Dabei habe die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der Fraktionen CDU und BG bereits im Oktober 2019 per Beschluss gefordert, dass der Magistrat ein Gutachten über den Gesamtzustand der Stadthalle in Auftrag geben soll. Seither habe es diesbezüglich allerdings keine weiteren Informationen zum Sachverhalt aus dem Rathaus gegeben. Wie der Presse entnommen werden konnte, liegt nunmehr offenbar eine von Bürgermeister Daniel Glöckner (FDP) als „Überblicksgutachten“ bezeichnete gutachterliche Stellungnahme bei der Stadt vor. Für Irritation bei der CDU sorgt, dass dieses Schriftstück nicht unverzüglich den Stadtverordneten vorgestellt werden soll. Im Bauausschuss wurde das Thema in der jüngsten Sitzung nicht behandelt. „Warum diese Verzögerung?“, fragt Christian Litzinger, CDU-Fraktionsvorsitzender. „Wir dürfen jetzt keine weitere Zeit mehr verlieren und müssen endlich weiterkommen bei ein einer der wichtigsten und dringendsten Baustellen der Stadt.“
„Der mangelnde Informationsfluss aus dem Rathaus blockiere die Stadtverordneten als Entscheidungsträger bereits über ein Jahr“, beklagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Schott-Pfeifer. „Zahlreiche schriftliche Anfragen meiner Fraktion aus den letzten beiden Jahren zu diesem Themenkomplex blieben unbeantwortet. Bereits im Juni letzten Jahres hat uns die Kommunalaufsicht mitgeteilt, dass schon am 02.03.2020 eine erste Zusammenfassung der festgestellten Planungs- und Ausführungsmängel sowie der festgestellten Mängel in Bezug auf erforderliche Brandschutzmaßnahmen vorlag. Außerdem erwähnt die Kommunalaufsicht ein am 24.04.2020 erstelltes elfseitiges Prüfprotokoll eines Sachverständigen für Raumlufttechnik, welches Arbeitsgrundlage für sich anschließende Begutachtung sein sollte. Es erstaunt doch sehr, dass uns diese bereits vor über einem Jahr erstellten Expertisen bis heute nicht vorliegen. Die Kommunalaufsicht hat betont, dass die Stadtverordnetenversammlung ohne schuldhaftes Verzögern zu informieren sei. Gründe, warum die Informationen nicht an die Stadtverordneten weitergegeben wurden, bleibt ein Geheimnis des Bürgermeisters. Wir sind deshalb gespannt, was sich hinter dem Begriff des vom Bürgermeister sogenannten „Überblickgutachtens“ verbirgt. Wir jedenfalls erwarten nach über anderthalb Jahren Bearbeitungszeit eine detaillierte Aufstellung der Mängel sowie des erforderlichen Sanierungsaufwands“, konstatiert Schott-Pfeifer.
Litzinger betont, dass die Zeit zum Handeln dränge, da eine Wiedereröffnung der Halle, egal, ob Sanierung oder Neubau, ebenfalls noch geraume Zeit in Anspruch nehmen werde. Viele Veranstalter, allen voran auch die städtischen Vereine, hätten aber ein besonderes Interesse an einer schnellstmöglichen Verfügbarkeit der Halle. „Warum müssen jetzt erst noch weitere Wochen oder Monate vergehen, bis wir Einsicht in diese Unterlagen erhalten? Wir fordern den Bürgermeister umgehend zur Vorlage aller Papiere zur Stadthalle auf, damit wir schnellstmöglich in der Planung voranschreiten können“, so Litzinger. „Unnötige weitere Verzögerungen können wir uns nicht erlauben.“


