"Es handelt sich dabei um ein kommunales Taxisystem, das es ermöglicht, Fahrten im Stadtgebiet zu einem sehr günstigen Preis ab ca. 3 EUR durchzuführen. Das Konzept wurde in mehreren Kommunen des Main-Kinzig-Kreises schon vorgestellt – und mit unterschiedlicher Begeisterung aufgenommen. Offenbar eignet sich ein kommunales Taxisystem besonders für Kommunen mit, so die KVG, 'einer geringen ÖPNV-Angebotsqualität'. Im Fall von Langenselbold wurde die Abdeckung durch das bestehende Stadtbussystem von der KVG aber sehr positiv bewertet. Größere Anbindungslücken bestehen lediglich am Kinzigsee und am Friedhof Rödelberg, sonst sind alle Bushaltestellen in der Stadt mit wenig Aufwand erreichbar. Die Busse fahren halbstündlich, ein Carlos-Taxi wäre in 12 Minuten vor Ort – sofern ein Fahrzeug frei ist. Im Gegensatz zum klassischen Taxi bestehen allerdings wichtige Einschränkungen. Es werden nur bestimmte Stellen in der Stadt angefahren, das sind natürlich die Bushaltestellen und andere ausgewählte Haltepunkte – der Fußmarsch zur Haltestelle wird dem Fahrgast also nicht erspart bleiben. Dann sind die Fahrten auf Langenselbold begrenzt. Es gäbe die Möglichkeit einer Kooperation, zum Beispiel mit Rodenbach, dadurch könnte das Servicegebiet erweitert werden. Schließlich steht Carlos gemäß dem Vorschlag der KVG für Langenselbold nur am Wochenende zur Verfügung, und das auch nur bis 22.00 Uhr abends. Damit eignet es sich weder für Berufspendler, denen nachmittags mal wieder der Bus vor der Nase weggefahren ist, noch für jüngere Leute, die sich nach dem Feiern nach Hause fahren lassen wollen. Eine Erweiterung der Leistungen wäre möglich, aber selbst die Kosten für diesen geringen Angebotsumfang lägen schon sehr hoch", so die Grünen.
Und weiter: "Bezahlen müssten das Carlos-On-Demand-System alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, ob sie es nutzen oder nicht. Die Experten der KVG gaben Kosten in der Größenordnung von 100.000 Euro jährlich an, da es für das System Carlos mittlerweile auch keine Förderung des Landes mehr gibt. Alternativ könnte der Stadtbusverkehr reduziert werden, um die Kosten für Carlos gegenzufinanzieren, was wir von B‘90/ Die Grünen aber klar ablehnen. Trotz dieser Einschränkungen und Kosten macht die CDU Wahlwerbung mit 'Carlos'. Das ist insofern bemerkenswert, weil es doch die CDU ist, die sich sonst für die Einhaltung marktwirtschaftlicher Prinzipien stark macht, aber hier für einen öffentlich finanzierten Taxidienst wirbt. Wir von B90/Die GRÜNEN haben hingegen Kontakt mit dem Langenselbolder Taxiunternehmen aufgenommen, um in einer Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Unternehmen angepasste und preisreduzierte Lösungen anzubieten, um die dargestellten Lücken des öffentlichen Nahverkehrssystems in Langenselbold zu schließen. Entsprechende Vorschläge werden B90/Die GRÜNEN in der nächsten Legislaturperiode einbringen. Die Einführung von 'Carlos' lehnen wir ab."




Kommentare
Losgelöst davon irritiert mich, dass die Grünen im Kreis genau diesen Passus in ihrem Wahlprogramm stehen haben.
Wir werden…
• den On-Demand-Shuttle-Service „Carlos“ in alle Gemeinden ausdehnen und mit
Buslinien verknüpfen
Kein Mensch braucht diese Grüne Idiologie, nicht jeder Bürger ist in der Lage, mit dem Lastenrad tägliche Dinge zu erledigen.
Heftig, wie man nur Starrsinnig einer Ideologie folgen will, ohne Rücksicht auf die belange der Bürger einzugehen.