendet worden ist, wird die Nachfolgepachtregelung ausgesetzt (wir berichteten). Das heißt, Pächter, die ihre Aufbauten an einen Nachfolgepächter verkaufen möchten, können dies bis auf weiteres nicht tun.

Warum hat die Stadt dieses Schreiben versendet?
In den vergangenen Wochen ist die hohe Anzahl an Verkäufen von Pachtparzellen aufgefallen. Vor dem Hintergrund hat die Betriebskommission als Aufsichtsorgan der Betriebsleitung der Wirtschaftlichen Betriebe darum die Aussetzung der Nachfolgepachtregelung beschlossen, auch um mögliche Käufer zu schützen.

Wieso müssen mögliche Käufer geschützt werden?
Weil sich der Campingplatz derzeit in einer Phase der Neuorientierung befindet. Neben den bereits geplanten Maßnahmen einer Wakeboard-Anlage könnten weitere Veränderungen anstehen. Die zuständigen politischen Gremien müssen über die weitere Ausgestaltung des Gesamtgeländes beraten und befinden. Hierzu wurde zunächst ein Verkehrswertgutachten über den Campingplatz Bärensee erstellt, um den Status quo zu erfassen. Nun beraten Politik und Verwaltung über die Ergebnisse dieses Gutachtens. Nach der Sommerpause werden mögliche Handlungsmöglichkeiten in den politischen Gremien diskutiert werden. Klar ist aber schon jetzt, dass ein Weiterbetrieb mit den aktuellen Gegebenheiten am Bärensee keine dauerhafte Lösung ist. Der Campingbeirat wurde und wird immer über die fortlaufenden Entwicklungen informiert.

Wie funktioniert ein Pachtvertrag auf dem Campingplatz Bärensee?
Der Campingplatz am Bärensee, der von der Stadt Bruchköbel betrieben wird, bietet Platz für circa 1.000 Pachtparzellen. Grundsätzlich besteht laut den einjährigen Pachtverträgen, die Regelung, dass zum Ende der Pachtzeit die Parzellen vollständig geräumt an die Stadt als Verpächterin zu übergeben sind. Hiervon konnte in den vergangenen Jahren in jeweiliger Einzelfallentscheidung abgewichen und einem Verkauf und der Übernahme der Gestaltungen durch einen Nachfolgepächter zugelassen werden. Das ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung, auf die kein Anrecht besteht.

Wieso wurde in den vergangenen Jahrzehnten von Seiten der Stadt zugelassen, dass so viele Camper mit großem finanziellem Einsatz teilweise feste Häuser auf ihren Parzellen erbaut haben?
Die jetzigen Verantwortlichen in der Betriebsleitung und Stadtverwaltung sind erst seit drei Jahren im Amt. Seit Beginn der Amtszeit von Bürgermeisterin Braun in 2020 waren Veränderungen am Bärensee ein Thema – ausgelöst gerade durch viele Camper, die sich an sie gewendet haben und hofften, dass in ihrer Amtszeit nun endlich etwas passiert am See und die Missstände und der Investitionsstau beseitigt werden.

Was bedeutet die Entscheidung der Stadtverordneten vom 19. Juli, den Beschluss der Betriebskommission zur Nachfolgepachtregelung zu bestätigen?
Dieser Beschluss stellt lediglich eine Veränderungssperre dar. Nun haben Politik und Gremien die Zeit, mit den Informationen aus dem Experten-Gutachten zum Campingplatz, die daraus möglichen Handlungsalternativen zu erarbeiten. Dank dieser Unterstützung des Beschlusses der Betriebskommission kann die Arbeit zur Zukunft des Bärensees beginnen.

Was bedeutet das konkret für die Camper?
Alle Dauercamper, die auf dem Platz bleiben wollen, können dies tun. Nur für diejenigen, die aktuell ihre Aufbauten an einen Nachfolgepächter verkaufen wollen, ändert sich etwas. Eine Angst vor Repressalien ist jedoch völlig unbegründet.

Wie geht es nun weiter am Bärensee?
Die Stadtverwaltung hat viele Gespräche geführt und alles systematisch von Fachleuten bewerten lassen und nun deuten sich nach dem Experten-Gutachten Wege an, wie die Zukunft des Campingplatzes gesichert werden könnte. Denn darum geht es. Einerseits kann der Ist-Zustand nicht so belassen werden, andererseits geht aber auch nicht vordringlich darum, maximalen Gewinn zu erzielen. Die Stadt ist sich ihrer Verantwortung für die Pächter bewusst und sucht nach verträglichen Lösungen auch gemeinsam mit den Pächtern und dem Campingbeirat. Und deswegen ist es weiterhin wichtig über mögliche Wege, in welche Richtung der Campingplatz Bärensee gehen wird, im Gespräch zu bleiben. In den Fraktionen, in der Verwaltung, mit den Vertretern der Camper. Der Beschluss des Parlaments hat dafür die Grundlage gelegt.

campingplatzbaerensee az

Quelle: Stadt Bruchköbel

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Kommentare

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Herrmann
2 jahre vor
Am Ende ist ein Campingplatz ein Wirtschaftsbetrieb. Wenn ich die Plätze der Dauercamper an die Urlaubscamper abgeben kann, verdiene ich deutlich mehr. Als Wohnmobilcamper erlebe ich das in ganz Deutschland so. Wo vor 5 Jahren noch Dauercamper waren, sind nun frei verfügbare Plätze.

Im Fall Bärensee führt das aktuelle Verhalten noch dazu, dass keine Kosten für die Entsorgung der Altbestände entstehen. Frech aber vermutlich legal.

Traurig aber offensichtlich ein bundesweit normales Vorgehen.
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Dirk
2 jahre vor
Zu Lasten der Steuerzahler von Bruchköbel ? Einen größeren Schwachsinn habe ich noch nie gehört. Erstmal informieren statt dummes Zeug zu posten. Selbst in der Presse hat die Stadt zugegeben, dass der Platz Gewinne abwirft, ganz im Gegensatz zu dem maroden Schwimmbad. Nur wird der Überschuss seit Jahrzehnten KOMPLETT abgeschöpft und zweckentfremdet. Genau das hat den Bruchköbler Steuerzahler seit Jahrzehnten ENTLASTET. Jetzt, wo es um RE-Investition geht, ist plötzlich der brav zahlende Pächter der Böse? Wie wär´s denn mal mit doppeltem Eintritt zahlen, um das Schwimmbad zu retten ? Ach ja , dann geht´s ja ans eigene Geld. Außerdem haben fast alle einen festen Wohnsitz und bezahlen ihre Abgaben, auch wenn es sicher Ausnahmen gibt.
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Weight Lifter
2 jahre vor
Was aus dem "Campingplatz" Bärensee geworden ist.....
Ein rechtsfreier Raum in dem ein "Pächter" tut was er will bis hin zur Errichtung eines kleinen Dorfes das nach eigenen Regeln lebt für kleines Geld unter Aufgabe eines 1sten Wohnsitzes!!!
Wo sind wir eigentlich?
Eine Stadt hat die Hohheit über diese Gebiete und entscheidet über Wohl und Weh sowie Umgang mit diesen Parzellen denn auch die Haftung liegt bei der Stadt, beim Bürger Bruchköbels!
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Gäbby
2 jahre vor
Sie haben sichtlich keinen Platz am Bärensee, sonst wüßten Sie, dass es nicht möglich ist am See einen 1.Wohnsitz zu haben. Allerdings hat der Campingplatz 365 Tage in Jahr auf und die Pächter zahlen auch für 365 Tage Pacht. Alle Bauten mit Baugenehmigungen wurden von der Stadt genehmigt und hier lag es bei der Stadt, die Bauten zu kontrollieren und abzunehmen.
Bei dem Weiterverkauf der Plätze und das waren keine Einzelfall- Entscheidungen, sondern Gang und gebe, hat die Stadt Bruchköbel immer schön,
mit horrenden Umschreibegebühren abkassiert.
Das heißt, sie haben sich über ihre eigenen Regeln hinweg gesetzt und das über Jahrzehnte!! Klar ist jetzt der Camper schuld. Warum pacht ich mir hier auch eine Parzelle? Nicht um ein bisschen Erholung zu haben, nein um dem Bruchköbler Steuerzahler auf der Tasche zu liegen.
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Edgar
2 jahre vor
Zitat: "Alle Bauten mit Baugenehmigungen wurden von der Stadt genehmigt und hier lag es bei der Stadt, die Bauten zu kontrollieren und abzunehmen." Bitte mal Nachdenken: Die Stadt Bruchköbel ist keine Bauaufsichtsbehörde. Die wirtschaftlicher Betriebe der Stadt Bruchköbel betreiben den Campingplatz. Sie können entsprechende Betriebsregeln aufstellen. Aber auch Baugenehmigenigungen? Als betroffener Pächter würde ich einen juristischen Beistand mit Kenntissen in Bau- und Verwaltungsrecht suchen, der alle "Genehmigungen" überprüft. Vor allen die Inhalte der urspüngliche Genehmigung der Bauaufsichtsbehörde für den gesamten Campingplatz und wie der Betreiber sie umgesetzt hat. Dies könnte auch, z.B. der Campingbeirat für alle übernehmen.
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Petra
2 jahre vor
zitiere Edgar:
Zitat: „ Bitte mal Nachdenken: Die Stadt Bruchköbel ist keine Bauaufsichtsbehörde. Die wirtschaftlicher Betriebe der Stadt Bruchköbel betreiben den Campingplatz. Sie können entsprechende Betriebsregeln aufstellen. Aber auch Baugenehmigenigungen?


Ich helfe Ihnen jetzt mal beim Nachdenken: Wir HABEN Baugenehmigen der Stadt Bruchköbel. Sogar mit dementsprechenden offiziellem Stempel. Ich glaube kaum, dass WIR den juristischen Beistand benötigen.
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Edgar
2 jahre vor
Durfte die Stadt Bruchköbel überhaupt Baugenehmigungen ausstellen? Der Campingplatz liegt in der Gemarkung der Stadt Hanau, die als Sonderstatusstadt einen eigenene Bauaufsicht unterhällt, die auch die Genehmigungen erteilen darf. In Buchköbel und anderen Gemeinden ist die Baufsicht des Main-Kinzig-Kreises zuständig.
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Petra
2 jahre vor
Nun, dies zu überprüfen ist nicht Sache der Pächter. Und wenn es so wäre, würde es sich um Betrug und Amtsanmaßung handeln.
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Edgar
2 jahre vor
Mein Bauchgefühl (ich könnte mich auch täuschen) sagt mir, das der jetzt schon aufgewirbelte Staub, sich zu ein Lawine entwickeln könnte, die alle Betroffenen mitreißt. Dazu gehören auch die Pächter. Wie z.B. am Edersee (siehe Link in meinem ersten Kommentar). Deshalb mein Hinweis auf den juristischen Beistand. Vielleicht gibt es unter den Pächtern einen Anwalt, der sich zunächst einen Überblick verschaffen kann.
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Edgar
2 jahre vor
An anderer Stelle werden auch langjährige Campingplätze mit Dauerpächtern überprüft. Die Ergebnisse sind für alle Betreiligten nicht so erfreulich. Mal sehen, wie das Experten-Gutachten ausgeht.

https://www.hna.de/lokales/frankenberg/alle-33-campingplaetze-sicherheitsmaengel-bauaufsicht-ueberprueft-91891847.html

https://www.hna.de/lokales/frankenberg/dauercamper-sind-besorgt-92274448.html
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Petra
2 jahre vor
Hier geht es aber um etwas ganz anderes. Die Pachtgelder wurden von der Stadt Bruchköbel jahrzehntelang zweckentfremdet und Rücklagen für den Campingplatz keine gebildet. Jetzt stehen horrende Summen für die Sanierung an und man kann - Zitat von Stadtverordneten der FDP und Die GRÜNEN - „…. den Bruchköbeler Bürgern diese Kosten nicht zumuten.“ Den Campern wurde allerdings zugemutet, über viele Jahre hinweg, das Schwimmbad für die Bruchköbeler Bürger zu erhalten.
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Weight Lifter
2 jahre vor
Wenn Sie nicht Bürger Bruchköbels sind, dann sind Sie ein Nutznießer einer Parzelle am Bärensee für kleines Geld der "oft" den 1sten Wohnsitz spart zu Lasten des Steuerzahlers in Brk.
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Petra
2 jahre vor
Ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht nur aus Bruchköbel komme, sondern dort auch meinen Wohnsitz habe.
Ihr Kommentar ist allerdings mit das dümmste, das ich je gelesen habe.
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Edgar
2 jahre vor
Campingplatz und Schwimmbad sind schon immer eine wirtschaftliche Einheit, also eine Firma. Da kann man nicht unbeding von einer Zweckentfremdung sprechen. Allerdings wurde der Campingplatz jahrzehntelang, von vielen Beteiligenten vernachlässigt. Die neue Betriebsleitung, die neue Stadführung und die neuen Stadtpolitiker versuchen jetzt den riesigen Mängelberg anzugehen. Die Pachtverträge sind nur ein Teil und der Anfang. Hoffentlich wird das Ergebnis des Gutachtens bald veröffentlich. Und auch das Ergebenis der Brandschutzüberprüfung, die lt. Hanauer Anzeiger bereits stattgefunden hat. Wenn allen Beteiligen alle Informationen vorliegen, können Ideen, von allen Betroffenen, zur Umsetzung gesammelt werden.
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Petra
2 jahre vor
Ich kann diese populistischen Parolen nicht mehr hören. Wieso wurde das defizitäre Schwimmbad nicht einfach geschlossen, wie in anderen Kommunen auch? Stattdessen wird der gut florierende Campingplatz billigend wirtschtlich zugrunde gerichtet.
Man sagt ja, dass neue Besen gut kehren. Aber nächstes Jahr stehen ja wieder Wahlen an. Vllt. hat es sich dann ja ausgekehrt.
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Edgar
2 jahre vor
Was ist an der Wiederherstellung von gesetzlichen und technischen Vorschriften populistischen? Dass hat auch mit Wahlen nichts zu tun. Alle Beteiligten müssen sich im wieder gesetzlichen Rahmen bewegen. Sonst könnte, im schlimmsten Fall, eine Schließung drohen übergeordnete Behörden drohen.

Die Erhaltung des Schwimmbades war der politische Wille von mehrheitliche gewählten Volksvertretern, im Interesse ihrer Wähler. Dies könnte sich natürlich bei der nächsten Wahl ändern. Oder auch nicht. So funktioniert die Demokratie in der wir leben.
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