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„Stolpersteine“ in Wachenbuchen für Lehrerfamilie Sonneberg

Am Freitag, den 8. November um 16 Uhr werden in Wachenbuchen drei weitere „Stolpersteine“ des Kölner Bildhauers Gunter Demnig verlegt.

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Der Maintaler Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. erinnert damit an die gewaltsame Vertreibung der Lehrerfamilie Sonneberg vor 75 Jahren, an zugleich angerichtete Zerstörungen in der Synagoge, sowie den an diesem Tag begonnenen, mutwilligen und vollständigen Abbruch der jüdischen Schule.

Bereits einen Tag vor der in ganz Deutschland politisch und rassistisch motivierten Gewalt des Jahres 1938 hatten sich in einer Gaststätte von Wachenbuchen der damalige Bürgermeister Seng sowie Aktivisten der SA verabredet, dem jüdischen Lehrer des Ortes „eine Abreibung“ zu erteilen und die jüdische Schule abzureißen. Das Schulgebäude stand nämlich mitten auf der Hainstraße und bildete für den zunehmenden Verkehr ein Durchfahrthindernis, ähnlich wie heute noch das alte Rathaus von Bergen.

Lehrer Leo Sonneberg, der bei der Aktion schwer misshandelt und verletzt wurde, seine Frau Hedwig und deren Sohn Paul retteten sich bis Frankfurt, wo sie für einige Zeit im Baumweg unterkommen konnten. Während es Sohn Paul noch gelang ins Ausland zu flüchten, wurden Leo und Hedwig Sonneberg am 20. Oktober 1941 nach Lodz deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Von diesem Transport, abgegangen von der Frankfurter Großmarkthalle (jetzt Neubau der Europäischen Zentralbank), gab es bei Kriegsende von 1125 Deportierten nur zwei Überlebende.

Die Ausschreitungen in Wachenbuchen waren von etwa 35 – 40 Leuten begangen worden. Es gab darüber hinaus aber etwa 300, in Teilen sympathisierende Zuschauer. Dadurch war es möglich, nach dem Krieg genügend Zeugen zu finden, um vierzehn Haupttäter vor Gericht zu bringen und zu bestrafen.

In Maintal hat Gunter Demnig bereits 57 Stolpersteine verlegt, überwiegend für verfolgte Juden, einige aber auch für Euthanasieopfer in der christlichen Bevölkerung. Da der Kölner Bildhauer die zunehmende Zahl der Verlegungen nicht mehr alle persönlich vornehmen kann, wird der Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. die Stolpersteine für die Sonnebergs in Eigenregie verlegen. Wie Vereinsvorsitzender Herbert Begemann erläutert, sei dadurch auch sichergestellt, dass der Gedenktermin des 8. November eingehalten werden kann.

Info: www.brueder-schoenfeld-forum.de

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