Es sei unfassbar, dass alle Projektbeteiligten über ein halbes Jahr das Auftreten von Wochenstuben der Mopsfledermaus und damit wesentliche Fakten der avifaunistischen Untersuchungen verschwiegen hätten. "Durch eine in Europa einmalige Dehnung der geltenden Richtlinien unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatten sie gehofft, doch noch kurzfristig eine Genehmigung für Windkraftanlagen in Flörsbachtal erhalten zu können. Durch sofortige Rodungen hätte man dann vollendete Tatsachen schaffen können, bevor die Flörsbachtaler Bürgerinnen und Bürger überhaupt eine Chance gehabt hätten zu reagieren. Mit seiner Aussage in der Presse, dass an den Verzögerungen bei der Erstellung der Gutachten die Überlastung des Gutachterbüros schuld sei, hatte Bürgermeister Soer erst Mitte letzter Woche die Öffentlichkeit noch einmal in die Irre geführt. Erst als sich durch eine Mitteilung der lokalen Bürgerinitiative am darauf folgenden Tag herausstellte, dass die Mopsfledermaus die wahre Ursache ist, musste Bürgermeister Soer die Unwahrheit seiner Aussagen eingestehen und zurückrudern", schreibt die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung.
Und weiter: "Ist dies die von Landrat Pipa immer wieder gepriesene völlige Transparenz der Windkraftplanungen und das Mitnehmen der Bürger im Main-Kinzig Kreis? Wohl eher nicht! Es ist wohl eher das Ergebnis einer unseligen Allianz von Politik, Energieversorger Kreiswerke Main Kinzig, ebenfalls vertreten durch Landrat Pipa als Aufsichtsratsvorsitzendem und dem Windkraftprojektierer Juwi. Pikant dabei ist, dass gegen ein Vorstandsmitglied von Juwi im Juli 2013 von der Staatsanwaltschaft Erfurt Anklage wegen Korruption erhoben wurde.
Niemand kann sich eine Meinung über ein Projekt bilden, wenn wesentliche Fakten vertuscht werden. Die Bürgerinitiative „Windkraft im Spessart“ fordert deshalb eine sofortige und rückhaltlose Offenlegung aller Gutachten und Informationen über das Windkraftprojekt in Flörsbachtal und ein Verbot aller Rodungen in den Plangebieten, bis die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen Gelegenheit gehabt haben, die Unterlagen ausreichend zu prüfen und zu kommentieren. Es darf bei der Realisierung nicht einmal im Ansatz erkennbar werden, dass sich Lügen und Vertuschen lohnt, um im Main Kinzig Kreis Windkraftprojekte durchzudrücken.
Des Weiteren fordert die Bürgerinitiative Landrat Pipa auf, als Aufsichtsratsvorsitzendem der Kreiswerke Main-Kinzig und damit auch verantwortlich für das Tochterunternehmen Naturenergie Main-Kinzig, die Reißleine bei diesem Projekt zu ziehen. Es passt nicht zusammen, dass die Naturenergie Main Kinzig als „Ökostrom“ Erzeuger mit lokaler Verantwortung auftritt und dann anstelle eines „maximalen Konsens mit den Anwohnern“ bei lokalen Projekten eine Vertuschung von wesentlichen naturschutzrechtlichen Fakten mitträgt."



