Der Präsident informiert sich derzeit in den „Randgebieten“ seines Dienstbereiches. Prädestiniert dafür war eine Visite in Schlüchtern, das im „Dreiländereck“ der Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen mit dem Vogelsbergkreis sowie Kassel mit dem Landkreis Fulda liegt. Im Rathaus der Bergwinkelstadt wurde der 55-Jährige von Bürgermeister Matthias Möller und den Abteilungsleitern begrüßt. Und weil der Besuch in die wichtige Zeit der Eröffnung des neuen Obertores fiel, begann das Treffen mit der Vorführung eines Informationsfilm zur Neugestaltung dieses Herzstückes, der den Gast sehr beeindruckte.
Möller lobte in diesem Zusammenhang die umfassende Städtebauförderung, ohne die die Neugestaltung nicht möglich gewesen wäre. „Wir sind Land und Regierungspräsidium unglaublich dankbar“, verwies das Stadtoberhaupt auf den konstruktiven Dialog mit diesen Stellen. Das in dieser Größenordnung derzeit vermutlich größte Städtebauprogramm in ganz Hessen sei damit in Schlüchtern umgesetzt worden.
Hilligardt zeigte sich angetan, mit welchem Engagement auch von Seiten der Verwaltung das Langer-Areal neugestaltet wurde. Abteilungsleiter Thomas Rau verwies darauf, dass in der Schlüchterner Stadtverwaltung die komplette Umsetzung des Projekts mit Ankauf des Kaufhaus-Komplexes, Abriss, Neuplanung und Wiederaufbau ohne zusätzliche Personalstellen erfolgt und geglückt sei. Bürgermeister Möller führte dies vor allem auf die Mentalität der Menschen in Schlüchtern zurück, die ein großes Heimatgefühl besitzen. Darauf könne man stolz sein. Dieses Gefühl werde auch deutlich an den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit engagierten. Möller dankte zugleich seinem Mitarbeiter-Team, das in den vergangenen Monaten großen Einsatz gerade für das neue Obertor gezeigt habe.
Mit dem Regierungspräsidenten wurde in lockerer Runde ein bunter Strauß an Punkten angeschnitten. So waren beispielsweise die Pläne der Deutschen Bahn Thema, die in den kommenden Jahren in größerem Umfang das Leben in Schlüchtern beeinflussen werden. Der Bürgermeister erwähnte den geplanten großen Betriebsbahnhof im Norden der Stadt sowie die Bahnbrücke im Süden, die die Kläranlage der Stadt tangieren werde.
Andiskutiert wurde auch das Thema Windkraft. Möller zeigte sich insgesamt offen für einen vernünftigen Energiemix, gab allerdings zu bedenken, ein Großteil der Anlagen im Main-Kinzig-Kreis sei jetzt schon rund um Schlüchtern angesiedelt. Angesprochen wurde zudem die geplante Erweiterung der Firma Engelbert Strauss, die über die Grenzen der Stadt und damit auch des Regierungspräsidiums hinaus Richtung Flieden angedacht ist.
Möller betonte, als Bürgermeister eines klassischen Mittelzentrums plus und der größten Flächenkommune im Main-Kinzig-Kreis sei es nicht sein Anliegen, ein Klagelied bei dem Besuch des Regierungspräidenten anzustimmen. Dieser solle vielmehr die gute Beziehung verfestigen und Basis für eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit sein. Dies sei wichtig in einer Zeit mit „extrem gestiegenen und komplexeren Anforderungen“ für die Kommunen. Damit sich Hilligardt positiv an seinen Besuch in Schlüchtern erinnert, übergab das Stadtoberhaupt ihm einen hölzernen Schriftzug „I love SLÜ“.
Damit er auch in Darmstadt die Bergwinkelstadt Schlüchtern mag: Regierungspräsident Jan Hilligardt (links) bekam von Bürgermeister Matthias Möller einen Schriftzug „I love SLÜ“ geschenkt. Foto: Ulrich Schwind
Regierungspräsident Jan Hilligardt (Dritter von links) traf im Schlüchterner Rathaus Bürgermeister Matthias Möller (Dritter von rechts) sowie Spitzen der Stadtverwaltung. Foto: Ulrich Schwind






