Tierpfleger Michael Ritter freut sich über den Tier-Zuwachs. Die Vögel stechen nicht nur durch ihr besonders skurriles Aussehen hervor. „Als beliebte Delikatesse hatten die Menschen in Europa die ehemals heimischen Waldrappe bereits im 17. Jahrhundert ausgerottet“, weiß der Vogelexperte. Wenige Kolonien überlebten in der Türkei und in Nordafrika. Durch gezielte Zuchtprojekte ist es gelungen, den stark gefährdeten Ibisvogel in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern wieder anzusiedeln. Auch ihre Zugrouten in die alten Überwinterungsgebiete mussten die Waldrappe erst wieder erlernen. Dazu flogen Menschen in Ultraleicht-Fluggeräten voraus, die Vögel immer im Schlepptau.
Finanzielle Unterstützung beim Bau der Vogelvoliere, die rund 400.000 Euro kostete, leistete der Förderverein des Wildparks. Er übernahm mit 250.000 Euro einen großen Anteil. Der Technische Leiter des Wildparks, Frank Heß, erläutert das Konzept der hochmodernen Anlage. Auf knapp 35 Metern Länge und 12 Metern Breite bietet die filigrane Stahlbau-Konstruktion den geselligen Tieren genügend Raum zum Fliegen. Der ursprüngliche Uhu-Steinfelsen wurde integriert und soll den Waldrappen als zukünftiger Brutplatz dienen. Das Wildpark-Team hofft, dass sich die Jungvögel bis zur Brutsaison im nächsten Jahr zu Paaren zusammenfinden.
Die stark gefährdeten Waldrappe sind seit kurzem eine echte Bereicherung für die Tierwelt des Wildparks „Alte Fasanerie“. Bildquelle: Norbert Kappenstein



