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Rock den Acker trotzt Hagel, Kälte und Kostensteigerungen

Rock den Acker trotzt Hagel, Kälte und Kostensteigerungen
Helfer:innen & Orga-Team im Infield bei Rock den Acker 2026. Foto: Michael Vogel / Rock den Acker e.V.

Drei Tage Rockmusik, familiäre Festival Atmosphäre und eine gehörige Portion Durchhaltevermögen: Vom 14. bis zum 16. Mai 2026 feierte Rock den Acker auf dem Festplatz in Nidderau-Erbstadt sein 20-jähriges Jubiläum. Rund 500 Besucherinnen und Besucher pro Tag ließen sich auch von Hagelschauern, Kälte und matschigen Bedingungen nicht die Stimmung verderben.

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Was vor 20 Jahren als kleine Idee von Gründer Jens Seifried auf einem Baumstück mit Musik vom Band begann, hat sich längst zu einem festen Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft entwickelt. In seiner heutigen Form fand das Festival bereits zum siebten Mal statt. Hinzu kommt die Corona-Sonderedition „Hock den Acker“, die während der Pandemie ins Leben gerufen wurde.

Dabei stellte das Wetter die Veranstalter in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen. Am Festival Donnerstag verwandelte ein heftiger Hagelschauer den Acker zeitweise sogar in eine weiße Landschaft. Doch statt Frust überwog bei den Gästen der Humor: Cocktailbecher füllten sich mit Hagelkörnern als Eiswürfeln, spontane Hagel-Schneemänner entstanden auf dem Gelände und heißer Äppler entwickelte sich kurzerhand zum Verkaufsschlager. Mit viel Stroh und tatkräftiger Unterstützung der Helferinnen und Helfer konnte das Infield bereits am Freitag wieder optimal für den Festivalbetrieb vorbereitet werden.

Musikalisch bot Rock den Acker 2026 insgesamt 17 Acts. Zu den Headlinern gehörten Rising Insane und Indecent Behavior. Besonders in Erinnerung bleiben wird der Auftritt von Green Machine, die bereits am Freitagnachmittag das Publikum mit einer energiegeladenen Mitmach-Show begeisterten. Auch die erstmals verpflichtete Celtic-Rock-Band The Toshers sorgte mit tanzbaren Klängen für ausgelassene Stimmung. Die Tribute-Bands Opium fürs Volk und Maiden Unleashed rundeten die Abende mit gefeierten Hommagen an Die Toten Hosen beziehungsweise Iron Maiden ab.

Einer der emotionalsten Momente des Wochenendes ereignete sich während des Auftritts von Opium fürs Volk. Die Band bat Festivalgründer Jens Seifried und seine frisch angetraute Ehefrau Alexandra Seifried auf die Bühne und spielte für das Paar den Song „Alles aus Liebe“. Erst zwei Tage zuvor hatten die beiden geheiratet. Passend zum Jubiläum schloss sich zudem ein Kreis: Bei der Warm-Up-Party am Donnerstag stand mit dem DJ-Team Party Hard genau jene Formation hinter den Turntables, die bereits vor 20 Jahren beim ersten Rock den Acker dabei war.

Abseits der Bühne sorgten traditionelle Programmpunkte wie das Stöffchepong- und Laufi-Saufi-Turnier auf dem Campingplatz für Unterhaltung. Tattoo-Artist 13th Ink Road war erneut Teil des Festivals und verewigte das Rock-den-Acker-Logo in diesem Jahr gleich fünf mal unter die Haut von Besucherinnen und Besuchern.

Möglich gemacht wurde das Festival durch das Engagement von rund 120 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie zahlreichen Unterstützern aus der Region. Neben mehreren hundert Helferstunden während des Festivalwochenendes investieren die Organisatorinnen und Organisatoren bereits Monate im Voraus unzählige weitere Stunden in Planung, Vorbereitung und Durchführung.

„Ich kann es nicht fassen, dass die Menschen dem Wetter so getrotzt haben und es stellenweise sogar gefeiert haben. Ich habe gesagt bekommen: ‚Ja und, wenn das Wetter so bei Wacken ist, bleib ich ja auch.‘ Das finde ich schon echt krass. Wir sind ein recht günstiges Festival und mich hätte es nicht gewundert, wenn die eine oder der andere das Ticket dann einfach verfallen lässt. Umso mehr freut es mich, dass wir richtige Hardliner bei uns haben, denen das Wetter nichts anhaben kann“, sagt Lydia Bertram, 2. Vorsitzende des veranstaltenden Vereins.

Auch für Orga-Mitglied Philipp Edelmann bleibt vor allem die besondere Atmosphäre in Erinnerung: „Es ist einfach immer wieder schön, die ganzen strahlenden Gesichter am Sonntag vom Campingplatz laufen zu sehen. Alle verabschieden sich mit ‚Bis zum nächsten Jahr‘ – einfach toll.“ Dass viele Besucherinnen und Besucher diese Worte ernst meinen, zeigt ein Blick auf den Vorverkauf: Bereits am Festivalwochenende wurden 102 „Katz im Sack“-Tickets für Rock den Acker 2027 verkauft. 64 Gäste sicherten sich ein Kombiticket, weitere 38 entschieden sich für ein All-In-Ticket inklusive Camping.

Andreas Gruhn hebt insbesondere die Verlässlichkeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hervor: „Ich habe mittlerweile meine festen Helfer an der Theke, die jedes Jahr wieder zum Helfen kommen. Da brauchst du niemandem mehr etwas erklären – die schmeißen das mittlerweile alleine.“ Für Festivalgründer Jens Seifried ist das Jubiläum ein besonderer Meilenstein: „Wenn ich überlege, wie das alles mal anfing. Und 20 Jahre später stehe ich hier, habe zehn Leute an meiner Seite, die mit mir dieses Festival wuppen. Das ist ein irres Gefühl zu sehen, was aus Rock den Acker geworden ist.“

Trotz steigender Kosten und wirtschaftlicher Herausforderungen blickt das Organisationsteam optimistisch in die Zukunft. Das nächste Rock den Acker Festival findet vom 06. bis 08. Mai 2027 statt. Die Botschaft nach diesem Jubiläumswochenende scheint eindeutig: Hier wollen die Menschen auch nächstes Jahr wieder hin.

Rock den Acker ist ein ehrenamtlich organisiertes Rock- und Metalfestival in Nidderau-Erbstadt. Seit 2006 steht das Festival für familiäre Atmosphäre, faire Preise, regionale Verbundenheit und die Förderung von Rockmusik. Neben etablierten Acts erhalten insbesondere regionale Nachwuchsbands sowie junge Musikerinnen und Musiker eine Bühne. Veranstaltet wird Rock den Acker vom gleichnamigen Verein mit Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, regionaler Unternehmen, Vereine und Institutionen.

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Festivalpublikum trotzt Hagel und Kälte während Rock den Acker 2026. Foto: Michael Vogel / Rock den Acker e.V.

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Ausgelassene Stimmung auf dem Weg ins Infiled bei Rock den Acker 2026 in Nidderau-Erbstadt. Foto: Detleff Mell / Rock den Acker e.V.

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Die Band „Thornbridge“ mit Publikum auf dem Gelände des Rock den Acker 2026. Foto: Markus Köbler / Rock den Acker e.V.

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Publikum beim Pogen auf dem Rock den Acker 2026. Foto: Andreas Memmert / Rock den Acker e.V.

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Helfer:innen & Orga-Team im Infield bei Rock den Acker 2026. Foto: Michael Vogel / Rock den Acker e.V.

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