Wer hat den Illusionisten ins Jenseits befördert? Diese Frage wurde bei dieser szenischen Lesung beantwortet, aber nicht in der Presse veröffentlicht! Die Hanauer Autorengruppe ZwanzigZehn e.V. ist nicht nur eine Literaturgruppe, in der eigene Texte gelesen werden, sondern versucht in gemeinsamem Wirken einen Schritt weiter zu gehen. Dazu begibt sie sich bei dieser Performance in die Krimiwelt der ‚60er-Jahre’ als die berühmten Edgar-Wallace-Filme und „Whodunnit-Krimis“ populär waren.
Die Krimi-Kurzgeschichten der Performance kreisten um einen höchst mysteriösen Mordfall und wurden mit Musik, Dramaturgie und Kostümierung inszeniert! Die Storys enthüllten zunehmend die mörderischen Charaktere der Beteiligten: Jeder ist Mittäter und das bedauernswerte Opfer ist der große Illusionist Reginald Thornton. Gerade hat man die Trauerfeier von ‚The Great Reggie’ mühsam durch gestanden, seine Urne an sich gebracht und ist im nahe gelegenen Bridgehead Inn endlich unter sich! Die ersten Pints lockern die Zunge und bringen alle gegeneinander auf; keiner ist dem anderen grün! Das Ensemble (Autoren in Klammern), die „feine Gesellschaft“ bestand aus Samantha Thornton (Esther S. Schmidt) der trauernden Witwe, Esmeralda Ascott-Littleton (Brigitte Hnilica vertrat kurzfristig Christine Saamer-Millman), der Schwester der trauernden Witwe, Paulette Dubois (Christiane Gref), Reginalds Agentin und Lester Funnyface (Matthias Ullrich), Reginalds größtem Konkurrenten sowie dem Rabbiner (Klaus Hnilica).
Jeder der Anwesenden vermutete zu wissen, wer Reggie getötet hat, so dass es hoch an der Zeit ist, die Wahrheit zu ergründen, die sich hinter der bürgerlichen Fassade der Trauergäste verbirgt. Doch der seltsame Rabbi, den alle ‚übersehen’, stört die Trauerfeier und outet sich als der lachende Dritte, denn er hatte allen Trauergästen gegen entsprechende Honorare „geholfen“ und kennt den tatsächlichen Mörder. Beim Vortrag ihrer spannenden und erotisch aufgeladenen Geschichten zeigten die einzelnen Autoren erstaunliche schauspielerische Fähigkeiten. Die Zuschauer lauschten gebannt, spendeten reichlich Beifall und schienen diesen atmosphärisch dichten Krimiabend im Schützenhof richtig zu genießen: eine höchst gelungene Veranstaltung!
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Autorengruppe ZwanzigZehn
Wie der Name vermuten lässt, gründete sich die Autorengruppe ZwanzigZehn im Jahr 2010. Sie besteht aus einem Dutzend Schreibenden, die sich regelmäßig im Hanauer Olof-Palme-Haus treffen und gezielt mit Lesungen in wechselnder Beteiligung auftreten. Das Ensemble bei 'Sein letzter Trick' besteht aus Christiane Gref, Esther S. Schmidt, Klaus Hnilica, Matthias Ullrich und Christine Saamer-Millman.
Christiane Gref begann 2005 mit dem Schreiben. Anfangs waren es Kurzgeschichten und eine Novelle, die allesamt veröffentlicht wurden. 2010 erblickte der erste Roman das Licht der Welt. Inzwischen sind es vier Romane: der letzte „Die Seelenwärter“ wurde auch wieder gemeinsam mit Meike Schwagmann, ebenfalls Gruppenmitglied, geschrieben.
Esther S. Schmidt beschäftigt sich seit 2005 ernsthafter mit dem Schreiben und wurde bereits in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. 2010 erschien ihr erster Roman „Der Trollring“ im Arcanum Fantasy Verlag.
Klaus Hnilica arbeitet in den beiden Autorengruppen 'Autorengruppe ZwanzigZehn' und 'Wortspieler' in Hanau und Rodenbach. Seit 2011 veröffentlicht er unter www.if-blog.de Kurzgeschichten im Internet, die bereits etliche Tausendmal angeklickt wurden; beliebt ist die Serie „Carl und Gerlinde“.
Matthias Ullrich geht seit 2009 dem lang gehegten Wunsch des Schreibens nach. 2010 schloss er sich der ‚Autorengruppe ZwanzigZehn’ in Hanau an. Er schreibt unter dem Pseudonym ‚mati‘. Im August 2013 wurde die finale Überarbeitung seines ersten Romans beendet; ein mystischer Thriller, der Englands Swinging Sixties in ein dunkles Licht taucht.
Christine Saamer-Millman gab ihrem Drang zu schreiben erst vor wenigen Jahren nach. Ihr 2013 erschienener Roman„Ellin“ entführt die Leser in zauberhafte Welten mit magischen Wesen und einer tapferen Heldin. Im Februar 2014 erschien ihr Roman „Escorter“, der die Leser direkt in die Hölle schickt.
Weitere Einzelheiten: www.agzz.de
Text und Fotos: Anton Hofmann



