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„Stolpersteine“ der Gelnhäuser Familie Flörsheim herausgerissen

„Stolpersteine“ der Gelnhäuser Familie Flörsheim herausgerissen
Foto: Initiative Stolpersteine

In der Stadt Zeitz (Sachsen-Anhalt) sind in der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober sämtliche „Stolpersteine“ zum Gedenken an verfolgte Juden aus dem Pflaster gerissen und entwendet worden. Darunter sind drei „Stolpersteine“ im Gedenken an den aus Gelnhausen-Meerholz stammenden Arzt Dr. Gustav Flörsheim, seine Frau Hilde und die Tochter Inge.

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Dr. Flörsheim, der, bevor er nach Zeitz umzog, in Langenselbold eine Praxis unterhielt, ist als rassisch und politisch Verfolgter Jude 1943 in Auschwitz ermordet worden. Getrennt davon kam Tochter Inge ebenfalls in Auschwitz ums Leben. Die aus Hammelburg stammende Ehefrau Hilde Flörsheim, die sich seinerzeit in Frankfurt am Main aufhielt, teilte das Schicksal mit der Familie Schönfeld aus Dörnigheim. Sie wurde im Fort IX der litauischen Stadt Kaunas (Kowno) erschossen.

Der Vorsitzende des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum e.V. im Maintal zeigte sich schockiert von den Ereignissen in Zeitz. „Ich kenne die Biografien der Flörsheims, habe die originalen Dokumente ihrer Verfolgung gelesen und war an den Orten, an denen der Familie gedacht wird. Darunter ist das Haus in der Zeitzer Leipziger Straße, wo sich bisher die drei „Stolpersteine“ befanden.“

Die Stadt Zeitz hat ein Spendenkonto eingerichtet, damit die „Stolpersteine“ wieder neu gesetzt werden können. Der Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. bittet darum, die Stadt Zeitz darin zu unterstützen.

Spendenkonto
Sparkasse Burgenlandkreis
IBAN: DE18 8005 3000 1131 0704 41

Die eingehenden Spenden werden in Abstimmung mit der Stadt Zeitz und der Initiative Stolpersteine genutzt, um die Stolpersteine alsbald zu ersetzten. Nicht benötigte Spenden werden dem Simon-Rau-Zentrum in Weißenfels zur Verfügung gestellt, um die Erinnerungsarbeit an die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Burgenlandkreis zu unterstützen.

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Foto: Initiative Stolpersteine

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Kommentare

5
Kopfschüttler
1 jahr vor
Mich würde ernsthaft mal das Täter-Psychogramm interessieren. Was sind das für Menschen, deren emotionale Hasssteuerung nicht mal vom Totengedenken gebremst wird? Wie tiefgefrostet muss die Täterseele sein, dass sie all die millionenhaften Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausblendet und sich anmaßt, ihr geschichtliches Unwissen so auszuagieren?
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6
R. Braun
1 jahr vor
Das ist so etwas von schändlich! Dieser Person empfehle ich das Buch von Primo Levi zu lesen mit dem Titel"Ist das ein Mensch?" Darin erfährt er, unter welch grausamen Umständen die Menschen unter den Nazis damals leben mussten.
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3
Justizfreund
1 jahr vor
Stolpersteine herausreißen. Welcher Unmensch kommt auf eine solche Idee?
Ich hoffe, der Täter wird gefasst und straf- und zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen.
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2
Ur-Stephan
1 jahr vor
Das muss der wütende rechte Mob sein, von dem immer die Rede ist.
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2
C.H.K.
1 jahr vor
der Mob ist mir ebenfalls noch nicht begegnet. Aber es könnte sich hier auch evtl. um einen banalen Metall-Diebstahl handeln; die beschrifteten Platten auf dem Betonstein sind immerhin aus Messing.
Solche Diebe machen ja auch nicht vor Friedhöfen halt.
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