Selbstverständlich mittendrin präsentieren Künstler mit und ohne Behinderung ihre Werke. Musik und Malerei laden ein, sich entführen zu lassen in eine Welt voller Farben und Klänge. "Regen in meinem Gesicht" heißt das Programm von Lars Keitel und Norman Dießner. Ein Klavier, ein paar Lieder über das Leben und die Liebe, mehr ist das nicht. So beschreiben die beiden ihr Programm, mit dem sie im Schloss in Gettenbach zu sehen und zu hören sind. Teilweise lyrisch, manchmal frech und direkt, immer aber deutsch, so sind die Texte die irgendwo zwischen Folk und Chanson angesiedelt sind.
Lars Keitel ist als klassischer Pianist und Orchesterleiter mit zahlreichen Künstlern unterwegs. Operette, Musical, Jazz, überall ist er zu Hause und zahlreiche CD-Produktionen sind das Ergebnis seiner Arbeit. Seit August 2008 ist er Leiter des großen Orchesters des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums in Bad Homburg und seit 2009 künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Jugend-Sinfonie-Orchesters Hochtaunus. Norman Dießner ist Sozialpädagoge, seit Jahren in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung tätig und Programmgeschäftsführer der IB Behindertenhilfe im Hochtaunuskreis. Aus einem Spaß wurde das kleine Programm für Klavier und Gesang bei dem Norman Dießner für die Stimme zuständig ist.
Daneben werden die Werke des Kunstprojekt des Wohnheim Gettenbach im Schlosscafé zu sehen sein. Seit Mai 2012 treffen sich kunstinteressierte Menschen mit geistiger Behinderung im Rahmen der Angebote zur Gestaltung des Tages unter Leitung der Künstlerin Andrea Agraz-Spies und arbeiten mit Guache, Acryl, Ölpastell, Pastellkreide, Wachs und Spachtelmasse. Andrea Agraz-Spies ist geboren in Mexiko, dort absolvierte sie ihre Ausbildung als Dozentin für Plastische Künste. Sie unterrichtete an verschiedenen Volkshochschulen und betreibt eine Malschule in Gründau. Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kunsttherapeutin ist Andrea Agraz-Spies in der Tagesstätte des Wohnheim Gettenbach tätig.
In einer Kleingruppe von 4-6 Teilnehmern werden Materialien aus dem alltäglichen Gebrauch wie z.B. Packpapier, Plastikflaschen, Küchenschwämme, Kerzenwachs oder Steine künstlerisch gestaltet. Die Arbeiten variieren je nach Tagesbefindlichkeit der Klienten, Vorschläge und Ideen, die von ihnen kommen, werden direkt umgesetzt. Die Arbeiten entstanden als Einzel- oder Gruppenarbeiten, Techniken und Materialien wurden an die ergonomischen Fähigkeiten der Klienten angepasst. All diese Techniken zeigen sich in der Ausstellung der Kunstwerke, wobei die Schönheit der Bilder gerade im Unpräzisen zu sehen ist.
Wie jedes Jahr im Oktober gibt es neben den hausgemachten Kuchen und Torten im Café am Jagdschloss herzhaften Zwiebelkuchen und Federweißen. Das Café ist geöffnet von 14-18 Uhr.


