Auch auf Kinder wirken sich die Restriktionen im Alltag belastend aus. Deshalb lädt das Hessische KinderTagespflegeBüro (HKTB) in Kooperation mit dem Land Hessen zu einem Dialogforum mit Akteur*innen aus der Kindertagespflege in Hessen ein, um sich unter dem Titel „Blick nach vorne – Stärkung von Resilienz und Widerstandsfähigkeit in der Kindertagespflege“ auszutauschen. Ziel ist, Wege zu finden, um Kinder seelisch zu stärken.
Auch Kleinkinder erleben die coronabedingten Einschränkungen und Spannungen unmittelbar. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die psychischen Auffälligkeiten seit Beginn der Pandemie deutlich zugenommen haben. Besonders betroffen sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Fachberatungen, Kindertagespflegepersonen und Familien stehen vor den Herausforderungen, Kinder in dieser Situation bestmöglich zu begleiten. Schließlich steht die Kindertagespflege für einen Bildungsort, der gutes, gesundes Aufwachsen von Kindern ermöglicht - ganz besonders durch die familiennahe Betreuung, die konstante Bezugsperson und die kleine Kindergruppe.
Ein Impulsvortrag und der anschließende Austausch in Kleingruppen befassen sich mit der zentralen Frage, was es braucht, um ein gesundes Aufwachsen von Kindern in Pandemiezeiten zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Vorschläge, die Perspektiven und Chancen aufzeigen, um den Blick nach vorne zu richten. Die Impulsergebnisse sollen anschließend als hilfreiche Anregung, wie Kindertagespflegepersonen und Familien ihren Kindern Sicherheit und Stabilität vermitteln können, in den Betreuungsalltag einfließen. „Das Angebot zum gemeinsamen Austausch wird sehr gut angenommen. Wir freuen uns über das große Interesse der Fachpraxis, das Dialogforum für gemeinsame Reflexionsprozesse zu nutzen“, berichtet HKTB-Leitung Christiane Mickel.
Während des zweiten Dialogforums, welches durch Grußworte des Landes und Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher eröffnet wurde, stellte Elisa Martini, Gesundheitswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt der Gesundheitsförderung in der Frühkindlichen Bildung, die aktuellen Studienergebnisse zu den Auswirkungen auf die Gesundheit durch die Corona-Situation vor. Das besondere Potential der Betreuung in Kindertagespflege, durch einen überschaubaren Rahmen, Struktur und ein Stück Normalität in Zeiten der Pandemie bieten zu können, wurde im Dialog ebenso thematisiert, wie der Umgang mit pädagogischen Herausforderungen, etwa der Eingewöhnung in Pandemiezeiten.
„Die Pandemie stellt Familien vor enorme Herausforderungen. Da gibt es zusätzliche Belastungen im Alltag und gleichzeitig die Bedürfnisse der Jüngsten, die in dieser schwierigen Situation mehr Aufmerksamkeit benötigen und Geborgenheit erfahren möchten“, sagt Monika Böttcher. Sie sieht den fachlichen Austausch, den das Dialogforum ermöglicht, deshalb als wichtige Grundlage, um Kindertagespflegepersonen eine wertvolle Hilfestellung für den Betreuungsalltag zu bieten. „Mit dem Dienstsitz des HKTB im Rathaus profitieren wir natürlich von den kurzen Wegen und der guten Zusammenarbeit. Schließlich hat Kindertagespflege in Maintal ihre Wiege – für uns ein Ansporn, die Qualität dieser wichtigen Betreuungsform kontinuierlich weiterzuentwickeln“, so Böttcher.
Das Dialogforum richtet sich an Fachkräfte aus Beratung, Vermittlung und Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen, Fortbildner*innen, Multiplikator*innen, Kindertagespflegepersonen, Familien und Interessierte. Der nächste Termin ist am Montag, 5. Juli, von 16 bis 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Anmeldung per E-Mail an info@hktb.de oder unter Telefon 06181 400-724 wird bis zum 28. Juni gebeten.
Foto: Wie sich Kleinkindern in der Pandemie Stabilität und Sicherheit bieten lässt, damit befasst sich ein Dialogforum des Hessischen KinderTagespflegeBüros in Kooperation mit dem Land Hessen. Anlässlich des zweiten digitalen Austauschs sprach Bürgermeisterin Monika Böttcher (oben links) ein kurzes Grußwort. Screenshot: Stadt Maintal


