Stolz hatte die Betriebsratsvorsitzenden kurzfristig zum Gespräch eingeladen, um seine Unterstützung in moralischer und politischer Hinsicht deutlich zu machen und sich über die gegenwärtige Lage und die Hintergründe zu informieren. Fest steht: Die Stimmung innerhalb der Belegschaft ist desolat, zu groß ist der Schock über die mitgeilten Pläne zur Schließung des Werks in Gründau. Denn während einer Betriebsversammlung im Dezember wurden noch ganz andere Signale an die Belegschaft gegeben, wie Alexander Müller und Rainer Endlicher dem Landrat erklärten. Demnach solle Gründau das Leitwerk für Stahlbau in der Putzmeister-Gruppe bleiben. Dort wird seit über 30 Jahren produziert. Ab 2025 soll es jedoch in der Türkei weitergehen. Der Landrat kündigte an, dass er in der kommenden Woche das Gespräch mit der Geschäftsleitung suchen werde.
„Wir werden um die Arbeitsplätze und um den Standort in Gründau kämpfen, das steht fest. Wir wissen natürlich jetzt noch nicht, ob wir Erfolg haben werden“, bekräftigten Alexander Müller und Rainer Endlicher. Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat und den Gewerkschaften soll nun eine Strategie erarbeitet werden, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Landrat Stolz kündigte seine Unterstützung an. „Wir wissen, dass das Unternehmen Putzmeister schon ganz andere Krisen und Herausforderungen in seiner Unternehmensgeschichte gemeistert hat. Deshalb sieht es für mich eher so aus, als sei die Entscheidung, die beiden Standorte zu schließen, auf die allgemeine Stimmungslage in Deutschland zurückzuführen und weniger aus der wirtschaftlichen Not heraus“, erklärt Landrat Stolz und ergänzt: „Eine solch überstürzte Entscheidung schafft kein Vertrauen in die Unternehmenskultur und in die Geschäftsleitung. Das haben die Menschen in Gründau, die dem Unternehmen über viele Jahre hinweg die Treue gehalten haben, nicht verdient.“
Neben Gründau ist auch das Werk in Heimertingen bei Memmingen betroffen, die Produktion soll an den Standort in Slowenien verlagert werden. Betroffen sind in Heimertingen 30 Beschäftigte. Die Unternehmensleitung hatte ihre Entscheidung mit steigendem Kostendruck begründet. Die weltweit agierende Putzmeister-Gruppe ist Spezialist für Betonpumpen. In Gründau werden hochwertige Stahlbaukomponenten gefertigt. Die Unternehmensgruppe, für die Karl Schlecht in den 50er Jahren den Grundstein legte, war 2012 an den chinesischen Baumaschinenkonzern Sany Corp verkauft worden.
Tauschten sich über die derzeitige Lage am Putzmeister-Standort in Gründau aus (von links): Landrat Thorsten Stolz, Rainer Endlicher (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Alexander Müller (Betriebsratsvorsitzender).





Kommentare
2. Hat SPD-Apparatschik Stolz nichts auch schon mit dem Management von ABB, der Veritas und diversen Autozulieferern im Kreis reden wollen, als sie dichtgemacht haben?
Was ist passiert? Nix! Siehe Punkt 1.
Wann merkt ihr in Berlin endlich das dies nicht so weiter gehen kann.
Umweltschutz ja, aber in vertretbarem Rahmen damit es für jeden ( auch den normalen Bürger)bezahlbar bleibt.
Das Geld mit vollen Händen für jeden Sch…. zum Fenster raus schmeißen, aber für die eigene Bevökerung und die Firmen im Land nichts übrig haben!
Die haben bestimmt nur schlecht gewirtschaftet, kommt jetzt von den Ampeltreuen Lemmingen. Alleine die Zukunft für unsere Kinder ist es, was mir Sorgen macht. Es werden 2 Generationen wieder aufbauen müssen, was hier gerade vernichtet wird.
Wie man ja auch hier auf VO lesen kann, der Grüne Aufschwung steht vor der Tür, die Energiepreise fallen, die Inflation wird schwächer....
Man muss sich alles nur schönreden, feste dran glauben und dann kann man auch guten Gewissens solche Sprüche kloppen.
Wenn es sich so weiter entwickelt, sind wir durch die grünen Kriegstreiber sowieso bald im Wiederaufbau.
Wenn von oben nur Schei**e kommt, kann man unten nicht sauber aus der Sache herauskommen.