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Thea Philipp wurde 94: Letzte Holocaust-Überlebende aus Maintal verstorben

Thea Philipp wurde 94: Letzte Holocaust-Überlebende aus Maintal verstorben
Dan und Tova Philipp, HodHaSharon (Israel) 2011. Quelle: Privat

Wie das Maintaler Brüder-Schönfeld-Forum dieser Tage von der Familie erfuhr, ist Tova Philipp, die letzte Holocaust-Überlebende aus dem heutigen Maintal, am 6. November 2025 in Israel verstorben. Sie wurde 94 Jahre alt. Als Thea Schönfeld in Wachenbuchen geboren, verbrachte die Verstorbene im damaligen Dorf ihre frühe Kindheit. Damals betrieben die Eltern Hermann und Rosa Schönfeld im Haus Hanauer Landstraße 3 ein kleines Geschäft für „Manufakturwaren“, worunter Textilien des alltäglichen Gebrauchs zu verstehen sind.

Bereits 1936, als sich der Terror gegen die jüdische Bevölkerung aber schon abzeichnete, emigrierte die kleine Familie nach Palästina und rettete sich so vor Verfolgung und Tod. Im späteren Staat Israel heiratete Tova, wie sie sich jetzt nannte, den aus Aachen stammenden Kriminologen Dan Philipp. Er starb 2024 an beider Wohnort Hod HaSharon in der Nähe von Tel Aviv. Lange Jahre war Tova Philipp als Lehrerin tätig.

1999 kamen Tova und Dan Philipp auf Einladung der Stadt Maintal nach Deutschland, um das Elternhaus in Wachenbuchen zu sehen. Doch zeigte sich dieses baulich stark verändert, so dass nur wenige Erinnerungen aus der Kindheit aufkamen. Wie der Vorsitzende des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum e.V., Herbert Begemann, mitteilt, gab es in den Folgejahren immer wieder Kontakt zur Familie Philipp, zuletzt wahrgenommen durch einen der zwei hinterbliebenen Söhne.

Wie Begemann im Namen des Vereins im Kondolenzschreiben an die Familie formulierte, endet mit dem Tod von Tova Philipp die Ära der unmittelbaren Zeitzeugen der Judenverfolgung in Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen. „In vielerlei Hinsicht ein Grund zur Trauer“, so der Vereinsvorsitzende.

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Dan und Tova Philipp, HodHaSharon (Israel) 2011. Quelle: Privat

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