Die Geschlechter der beiden Neugeborenen sind derzeit noch unbekannt. Der Grund dafür ist ebenso einfach wie nachvollziehbar: Elche gelten als ausgesprochen wehrhaft, und Jule nimmt ihre Aufgabe als Mutter sehr ernst. Wer versucht, den Kälbchen zu nahe zu kommen, dürfte sehr schnell Bekanntschaft mit einer entschlossenen Elchmutter machen. Sicherheitshalber verzichten die Tierpfleger daher aktuell noch auf einen näheren „Familienbesuch.“
Direkt nebenan wacht Kalli über das Geschehen – natürlich mit gebührendem Abstand. Damit Mutter und Kälbchen sich in Ruhe kennenlernen und die wichtige Mutter-Kind-Prägung ungestört stattfinden kann, bleibt der Papa vorerst in seinem eigenen Bereich. Nach dem Motto: Familienvater ja – Babysitter nein. Die beiden Jungtiere zeigen sich bereits munter, neugierig und erstaunlich flink auf ihren langen dünnen Beinchen und trinken kräftig bei ihrer Mutter. Besucherinnen und Besucher dürfen sich mit etwas Glück über vorsichtige erste Ausflüge der kleinen Elche freuen – vorausgesetzt Mama Jule ist mit dem Sicherheitsabstand einverstanden.
"Das gesamte Team freut sich sehr über den seltenen Nachwuchs und bittet alle Gäste um Ruhe und Rücksicht rund um das Elchgehege. Denn eines ist sicher: Wer einmal einem Elch gegenübergestanden hat, merkt schnell: Diese Tiere sind keine tapsigen Waldriesen, sondern sensible und beeindruckend charakterstarke Persönlichkeiten. Besonders Jule zeigt derzeit eindrucksvoll, dass Liebe, Fürsorge und eine Portion nordische Entschlossenheit wunderbar zusammenpassen. Vielleicht steckt also in jedem von uns ein kleines bisschen Elch: oftmals stur, manchmal vorsichtig, oft unterschätzt – aber mit großen Herzen für die Familie. Und wenn es darauf ankommt, verteidigt man die, die man liebt, mit aller Kraft. Genau wie Jule ihre beiden Waldzwerge", heißt es abschließend aus dem Wildpark.
Foto: Maja Heuer


