Morgens ist vor der Gebeschusschule regelmäßig "die Hölle los", so mehrere Eltern und Schülerinnen und Schüler: haltende und rangierende Autos, laufende Motoren, Eltern mit Zigarette in der Hand, Lehrkräfte, die versuchen, Kinder sicher über den Zebrastreifen zu lotsen und immer wieder unübersichtliche Situationen für die rund 400 Schülerinnen und Schüler. Der Elternbeirat der Schule hat sich deshalb mit großer Sorge an Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri gewandt.
"Ich kann die Sorgen der Eltern, der Lehrkräfte und vor allem der Kinder sehr gut nachvollziehen. Was gut gemeint ist, macht die Situation am Ende für alle unsicherer", sagt Dr. Bieri. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn mehrere Klassen zeitgleich Schulbeginn haben, entstünden durch die Vielzahl an sogenannten Elterntaxis gefährliche Situationen. "Wenn viele Autos gleichzeitig halten, wenden oder im Halteverbot stehen, leidet die Übersicht. Genau das brauchen Kinder aber: klare, sichere und verlässliche Verkehrsabläufe", so Dr. Bieri. Die Kinder der Klasse 4c haben nun "Strafzettel" gestaltet, die sie im Beisein des Bürgermeisters verteilen.
"Je mehr Elterntaxis direkt vor der Schule halten, desto größer wird die Gefahr – für das eigene Kind und für alle anderen. Die Gebeschusschule beteiligt sich wie viele Hanauer Schulen seit Jahren an Aktionen zum sicheren Schulweg. Kinder gestalten Plakate, es gibt regelmäßige Projekte zur Verkehrssicherheit und auch die Stadt unterstützt mit Markierungen, Zebrastreifen und pädagogischen Angeboten. Das Engagement der Kinder und der Elternbeiräte ist beeindruckend", so Dr. Bieri. "Umso unangenehmer ist es für viele Eltern selbst, wenn sie sehen, dass Regeln im morgendlichen Stress nicht eingehalten werden." Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Bieri appelliert an die Eltern: "Bewegung, Selbstständigkeit und Sicherheit gehören zusammen. Wer sein Kind ein Stück laufen lässt oder es an einer geeigneten Stelle aussteigen lässt, tut nicht nur etwas für dessen Entwicklung, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit vor der Schule." Sein Fazit ist klar: "Weniger Autos direkt vor dem Schultor bedeuten mehr Sicherheit, mehr Ruhe und einen besseren Start in den Schultag – für alle Kinder an der Gebeschusschule und in ganz Hanau."
Die Kinder der Klasse 4c der Gebeschus-Grundschule im Stadtteil Lamboy/Tümpelgarten haben „Strafzettel“ gestaltet, die sie im Beisein von Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri verteilen. Fotos: Stadt Hanau / Moritz Göbel





Kommentare
Den Eltern die ihre Kinder direkt vor der Schule absetzen ist kein Vorwurf zu machen.
Niemand würde seine Kinder einer Gefahr aussetzen!
Diese ist aber gleichzeitig, mit hohem Verkehrsaufkommen einhergehend, mit Gegenstand dieser Situation.
Ob es zielführend ist, Kinder Strafzettel an die Kfz Lenker zu verteilen, die sie morgens mit dem eigenen, privaten Auto in die Schule fahren, ist fraglich!
Außer man ist bestrebt wieder einmal die "ANDEREN" für alles verantwortlich zu machen, wer auch immer die sind.
Schwierig, wenn man das Problem erkennt, es aber scheinbar keine Lösung zu geben scheint.
Der Porsche SUV ist ja sinnbildlich in Szene gesetzt worden:)
Wobei ich die Problematik natürlich auch gut verstehen kann.
Jeder Verkehrsteilnehmer leidet täglich, unter dem teilweise Asozialen Verhalten von einigen wenigen.