Der Vorsitzende Hans-Jürgen Michl eröffnete die Sitzung um 19 Uhr. Insgesamt nahmen lediglich 14 der 42 Vereinsmitglieder an der Versammlung teil, wobei acht Anwesende davon dem derzeitigen Vorstand angehören. Besonders enttäuschend für den Vorstand: Auch zahlreiche Standbetreiber, die im Vorfeld ebenfalls eingeladen worden waren, blieben der Sitzung fern. In seinem Jahresbericht blickte Michl auf die Jahre 2024 und 2025 zurück. In beiden Jahren konnte der Weihnachtsmarkt erfolgreich am ersten Adventssonntag in der Domäne durchgeführt werden. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich gemacht, wie viel organisatorische Arbeit im Hintergrund notwendig ist, um eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Ein Großteil dieser oft unsichtbaren Arbeit habe dabei in den vergangenen Jahren auf den Schultern von Hans-Jürgen Michl gelegen.
Nach dem Bericht der Schatzmeisterin Iris Walter bestätigten die Kassenprüfer Klaus Horst und Dr. Jürgen Schubert eine ordnungsgemäße und einwandfreie Kassenführung. Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig entlastet. Im Mittelpunkt der Versammlung stand TOP 9 „Neuwahlen“. Hans-Jürgen Michl informierte die Mitglieder darüber, dass der bisherige Vorstand aus unterschiedlichen Gründen geschlossen zurücktrete. Neben persönlichen Gründen, spielt auch die hohe zeitliche Belastung eine Rolle. Da sich innerhalb der Versammlung keine Kandidatinnen oder Kandidaten für die Vorstandsarbeit fanden, konnten keine Neuwahlen durchgeführt werden. Der bisherige Vorstand bleibt daher zunächst kommissarisch im Amt. Gleichzeitig betonten die bisherigen Vorstandsmitglieder, dass sie einem möglichen neuen Vorstand weiterhin beratend zur Seite stehen würden.
Welche Auswirkungen dies auf den Weihnachtsmarkt haben wird, wurde in der Versammlung ebenfalls thematisiert. Nach aktuellem Stand kann die Durchführung des Marktes ohne neuen Vorstand und zusätzliche Unterstützung nicht sichergestellt werden. Damit steht die beliebte Veranstaltung derzeit vor dem Aus. Mit Sorge blickt der Verein nun auf die kommenden Wochen. Für den 23. Juni 2026 wurde ein öffentliches Treffen angekündigt, zu dem neben den Vereinsmitgliedern ausdrücklich auch alle Standbetreiber sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Dort soll offen über die aktuelle Situation informiert werden. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, Einblicke in die Vorstandsarbeit zu erhalten, Fragen zu stellen und mögliche Berührungsängste abzubauen.
Noch besteht die Hoffnung, dass sich Menschen finden, die bereit sind, Verantwortung für den Fortbestand des Vereins und damit auch für die Zukunft des Weihnachtsmarktes zu übernehmen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder haben bereits signalisiert, einen neuen Vorstand weiterhin mit Rat und Erfahrung zu unterstützen. Sollten sich ausreichend Interessierte finden, könnten diese im Rahmen einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung im Spätsommer gewählt werden. Die Zeit drängt jedoch. Sollte sich keine neue Führung für den Verein finden, droht die Auflösung des Vereins. Damit stünde nicht nur eine langjährige ehrenamtliche Gemeinschaft vor dem Ende, sondern auch der Mittel-Gründauer Weihnachtsmarkt, der seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Dorflebens und für viele Menschen ein Höhepunkt der Adventszeit ist.
Bis zum nächsten Treffen können Standbetreiber und Bürgerinnen und Bürger aus Mittel-Gründau weiterhin dem Verein beitreten und sich aktiv einbringen. Der Vorstand appelliert daher an alle, denen der Weihnachtsmarkt am Herzen liegt, die Gelegenheit zur Teilnahme wahrzunehmen. Denn eins steht fest: Wenn sich kein neuer Vorstand findet, steht der Mittel-Gründauer Weihnachtsmarkt vor dem Aus!


