Dort soll sich dann auch Innenminister Peter Beuth (CDU) als oberster Dienstherr der Polizei erklären. „Die so genannten Querdenker begehen seit Monaten absichtlich und wissentlich Straftaten vor den Augen der Polizei, weil sie um die Nicht-Konsequenzen wissen. Das ist das schändliche Spiel, das wir seit Wochen in Gelnhausen erleben, das sich besonders dreist am Samstag in Kassel offenbarte und das die Coronaleugner, Maskenverweigerer und Rechtsextremen in ihren Reihen seit Monaten in zig anderen hessischen Städten inszenieren. Damit muss jetzt Schluss sein, und zwar umgehend“, fordern Alexander Schopbach und Julia Hott, Initiatoren von „Hand aufs Herz“. Ihre Initiative bildet eine breite gesellschaftliche Bewegung ab, die sich unter anderem seit mittlerweile neun Wochen montags in der Main-Kinzig-Kreisstadt Gelnhausen den dortigen „Querdenker“-Aufmärschen entgegenstellt und Gesicht für eine zusammenstehende, demokratische und solidarische Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten zeigt.
„Dieser rabenschwarze Samstag in Kassel hat einmal mehr gezeigt, dass die so genannten Querdenker die Maskenpflicht genauso mit Füßen treten wie das Versammlungsgesetz und Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sie verfolgen einzig das Ziel, unsere Demokratie ad absurdum zu führen und Populisten und Extremisten weiteren Nährboden zu bereiten. Sie scheuen sich sogar nicht einmal, Kinder als Schutzschilde gegen die Polizei einzusetzen“, konstatieren Hott und Schopbach. Dieser in Kassel erreichte neue Tiefpunkt mache fassungslos, traurig und wütend - verwundere jedoch nicht. So hätten sich die Querdenker bereits am vergangenen Montag in Gelnhausen abseits von Recht und Gesetz gestellt, was unter anderem zu Strafanzeigen geführt habe.
„Spätestens diese Vorgänge am Montag in der Main-Kinzig-Kreisstadt hätten die Polizei eigentlich dafür sensibilisieren müssen, was sich da wenige Tage später in Kassel zusammenbraut, zumal es sich bei einigen Akteuren in Gelnhausen und Kassel nach unseren Erkenntnissen eindeutig um die gleichen Personen handelt“, berichten Hott und Schopbach weiter. So versammelten sich die Querdenker auf einer nicht genehmigten Fläche am Untermarkt in der Altstadt von Gelnhausen. Trotz Hinweisen der Polizei, dass sie sich dort widerrechtlich aufhielten, ihre Kundgebung einzig für ein Areal rund um den Obermarktbrunnen in der Altstadt genehmigt sei und sie nicht coronagemäß Abstand hielten, verharrten sie am Untermarkt und quittierten Polizeiansagen mit höhnischem Gelächter. „All diese Grenzüberschreitungen unter den Augen der Behörden sind für uns nicht nachvollziehbar und wir haben die verantwortlichen Behörden bereits tags darauf nachdrücklich dazu aufgefordert, alles zu unternehmen, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt“, berichten Schopbach und Hott.
Dass sich am Samstag in Kassel all das in großem Maßstab wiederholte, was zahlreiche hessische Kommunen wie Gelnhausen seit Monaten im Kleinen erlebten, sei alarmierend. „Unzählige Bürgerinnen und Bürger stellen sich in Hessen mittlerweile Querdenker-Aufmärschen entgegen, äußern immer deutlicher ihre Abscheu gegen diese von den Querdenkern inszenierten antidemokratischen Schauspiele, bei denen Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, AfD, NPD und Reichsbürger kräftig mitmischen“, so Schopbach und Hott weiter. Damit leisteten diese engagierten Bürgerinnen und Bürger einen unschätzbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, der eine wehrhafte Demokratie in schwierigen Zeiten auszeichne. „Umso wichtiger ist es jetzt nach Kassel, dass Behörden und Polizei ebenfalls ihren nachhaltigen Beitrag leisten, rigoros gegen das perfide Treiben der Querdenker klare Kante zeigen und dafür auch absolute parteiübergreifende politische Rückendeckung erhalten. Wer jetzt noch aus Angst davor, Wählerstimmen zu verlieren, das populistische und demokratiezersetzende Agieren der Querdenker totschweigt oder kleinredet, missbraucht seine Funktion in unserer wehrhaften Demokratie und hat die Zeichen der Zeit verkannt“, so die Sprecher von „Hand aufs Herz“. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf die große Bedeutung einer breiten Rückendeckung für die Polizei durch ihren obersten Dienstherren, Staatsminister Peter Beuth, und die gesamte Landespolitik, wenn es darum gehe, rechtswidrige und gegen die Corona-Auflagen verstoßende Querdenker-Aufmärsche aufzulösen: „Da braucht es ein deutliches und starkes Signal, dass den zuständigen Einsatzleitern der Polizei Sicherheit gibt“, fordern Hott und Schopbach eine klare Linie. Sie betonen: „Die Querdenker betreiben wöchentlich Gesundheitsterrorismus, indem sie zu Dutzenden, zu hunderten und wie in Kassel zu tausenden durch hessische Kommunen ziehen, Masken verweigern, Abstandsregeln bewusst missachten und damit die Gemeinschaft ganz bewusst und absichtlich gefährden. Jede ihrer Veranstaltungen ist eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, jede Zusammenkunft ein Superspreader-Event.“
„Hand aufs Herz“ hat in diesen, alle Menschen individuell belastenden und schwierigen Zeiten Verständnis für jeden, der den Corona-Maßnahmen aus eigener Betroffenheit oder auch generell kritisch gegenübersteht. „Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, als Freunde, als Angehörige, als Nachbarn, als Kollegen, kurz als Mitmenschen uns um alle zu kümmern und zusammenzuhalten. Uns gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Das ist die große Herausforderung dieser Zeit und diese bewältigen wir nur mit Respekt, Toleranz und Achtung“, betonen Schopbach und Hott abschließend. Dazu gehöre aber auch ganz klar, die antidemokratischen, rechten Kräfte und Parteien wie die AfD in Reihen der Querdenker zu benennen, die an vorderster Stelle mitmischten. Sie versuchten die Massen zu manipulieren und für ihre populistischen Ziele zu instrumentalisieren, so wie bei der Einführung des Euro, dann während der Flüchtlingswelle 2015, und jetzt im Rahmen der Corona-Pandemie geschehe.
Über „Hand aufs Herz“
Weil die Querdenker seit Monaten die Main-Kinzig-Kreisstadt Gelnhausen regelmäßig als Bühne für Zusammenkünfte und Kundgebungen nutzen, stellt sich ihnen die Gelnhäuser Stadtgesellschaft seit neun Wochen jeden Montag in der Altstadt entgegen, um Flagge für ein weltoffenes und buntes Gelnhausen zu zeigen, dass keine Populisten, Verschwörungstheoretiker und Antidemokraten in seiner Mitte wünscht. „Angesichts der Corona-Pandemie achtsam zu sein und kritisch zu bleiben, zeichnet Demokraten aus. Wer jedoch krude Verschwörungstheorien verbreitet, populistisch die in diesen Zeiten notwendige Solidarität und Achtsamkeit samt Maskenpflicht negiert, Hass und Hetze gegen Demokraten, Regierungen und Andersdenkende verbreitet, der stellt sich selbst ins Abseits“, bringen Alexander Schopbach und Julia Hott die Grundintention der parteiübergreifenden Initiative auf den Punkt.
Weitere Informationen finden Interessierte auch auf www.facebook.com/handaufsherz.gelnhausen, www.instagram.com/handaufsherz.gelnhausen und www.handaufsherz-gn.de.


