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Kreisbauernverband diskutiert mit Bundestagskandidaten

Kreisbauernverband diskutiert mit Bundestagskandidaten
Von links: Frank Giebisch, Martin Hüfner, Katja Reul, Heiko Hölzer, Volker König, Manuel Schneider, Anke Eyrich, Ulrich Klein, Janina Wagner, Manfred Desch, Thomas Lindt, Dominik Asch, Michael Neuner, Johannes Wiegelmann, Pascal Reddig, Philip Schinkel, Daniel Protzmann.

In Wächtersbach fand am 11. Februar eine Diskussionsrunde des Kreisbauernverbands Main-Kinzig e.V. zur bevorstehenden Bundestagswahl statt.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

Der Vorstand des Kreisbauernverbands hat Kandidatinnen und Kandidaten der Wahlkreise 174 und 179 zu einer Diskussion eingeladen, um über Themen und Sorgen der Landwirtschaft und den Erwartungen des Bauernverbands zur bevorstehenden Bundestagswahl zu sprechen. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Lindt bekamen Johannes Wiegelmann und Pascal Reddig (CDU), Philip Schinkel (Grüne), Michael Neuner (SPD), Dr. Markus Schmidt und Daniel Protzmann (FDP) und Dominik Asch (AfD) die Möglichkeit sich kurz vorzustellen, ihre Tätigkeitsschwerpunkte und ihren bisherigen Bezug zur Landwirtschaft zu schildern.

Während sich der SPD Kandidat Neuner mehr Mut, um Probleme anzugehen und sich beim Thema Bürokratieabbau Vorschläge der Basis wünsche, betonte Kandidat Schmidt, es sei wichtig für Landwirte wieder mehr Zeit im Stall als im Büro verbringen zu können und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Der Kandidat der AfD räumte ein, bisher keine großen Berührungspunkte mit der Landwirtschaft gehabt zu haben. Kandidat Schinkel vom Bündnis 90/Grünen berichtete von seinem Besuch bei einem regionalen Betrieb, um ein besseres Verständnis für die Probleme der Landwirtschaft zu erhalten. Wiegelmann und Reddig stellten den Bürokratieabbau ebenfalls als wichtigen Ansatz dar, um Landwirte zu entlasten, zudem soll ihrer Fachkompetenz mehr vertraut werden. Wichtiger Schwerpunkt der künftigen Bundesregierung sei, die Wirtschaft aus der Krise zu führen und hierzu gehöre auch die Landwirtschaft als ein wichtiger Teil davon dazu.

In der anschließenden Diskussion wurden unterschiedliche Sorgen des Berufsstandes angesprochen und nach Lösungsansätzen bzw. Statements hierzu gefragt. Darunter die Erhöhung des Mindestlohns bzw. hohen Lohnnebenkosten: bei großen Betrieben kommt es zur massiven Belastung durch immer höher werdende Personalkosten, während kleinere Betriebe sich zusätzlich benötigte Kräfte nicht leisten können – vorausgesetzt es werden Arbeitskräfte gefunden. Während SPD durch die Erhöhung ebenfalls eine bessere Stellung der Arbeitnehmer und ihrer Rentenvorsorge sieht, sollte laut CDU im Gegenzug über Steuerentlastungen als Anreiz gedacht werden, statt Erhöhungen zum Wahlkampfthema zu machen.

Des Weiteren sprach Anke Eyrich die Probleme des Flächenverbrauchs an, die für Betriebe – wie ihr eigener – im „Speckgürtel“ des Rhein-Main-Gebietes ein sehr präsentes Problem darstelle. Den Kandidaten sind die Konflikte bekannt und dass die Landwirtschaft in den Entscheidungsprozessen nicht ausreichend einbezogen wird. Der Leerstand in den Städten und die fehlende Nutzung großer Dachflächen für PV-Anlagen wurden sowohl von SPD- als auch Grünen-Kandidaten als möglichen Lösungsansatz angesprochen. Vorstandsmitglieder machten deutlich, dass nicht alleine der Verlust von Flächen durch die Ausweisung von Wohngebieten oder den Bau neuer Straßen problematisch sei, auch der damit verbundene Flächenausgleich führt zu weiteren Flächenverlusten.

Als ein weiteres Problemfeld sprach Thomas Lindt die Tierhaltung an: Planungsunsicherheit, hohe Forderungen der Verbraucher und mächtige Lebensmittelketten, führen zur Reduzierung oder gar Aufgabe der Tierhaltung. Herr Lindt fragte wie die Kandidaten diesem Trend entgegenwirken möchten. Die FDP sprach sich für den Erhalt der Kombihaltung aus und betonte die hohen Standards in Deutschland, während sich Kandidat Asch und Schinkel in diesem Zusammenhang kritisch gegenüber des Mercosur-Abkommens äußerten. Die CDU möchte die Planungssicherheit verbessern, indem Entscheidungen nicht rückwirkend und je nach Planungsstand nicht weiter verändert werden können und äußerte sich zur Notwendigkeit von Handelsabkommen, jedoch mit der damit verbundenen Angleichung von Standards für die zu importierenden Lebensmitteln.

Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde die Bejagung von Wolf, Biber und Fischotter, sowie der Wegfall der Agrardieselrückerstattung, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die CO²-Abgabe angesprochen.

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Von links: Frank Giebisch, Martin Hüfner, Katja Reul, Heiko Hölzer, Volker König, Manuel Schneider, Anke Eyrich, Ulrich Klein, Janina Wagner, Manfred Desch, Thomas Lindt, Dominik Asch, Michael Neuner, Johannes Wiegelmann, Pascal Reddig, Philip Schinkel, Daniel Protzmann.

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