Die Situation erschien für die Anwohner bedrohlich, da der Mann sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Auch Passanten eilten zu Hilfe, schließlich wurde telefonisch das nur wenige Meter entfernte Seniorenheim kontaktiert. Von dort, so die Anwohner, gab es aber nicht die erhoffte Unterstützung. Beim ersten Anruf sei ihnen mitgeteilt worden, dass das Pflegepersonal die Einrichtung nicht verlassen dürfe und ein Angehöriger informiert worden sei, beim zweiten Anruf sei man aufgefordert worden, die Polizei zu informieren. Dort ging schließlich auch ein Anruf ein: Das Pflegepersonal habe telefonisch mitgeteilt, dass ein Bewohner abgängig sei und im Seniorenheim inzwischen Hinweise eingegangen seien, wo sich dieser aufhalte – so die Bestätigung aus dem Polizeipräsidium Südosthessen. Eine Polizeistreife rückte schließlich an und brachte den Mann zurück in seine Unterkunft.
Für die Anwohner ein unbefriedigender Ablauf, schließlich seien es vom Bornwiesenweg nur wenige Meter bis zum Seniorenheim und schon des Öfteren habe Pflegepersonal Bewohner mit einem Rollstuhl abgeholt, die den Rückweg nicht mehr alleine geschafft hätten.
Die Pressestelle der Alloheim-Gruppe, zu der das Seniorenheim gehört, schildert die Situation anders: „Nachdem an besagtem Tag festgestellt worden war, dass sich der Bewohner außerhalb der Einrichtung befand, wurden umgehend die Angehörigen informiert sowie eigene Suchmaßnahmen eingeleitet. Da der Bewohner im unmittelbaren Umfeld der Einrichtung nicht aufgefunden werden konnte und die Pflegenden während der Schicht Verantwortung für die Betreuung mehrerer Bewohner tragen und deshalb nicht für einen längeren Zeitraum das Haus verlassen können, wurde frühzeitig die Polizei hinzugezogen.“
Kurz danach sei dann der telefonische Hinweis von Passanten auf den Aufenthaltsort des Bewohners erfolgt: „Die entsprechenden Informationen wurden unmittelbar an die bereits eingebundenen Einsatzkräfte weitergegeben, sodass der Bewohner zeitnah zurückgebracht werden konnte. Die Darstellung, Mitarbeitende unseres Hauses hätten Passanten aufgefordert, selbst die Polizei zu verständigen, trifft unserer Kenntnis nach nicht zu. Vor diesem Hintergrund widerspricht die Behauptung, aus unserer Einrichtung sei keine Unterstützung geleistet worden, aus unserer Sicht nicht den tatsächlichen Geschehnissen.“



Ehrlich gesagt glaube ich der professionellen Gegendarstellung des WH eher, als dem recht schlampig geschriebenen Augenzeugenbericht der "Anwohner". Ihr Telefon weiss z.B., wann Sie wen angerufen haben bis zur 10tel Sekunde genau, und?.
Aber ja, evtl. gibt es tatsächlich Verbesserungspotential für das WH, z.B eine geschulte Checkliste oder Verfahrensanweisung für solche Fälle. Thats it.
Und mal als "Lesender" dieses meist gut informierenden Portals. Ein Portal ist immer weit von recherchierendem Journalismus entfernt. Hier wurde einfach nur eine Behauptung und eine Gegendarstellung zusammengelötet. Das kann auch DPA sehr gut. Den ganzen Rest, wie ein Interview evtl. der wirklich Betrofffenen , eine Pressemitteilung der Polizei GN findet man nicht, sicher auch wegen DSGVo und Patientenschutz. In der GNZ steht garnix darüber.
Also Clickbait und unterhaltsamer Stammtisch fürs Muttertagwochenende.
Schöne Woche noch.