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Schutzacker in Netzwerk „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen

Schutzacker in Netzwerk „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen
Von links: Stefan Meyer (ehemals Uni Göttingen), Marvin Bender (Hessenforst, Funktionsbeschäftigter Naturschutz Forstamt Schlüchtern), Mascha Werth (Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis), Nicolas Bickel (RP Darmstadt), Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt (RP Darmstadt), Reinhold Baier (Erster Stadtrat). an der neuen Tafel in dem Schutzgebiet. © RP Darmstadt

Der Wildkraut-Acker im „Naturschutzgebiet (NSG) Weinberg bei Hohenzell“ wurde in das bundesweite Netzwerk „100 Äcker für die Vielfalt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt aufgenommen – als erster dieser Art in Südhessen.

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Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt nahm dafür am Montag in Schlüchtern die entsprechende Urkunde in Empfang. Seine Behörde, das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, ist als Obere Naturschutzbehörde für Südhessen maßgeblich für den Erhalt und die Pflege des Schutzgebiets zuständig.

„Diese Auszeichnung macht deutlich, dass wir mit dem Schutz und der Pflege des Naturschutzgebietes einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten“, hebt Regierungspräsident Hilligardt hervor. „Dass die seltenen Ackerwildkräuter hier wieder einen Lebensraum finden, ist das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.“

Den Schutzacker hat 2022 das Land Hessen erworben. Seitdem wird er von einem regionalen ansässigen Landwirt ackerwildkrautfreundlich bewirtschaftet. Davor wurde die einzige Ackerfläche in dem Schutzgebiet im zweijährigen Wechsel als Ackerfutterfläche genutzt, Getreide im Wechsel mit Kleegras-Gemenge oder Luzerne. Das Gebiet zeichnet sich vor allem durch seine artenreichen Halbtrockenrasengebiete aus. Es ist schon seit 1995 Teil des NSG „Weinberg bei Hohenzell“.

Insgesamt wurden bei Kartierungen in dem Gebiet bislang 81 Ackerwildkrautarten nachgewiesen, wovon 14 auf der Roten Liste stehen. Neben der hohen Populationsdichte wildwachsender Ackerbau-Begleitpflanzen ist der Nachweis des Sommer-Adonisröschens herausragend. Dieses gilt in der gesamten Region als ausgestorben. In Deutschland sind solche Arten durch die intensive Nutzung der Landwirtschaft stark gefährdet. Ackerwildkräuter sind Nahrungsgrundlage vieler Tiere. Historisch sind sie an den Getreideanbau und die damit einhergehende Bodenbearbeitung angepasst.

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