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Fragen zum Windpark: "Gegenwind" mit Antworten von Gogel nicht zufrieden

Fragen zum Windpark: "Gegenwind" mit Antworten von Gogel nicht zufrieden

Der Verein Gegenwind Freigericht e.V. erachtet die Stellungnahmen der Kommunen Freigericht und Alzenau zu seinem Offenen Brief vom 17.02.2026 als nicht ausreichend.

In einem offenen Brief vom 17.02.2026 hatte der Verein Gegenwind Freigericht e.V. eine Vielzahl von Fragen zur Wirtschaftlichkeit der aktuell geplanten Windenergieanlagen im Sölzert/Sülzert zusammengefasst und die Bürgermeister der Kommunen Freigericht und Alzenau um Beantwortung gebeten. Lediglich der Bürgermeister der Gemeinde Freigericht, Waldemar Gogel (CDU), sei dieser Bitte nachgekommen. Die Antwort von Bürgermeister Stephan Noll (CSU) aus Alzenau stehe nach wie vor noch aus.

Allerdings lasse die Beantwortung von Bürgermeister Gogel eine Vielzahl von Punkten offen:

Wirtschaftliche Kennzahlen der Projektierer

"Herr Gogel bittet um Verständnis, dass er zu Unternehmensdaten keine Stellung nehme. Unsere Frage bezog sich auf die Zahlen des Geschäftsjahres 2024 von Lintas Green Energy GmbH, die von den meisten Unternehmen bereits im Unternehmensregister veröffentlich sind und somit am Ende öffentlich zugängliche Informationen sind. Die Frage nach seinem Risikomanagementsystem, um auf eventuelle Schieflagen bei den Projektierern reagieren zu können lässt er unbeantwortet", so Gegenwind.

Nachweis der Wirtschaftlichkeit

"Nach wie vor vertröstet der Bürgermeister in Bezug auf die Veröffentlichung der Wirtschaftlichkeitsberechnung auf den Zeitpunkt, an dem alle Informationen vorliegen. Zur umfassenden Entscheidungsvorbereitung von Projekten ist es üblich, über Simulationen und Szenario-Modellierungen deren finanzielle Auswirkungen frühzeitig zu bewerten. Diese sollte von den Bürgermeistern bei den Projektierern zeitnah eingefordert werden. Es ist untragbar dass Wirtschaftlichkeitsberechnungen immer wieder angekündigt dann jedoch nicht vorgelegt werden."

Mindestpacht

"Hinsichtlich der Mindestpacht nennt der Bürgermeister die aktuell festgeschriebenen 100.000 Euro (anfänglich 250.000 Euro) pro Anlage. Gleichzeitig verweist er jedoch darauf, dass mit Zustimmung der Gemeindevertretung auch eine noch niedrigere Pacht im Rahmen eines Nachtrags vereinbart werden könnte. Eine Schmerzgrenze, die ein Stopp des Projektes zur Folge hätte, wird nicht genannt", weist der Verein Gegenwind Freigericht e.V. auch darauf hin, dass die Pacht nicht inflationsindexiert sei: "Eine zum Beispiel in vergleichbaren Projekten vereinbarte Pacht in Höhe von 60.000 Euro pro Windrad sinkt in 20 Jahren auf etwa 36.600 Euro (bei 2,5 % Inflation)."

Brandschutz und Sicherheit

"Hierzu werden einzelne Maßnahmen genannt, allerdings wird nicht beantwortet, ob die hierfür anfallenden Kosten von der Betreibergesellschaft getragen werden."

Rückbaukosten

Gegenwind: "Seitens des Bürgermeisters wird darauf hingewiesen, dass vertraglich schon heute Rückbaukosten berücksichtigt werden, die über dem aktuellen hessischen Mindestansatz von 1.000 Euro pro Meter Nabenhöhe liegen. Zusätzlich sei im Vertrag vorgesehen, dass die Rückbausumme nach fünf Jahren überprüft und bei Bedarf angepasst werde. Hierbei wird außer Acht gelassen, dass die den Mindestansatz übersteigenden Mittel im Konkursfall der Betreibergesellschaft den Kommunen nicht zur Verfügung stehen. Sie sind in diesem Fall nämlich Teil der Insolvenzmasse. Für die Rückbaukosten stehen lediglich die über eine Bankbürgschaft bei der Genehmigungsbehörde abgesicherten Gelder verbindlich zur Verfügung. Auf die Tatsache, dass für Hessen und Bayern unterschiedliche Vorgaben für die Ermittlung der Sicherheiten für Rückbaukosten bestehen, wird ebenfalls nicht eingegangen."

Umsatzerlöse

"Wir haben in unserem offenen Brief darauf hingewiesen, dass bei den von Lintas Green Energy GmbH veröffentlichten Umsatzprognosen eine Vergütung von 8,6 Cent/kWh ausgewiesen wird. Diese Vergütungshöhe gilt gemäß EEG für den Landkreis Aschaffenburg, nicht aber für den Main-Kinzig-Kreis. Hierdurch ergibt sich eine Verringerung der Umsatzerlöse in Höhe von rd. 30 Millionen Euro. Auch dieser Punkt bleibt unkommentiert", so Gegenwind.

Fazit des Vereins Gegenwind Freigericht e.V.

"Nach Auswertung der Antworten sieht der Verein die Wirtschaftlichkeit des geplanten Projektes im Sülzert/Sölzert nach wie vor als nicht gegeben an (unter anderem niedrige Windhöffigkeit, EEG-Vergütung, Rückbaukosten). Positiv ist zu bewerten, dass Bürgermeister Gogel zusichert, die 'irgendwann' vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen durch einen externen unabhängigen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Das Originalantwortschreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Freigericht ist auf der Internetseite des Vereins Gegenwind Freigericht e.V. www.gegenwind-freigericht.com veröffentlicht."

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