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Keiler Bier

250. Geburtstag von Friedrich Bury am 21. März

250. Geburtstag von Friedrich Bury am 21. März

In diesem Jahr feiert das Historische Museum Hanau - Schloss Philippsruhe den 250. Geburtstag des Hanauer Malers Friedrich Bury (21. März 1763- 18. Mai 1823).

Keiler Bier

Aus diesem Anlass zeigt das Museum vom 20. August bis 20. Oktober 2013 eine international bedeutende Ausstellung zu Ehren des Künstlers mit dem Titel "Der Maler Friedrich Bury (1763-1823) - Goethes zweiter Fritz."

Die Ausstellung ist das erste Kooperationsprojekt des Historischen Museums Hanau - Schloss Philippsruhe mit der Klassik Stiftung Weimar. Es ist zudem die erste große Ausstellung, verbunden mit einem langjährigen Forschungsprojekt, die die Spuren und das Werk Friedrich Burys der Öffentlichkeit präsentiert. Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Katharina Bott, hat das umfangreiche Forschungs- und Ausstellungsprojekt über Friedrich Bury 2009 initiiert. Sie hat seitdem zahlreiche neue oder verschollen geglaubte Bilder des Malers entdeckt, die erstmals in dieser Schau gezeigt werden. Das Team um Museumsdirektorin Dr. Katharina Bechler arbeitet derzeit am Katalog, der Organisation der Ausleihe der vielen Leihgaben sowie dem reichhaltigen Begleitprogramm, mit zweisprachige Führungen und spannenden Vorträgen von internationalen Experten. Der ansprechend gestaltete Ausstellungskatalog wird zur Ausstellung erscheinen.

Hintergrund

Bury wurde am 21. März 1763 als Sohn des Goldarbeiters und Graveurs Jean Jaques Bury in Hanau geboren. Seine Ausbildung, die er an der Hanauer Zeichenakademie begann, setzte er an der Kunstakademie in Düsseldorf fort, bis er schließlich im Jahr 1782 gemeinsam mit Johann Heinrich Lips seine Reise nach Italien antrat.

Rom wurde für Bury zur neuen Heimat. Er blieb 17 Jahre und verbrachte dort seine entscheidenden Lehr- und Studienjahre. In der heutigen Casa di Goethe auf der Via del Corso wohnte er mit Johann Heinrich Lips und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, dem "Goethe-Tischbein", in einer Künstler-Wohngemeinschaft zusammen. In den Jahren 1784 bis 1790 lebten die Züricher Maler Johann Heinrich Meyer und der Frankfurter Maler Johann Georg Schütz mit Bury in dieser Wohnung. Entscheidend für Bury waren die Jahre von 1786 bis 1789 als Johann Wolfgang von Goethe in die Via del Corso einzog.

Die Stadt Rom bot Friedrich Bury einen immensen Reichtum an Gemälden und Fresken alter Meister, wie Michelangelo, Raffael und Carracci, von welchen er Kopien fertigte und auf diese Weise seine künstlerischen Fähigkeiten weiter entwickelte. Er unternahm zahlreiche Reisen. Die Werke des Raffaelschülers Giulio Romano studierte er in Mantua und in Florenz zeichnete er nach dem Maler der italienischen Frührenaissance Andrea Mantegna.

Johann Wolfgang von Goethe wurde zum großen Förderer des jungen Burys, zunächst in Rom. Wie nahe sich die beiden standen, wird aus der Bezeichnung "mein zweiter Fritz", die Goethe Bury gab, besonders deutlich. Goethe setzte Friedrich Bury in eine Reihe mit dem "ersten Fritz", dem Weimarer Friedrich von Stein, Sohn der Charlotte von Stein. Durch die Freundschaft mit dem älteren Johann Wolfgang von Goethe, der Bury wie einen Sohn förderte, kam Bury in Kontakt zu kunstinteressierten Käufern. Diese sicherten Bury regelmäßige Einkünfte, so zum Beispiel auch die Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Anna Amalia, die bei Bury Kopien bestellten.

Doch nicht nur als Kopist wurde Bury bekannt, er war ebenso ein begabter Porträtmaler. Von ihm ließen sich neben bekannten Persönlichkeiten, wie Goethe und den Philosophen Herder und Fichte, auch wichtige Militärangehörige porträtieren.

Aufgrund politischer Unruhen in Europa als Folge der Französischen Revolution verließ Bury Italien 1799 und versuchte in Weimar Fuß zu fassen. Doch durch die hofinternen Intrigen gelang es Bury nicht, an Goethes Wirkungsstätte die Stelle des Hofmalers zu erringen. Größeren Erfolg hatte Bury als er nach Berlin umzog, wo er ab 1806 Auguste, Kurprinzessin von Hessen-Kassel, und ihrer Schwester Wilhelmine, der späteren Königin der Niederlande, Zeichenunterricht gab. Königin Luise von Preußen bestellte bei ihm eine Kopie der Sixtinischen Madonna, die heute den Mittelpunkt des Raffael-Saals im Potsdamer Schloss Sanssouci bildet. Obwohl Bury niemals den Titel eines Hofmalers trug, arbeitet er in seinen späten Jahren konstant an den beiden Höfen Hessen-Kassel und dem niederländischen in Den Haag als ein gefragter Porträtist seiner Zeit. Am 18. Mai 1823 starb Friedrich Bury in Aachen. Seine beiden fürstlichen Schülerinnen setzten ihm auf dem dortigen Friedhof ein Denkmal.

Foto: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Johann Georg Schütz, Friedrich Bury, Goethe in der Campagna di Roma, 1786/88, Feder aquarelliert, 13,2 x 20,9 cm, Klassik Stiftung Weimar, Museen, Graphische Sammlungen, Inv.-Nr. KHz/00365 (WV Gr 18).

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