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Fernwärme-Fiasko in Großkrotzenburg: Millionenverluste und fehlende Verantwortung

Fernwärme-Fiasko in Großkrotzenburg: Millionenverluste und fehlende Verantwortung

"Die Insolvenz der Wärme Energie Großkrotzenburg GmbH (WEG) am 25. März 2025 stellt nicht nur ein wirtschaftliches Desaster dar, sondern auch ein politisches Versagen auf mehreren Ebenen. Das ambitionierte Gemeinschaftsunternehmen der Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH (GWG) und der EAM Natur Energie GmbH sollte die Wärmewende in der Region vorantreiben und eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Fernwärmeversorgung für die Gemeinde aufbauen. Doch statt eines Erfolges steht nun ein gescheitertes Projekt, das die Gemeindewerke mit Millionenverlusten zurücklässt", meldet sich Bürgermeister a.D. Klaus Reuter zu Wort.

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Die WEG habe große Pläne gehabt: "Drei Flusswärmepumpen, Biomasseanlagen und zwei Gasspitzenlastkessel sollten Großkrotzenburg mit grüner Energie versorgen. Doch das Projekt scheiterte, und die Gemeindewerke müssen nun Verluste in Höhe von bis zu 7 Millionen Euro hinnehmen – eine Bürde, die letztlich die Bürger und Kunden der Gemeindewerke tragen werden."

Die finanziellen Auswirkungen sind laut Reuter erheblich:
• Die Gesellschaftsanteile der GWG an der WEG, rund 2,7 Millionen Euro, sind durch die Insolvenz faktisch verloren.
• Weitere 1,2 Millionen Euro für eine Machbarkeitsstudie, die nicht erstattet werden kann, fehlen ebenfalls in der Kasse der Gemeindewerke Großkrotzenburg GmbH.
• Hinzu kommen Rechtsstreitigkeiten mit der EAM Natur Energie GmbH, die im schlimmsten Fall weitere Verluste von etwa 3 Millionen Euro verursachen könnten.

"Das ursprüngliche Projektvolumen lag bei 30 Millionen Euro – nun stehen die Gemeindewerke mit einer bitteren Bilanz da. Der Verlust könnte am Ende zwischen 4 und 7 Millionen Euro betragen, eine Summe, die die Kunden durch steigende Gebühren ausgleichen müssen."

Fehlende Verantwortung und mangelnde Transparenz

Doch es gehe nicht nur um die finanziellen Verluste: "Die Insolvenz wirft tiefgehende Fragen zu Verantwortung und Transparenz auf. Was hat die politische Führung in Großkrotzenburg getan, um das Projekt zu überwachen? Warum wurden Warnsignale nicht erkannt, als das Projekt auf die Insolvenz zusteuerte? Die Gemeindewerke als kommunales Unternehmen müssen sich vor den Bürgern rechtfertigen – schließlich fließt das Geld der Steuerzahler. Und auch die EAM Natur Energie GmbH als privater Partner hätte ihre Aufsichtspflicht ernst nehmen müssen. Insgesamt bleibt das Gefühl, dass die Verantwortlichen in den Gremien und Aufsichtsräten nicht ihrer Pflicht nachkamen, rechtzeitig gegen das drohende Scheitern vorzugehen. Wer trägt die Verantwortung, dass Millionen in einem gescheiterten Projekt versickerten, und warum wurde keine präventive Maßnahmen ergriffen? Doch die Fragen gehen weiter: Es wird berichtet, dass Uniper möglicherweise den Rückbau bereits getroffener Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände fordern könnte. Sollte es dazu kommen, könnten zusätzliche Kosten in siebenstelliger Höhe anfallen. Doch wer wird diese tragen? Die insolvente WEG, die Gemeindewerke oder die Steuerzahler? Bis heute gibt es keine Klarheit darüber, ob solche Rückbauverpflichtungen vertraglich geregelt sind und ob die Risiken je offengelegt wurden", so Reuter weiter.

Ein Projekt für die Energiewende, das zum Desaster wurde

Das Fernwärmeprojekt sei als Vorzeigeobjekt für die Energiewende in Großkrotzenburg geplant gewesen: "Stattdessen zeigt sich nun, wie fehlende Kontrolle, unzureichende Aufsicht und eine mangelhafte Risikobewertung zu einem finanziellen Desaster führen können. Die Bürger von Großkrotzenburg, die als Kunden der Gemeindewerke ohnehin von steigenden Preisen betroffen sind, haben ein Recht auf vollständige Aufklärung. Es ist nicht genug, das Scheitern als „wirtschaftlich bedingt“ abzutun – Transparenz ist jetzt Pflicht."

Forderung nach Aufklärung und politischer Verantwortung

"Es ist höchste Zeit für eine vollständige und transparente Aufarbeitung des Projekts. Die Verantwortlichen in der Geschäftsführung der WEG sowie in den Gesellschafterversammlungen und Aufsichtsgremien müssen sich den drängenden Fragen stellen: Wie konnte es dazu kommen? Welche Kontrollen wurden versäumt? Und welche Risiken bleiben bestehen? Welche Aussage hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu diesem 30 Mio. Euro Projekt in der Vorprüfungsphase getroffen? Vor der Kommunalwahl am 15. März 2026 erwarten die Bürger von Großkrotzenburg klare Antworten und eine transparente Darstellung der noch bestehenden finanziellen Risiken. Wer das Vertrauen der Bürger missbraucht hat, darf nicht weiter in den gleichen Strukturen arbeiten, ohne Verantwortung zu übernehmen. Es geht nicht nur um Millionen Euro, sondern um die Glaubwürdigkeit der Politik vor Ort", fordert der ehemalige Großkrotzenburger Bürgermeister Klaus Reuter eine vollständige Aufklärung und klare politische Verantwortung. "Dieses Projekt hätte ein Vorzeigeobjekt der Energiewende in Großkrotzenburg werden sollen – stattdessen zeigte es, wie fehlende Kontrolle, unzureichende Aufsicht und mangelnde Risikobewertung zu Millionenverlusten führen können. Es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", so Reuter.

Neuanfang mit den Stadtwerken Hanau

"Nach dem endgültigen Scheitern der WEG haben die Gemeindewerke Großkrotzenburg nun einen Vertrag mit den Stadtwerken Hanau GmbH abgeschlossen. Ab März 2026 wird die Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke erfolgen – allerdings zu den Preisen, die zuvor bei den Gemeindewerken galten. Dieser Schritt sichert die Versorgung, ruft jedoch auch eine Debatte über die verloren gegangenen Investitionen in das gescheiterte Fernwärmeprojekt hervor", so Reuter abschließend.

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Kommentare

1
FW-Nutzer
4 monate vor
Dieses Desaster hätte von dem damaligen Gemeinde-
vorstand verhindert werden müssen. Die durch dieses Versäumnis entstandene Verluste müssen - leider-
von allen Bürgern der Gemeinde und nicht nur von den Fernwärmenutzer getragen werden.
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0
500tr
4 monate vor
zitiere FW-Nutzer:
Dieses Desaster hätte von dem damaligen Gemeinde-
vorstand verhindert werden müssen. Die durch dieses Versäumnis entstandene Verluste müssen - leider-
von allen Bürgern der Gemeinde und nicht nur von den Fernwärmenutzer getragen werden.


Die Verluste und Schulden liegen zunächst einmal bei den GWG. Und die Kunden rennen ja nach wie vor in Scharen davon. Kein Wunder wenn es heißt, dass das Preisniveau auch nach Belieferung durch die SWH weitgehend bleibt, wie es ist.
Nur wenn die Gemeinde bei den Darlehen in der Mithaftung ist (was wahrscheinlich ist), tragen alle Bürger der Gemeinde die Last. Eine Insolvenz der GWG kurz nach den Kommunalwahlen sollte niemanden wundern.
Das Modell kleiner lokaler Versorger hat ausgedient. Viel zu schwerfällig mit all‘ den politischen Entscheidungsträgern, die zudem weitgehend nicht wissen, über was sie entscheiden.
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Stephan
4 monate vor
zitiere W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸:
Alles halb so wild.
Einfach noch ein paar Propeller aufstellen und mit Strom heizen.
Schließlich brauchen wir alles andere nicht, außer Propeller...die Lösung für alles.

Propeller klinkt etwas dispektierlich. Aber in der Sache hast du recht.

Wir haben seit einem Jahr eine Wärmepumpe. Die hat uns, ohne Probleme, durch den kalten Januar gebracht.
Hätte Großkrotzenburg das Geld in ein Förderprogramm für Wärmepumpen gesteckt und den Rest in einen Windpark investiert, würden sie heute besser da stehen.
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9
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 monate vor
Dumm nur, dass die Propeller und restliche Grüne Energie nicht Grundlastfähig ist.
Wenn 1 Propeller wegen Windstille keinen Strom liefert, dann liefern 100 Propeller bei Windstille wie viel Strom?
Aber zum Glück gibt es ja noch PV, und dort stellt man für Dunkle Tage einfach mehr PV Anlagen auf.

Durch die verworrene Energiepolitik und dem Habeck Zwang zur Umstellung der Heizung,
steigt der Energiebedarf immer weiter an.

Leider haben wir nicht die notwendige Energie, um uns das Erlauben zu können.

ps: Ein Feuer bringt sie auch durch einen kalten Januar.
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Kaplosche
4 monate vor
Das Übel an Förderungen ist, dass man oft beide Seiten fördert. Am Ende ist das Geld futsch.

Ihre WP wurde ohne Fremdgeld finanziert? Somit passiert das, was man den Gaskunden androht. Weniger Abnehmer, höhere Fixkosten.

Schaltet es ab und gut isses. Den Letzten beissen die Hunde
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Kaplosche
4 monate vor
Tja, Krotzeborsch in der 3. Energiewende. Anno 1930 kein Braunkohletagebau mehr, Seenplatte mit Freizeiwert als gerne genutzte Folge. 1990er, keine Gewerbesteuer mehr vom Megakraftwerk mit extremen Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt. Blumenschmuck, Rasenpflege. Kennt noch jemand die Kehrmaschine?

Alles nix gegen das ideologisch und von Physik- und BWL-Verweigerern gestartete Projekt "Mein Heim, Main heizt". 500km Fussbodenheizung auch im Sommer unter dem Trottoir. Immer schön mollige 95°.

Das Geld hat jetzt jemand, nur nicht der FW Kunde. Der wird noch geschröpft und soll den Zaster hergeben. In der Folge eine ebenfalls staatsfinanzierte Bonanza für Wärmepumpeninstallateure. Ein weiteres künftiges Geldgrab, denn Strom wird NIE wieder 19/19 kosten. Man erinnere sich, gelber Strom für 19 Pfennige die kWh.

Aber wenigstens kann man den Versorger wechseln, wobei.....
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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 monate vor
Alles halb so wild.
Einfach noch ein paar Propeller aufstellen und mit Strom heizen.
Schließlich brauchen wir alles andere nicht, außer Propeller...die Lösung für alles.
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500tr
4 monate vor
Die Fernwärme ist in Großkrotzenburg tot, genauso wie die GWG. Alleine der Dienst an Zins und Tilgung für mehrere Millionen Euro bringt ein kleines mittelständisches Unternehmen ohne echten Gewinnbringer ans bzw. über das Limit. Eine Insolvenz scheint unausweichlich.
Aber alles hausgemacht: wer nicht vernünftig kooperiert, sondern alles alleine und noch dazu super modern machen will, landet auf dem Bauch. Die Kunden rennen weg, der Schule als größtem Kunden (entsprechend ca. 100 Einfamilienhäusern) wird ohne Not mitten in vielversprechenden Vertragsverhandlungen der Vertrag gekündigt. Krotzenburger Überheblichkeitkeit pur, das gibt es nur hier.
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GKB
4 monate vor
Und auch die Preise, die ab März gelten sollen, sind noch nicht online. Der ganze Verein und die Politik sind so intransparent, egoistisch und arrogant – das ist einfach ekelhaft.
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500tr
3 monate vor
zitiere GKB:
Und auch die Preise, die ab März gelten sollen, sind noch nicht online. Der ganze Verein und die Politik sind so intransparent, egoistisch und arrogant – das ist einfach ekelhaft.


Jetzt sind die Preise bekannt. 10 Euro Ersparnis pro kW/h und Jahr. Wer also einen Vertrag mit 10 kW/h hat, spart 100 Euro im Jahr, bei 15 kW/h sind es 150 Euro. Sonst nichts. Das ist ein Witz, genau 2,78%. Aber die Kunden müssen ja auch die 20% Netzverlust und die immensen Schulden und Zinsen aus dem Wolkenkuckucksheim am Main bezahlen. Beides kommuniziert vom Geschäftsführer Müller.
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Karl
4 monate vor
Ihr habt sie doch gewählt. Nächstes Mal Augen auf bei der Wahl...
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Old white man
4 monate vor
Wenn Deppen auf die Allheilsbringer hereinfallen, dann -sagt KI - reden wir über Kommunen und deren Lenker. Enkeltrick ist nix dagegen...

4er Realschulabschluss, nix gelernt und den Rest vergessen. Aber Parlament.

Das Projekt war von Anfang an zu klein. Um 700 Häuser zu beheizen, Schule und ein Schwimmbad zu erwärmen diese Megaidiotie. Aber es gab ja Förderung des Bundes. Aha,der Bund. Also geschenktes Geld vom Himmel?

Würden WIR Geld aus dem Fenster schmeissen ,nur um den gezahlten MwSt Betrag zurückzubekommen ?

Förderung ist, wenn es Politikeransehen fördert.
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Heck
4 monate vor
Grünes Fiasko!
Punkt!
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Hups
4 monate vor
Wie dilettantisch Krotzeburg das Thema angegangen ist ja wohl jetzt ersichtlich.
Seit 2018 ist nichts bei der Fernwärme nicht passiert. Da hat Uniper schon bekannt gegeben, das sie die Kohleverstromung einstellen wollen. Hat sie ja auch für 3 Monate. Auch das Vertragliche Ende der Versorgung war bekannt. Passiert ist nichts.
Dann wurde das ganze Projekt übers Knie gebrochen. Bei der Vorstellung im Dezember 2024 fragte ich mich schon, wie soll das Ganze funktionieren. Luftschloss.
Der Auftritt des GF von den GWG sprach schon damals Bände. Überheblich und Arrogant. Unsere Politiker vor Ort verkrochen sich in ihre Schneckenhäuser und keiner sagte was.
Eigentlich nur traurig und der Bürger ist der doofe.
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11
Frieden
4 monate vor
Mittlerweile lache ich nur noch bei solchen Berichten... Ein Irrenhaus was die beklopptesten der Anstalt in die Führungsetage verfrachtet.
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