Während die Bauten immer seltener genutzt werden, steigen die Kosten für deren Instandhaltung stetig. Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung hat die Stadtverordnetenversammlung entschieden, dass die Trauerhalle auf dem Alten Friedhof in Dörnigheim abgerissen wird. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen.
Ende 2024 war die Trauerhalle geschlossen worden, um bereits ab diesem Zeitpunkt Unterhaltungs- und Reinigungskosten zu sparen und den Abriss vorzubereiten. Für den Rückbau des Gebäudes inklusive Kühlzellen sprachen die Zahlen: In den vergangenen fünf Jahren wurde die Trauerhalle durchschnittlich zweimal im Monat genutzt, die Kühlzelle an einem Tag im Monat. Dem gegenüber standen Instandhaltungskosten von rund 21.000 Euro jährlich. Um diese in Anbetracht der tatsächlichen Nutzung unverhältnismäßigen Ausgaben zu reduzieren und damit eine Erhöhung der Gebühren für Beisetzungen und Nutzungsrechte zu vermeiden, beschlossen die Stadtverordneten 2024 den Abriss des Gebäudes und die Entwidmung eines Teils der Friedhofsfläche.
Im Zuge des Abrisses wurde der Technikraum erhalten, da er die Strom- und Wasserversorgung auf dem Friedhof sicherstellt. Er wurde entsprechend aufbereitet und für den dauerhaften Weiterbetrieb gesichert. Direkt daneben wurde ein WC-Container errichtet, der farblich an die Fassade des Technikraums angepasst wurde und sich somit in das Umfeld einfügt. Auch eine Gedenktafel an die Beteiligten und Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871, die am früheren Gebäude hing, konnte erhalten und am Technikraum angebracht werden. Für die reibungslose und gute Umsetzung geht daher ein Dank an alle an der Maßnahme beteiligten Unternehmen.
Ein Teilbereich des Friedhofs – insbesondere die Rasenfläche hinter dem jetzigen Technikraum und dem WC-Container – wurde entwidmet. Das heißt, dass dieser Bereich nicht mehr für Bestattungen vorgesehen ist. Weil hier bislang ohnehin keine Beisetzungen erfolgt waren, mussten für die Entwidmung keine Ruhefristen beachtet werden. Wie die Fläche künftig genutzt wird, ist noch nicht entschieden. Der übrige Friedhof bleibt indes unberührt und steht weiterhin für Beisetzungen zur Verfügung. Trauerfeiern können wie gewohnt am Grab stattfinden oder alternativ in anderen geeigneten Räumlichkeiten, beispielsweise auf dem Neuen Friedhof in Dörnigheim. Dort gibt es auch stets freie Kühlzellen.
Mit diesen Anpassungen wird der Alte Friedhof Dörnigheim an die veränderte Nutzung angepasst, während mit dem WC-Container gleichzeitig ein wichtiges Angebot vor Ort erhalten bleibt. Die Kosten für den Abriss wurden aus dem laufenden Budget finanziert. Dafür wurden in 2024 und 2025 nicht zwingend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen von Gebäuden auf Maintaler Friedhöfen zurückgestellt.
Die Trauerhalle samt Kühlzellen auf dem Alten Friedhof Dörnigheim wurde abgerissen. Erhalten wurde das Technikgebäude, das durch eine WC-Anlage ergänzt wurde. Auch eine Gedenktafel konnte am Standort erhalten werden. Das Vorhaben wurde seitens der Stadt Maintal durch Vanessa Czerny (rechts, Fachdienst Bau- und Gebäudemanagement) und Nicole Bilz (Leitung des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung) begleitet. © Stadt Maintal



Kommentare
Der neue Friedhof liegt ganz am Rande der Stadt. Als Friedhohsbesucher ist man dort beim Besuch eines Grabes oder bei Trauerfeiern oft den unangenehmen
Gerüchen der Kompostierungsanlage ausgesetzt. Für ältere Menschen ist es nicht einfach die Gräber dort zu besuchen.
Ich finde es sehr traurig, dass die Verantwortlichen den neuen Friedhof dem alten Friedhof vorziehen. Der alte Friedhof gehört in Dörnigheim zum Stadtbild. Er ist wie eine grüne Lunge inmitten der Stadt. Der entwidmete Teil sollte auf keinen Fall bebaut werden dürfen, aber darauf läuft es vermutlich in Zukunft hinaus, sonst wäre die Entwidmung ja nicht nötig gewesen.