Fünf Monate sind seither erst vergangen und schon sind die ersten 100 Plätze vergeben. Dennoch muss niemand Angst haben, keinen Platz mehr zu bekommen, denn die Stadt Nidderau hat alleine im ersten Teilgebiet bereits mehr als 650 Plätze vorgesehen. Im Bedarfsfall kann das Gebiet noch einmal nahezu verdoppelt werden. Viele der Interessierten suchen sich zu Lebzeiten einen geeigneten Baum aus. Die Interessierten kommen sowohl aus allen Stadtteilen der Stadt Nidderau, als auch aus angrenzenden Gemeinden bis hin zu Interessenten aus Frankfurt und Bonn.
Menschen, die sich für eine Bestattung im Bestattungswald interessieren, müssen sich grundsätzlich für eine Einäscherung entscheiden. Die Urnen sind aus einem biologisch abbaubaren Material gefertigt, das sich im Boden zersetzt. Bei der Baumauswahl besteht die Möglichkeit, sich zwischen einem Platz am Gemeinschaftsbaum oder für den Familien- und Freundschaftsbaum zu entscheiden. An jedem Baum können bis zu zwölf Bestattungen durchgeführt werden. Das Konzept ist unabhängig von Konfession und Wohnort.
In den letzten Jahren hat der Wunsch zu veränderten Bestattungsformen enorm zugenommen. Gründe hierfür sind der demografische Wandel, die Zunahme von Ein- und Zweikinder-Familien, Single-Haushalte sowie kinderlose Lebensgemeinschaften. Oft wohnen die für die Grabpflege Verantwortlichen nicht mehr am Ort. Aufgrund der immer stärker werdenden Anforderungen der Gesellschaft an die Mobilität des Einzelnen sind Geburts- und Lebensorte nur selten identisch.
Die Generationenfolge an einem Ort ist oft nicht mehr gegeben. Dies führt dazu, dass die Gräber von Angehörigen nicht mehr die nachhaltige Rolle als Erinnerung spielen wie zu früheren Zeiten. Diese Erinnerung wird heute vielfach durch andere Medien gepflegt. So können die Gräber von Angehörigen auch oft nicht mehr oder nur mit erhöhtem Aufwand gepflegt werden. Der Wunsch nach anderen, neuen Formen der Bestattungen, zum Beispiel dem anonymen Bestattungsfeld, dem Urnenrasenfeld oder einer Waldbegräbnisstätte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Pflegeärmere Gräber mit wenig zeitlichem Einsatz werden erwartet. Es werden Lösungen gesucht für pflegefreie Friedhofskonzepte mit überschaubaren Kosten. Außerdem werden Möglichkeiten gesucht, für sich selbst eine Vorsorgelösung zu planen und bereits zu Lebzeiten zu bezahlen.
In einem Bestattungswald wird die Grabpflege von der Natur übernommen. Der auf Friedhöfen übliche Grabschmuck (Blumen und Gestecke, Kränze und Kerzen) ist im Bestattungswald nicht zugelassen. Die Grabstätten sind naturbelassen und nicht durch Grabsteine oder Bepflanzungen gekennzeichnet. Lediglich kleine Schilder an den Bäumen weisen auf Wunsch auf die Grabstätten hin. Ein Vorteil für die Nachkommen besteht darin, dass eine Pflege der Grabstätte nicht erforderlich ist, aber dennoch ein angenehmer Platz für den Trauernden vorhanden ist.
Für den Bestattungswald spricht auch, dass immer mehr Menschen nach ihrem Tod wieder eins werden wollen mit der Natur. Nähere Informationen erteilt der Fachdienst Friedhofsverwaltung der Stadt Nidderau, Frau Regina Wilke, Tel. 06187-299-173 oder per E-Mail: regina.wilke@nidderau.de.


