Am 13. Februar hatte der Kreistag der Verschmelzung mit der Main-Kinzig-Kliniken Pflege und Reha gGmbH (PuR) zugestimmt. „Vorrangiges Ziel dieser Verbindung ist die Schaffung weiterer Synergien innerhalb der bisherigen Zusammenarbeit sowie die Bildung idealer Rahmenbedingungen zur perspektivischen Erweiterung des bisherigen Ausbildungsangebotes“, erläutert Landrat Thorsten Stolz (SPD).
"Beide Gesellschaften sind gemeinnützig und verfolgen gleichartige Zwecke im Bereich Ausbildung und Pflege. Mit der Verschmelzung kommt es vorrangig zu Synergien durch den Abbau paralleler Verwaltungsstrukturen, zur administrativen Vereinfachung und damit zur Kostensenkung. Dieser Beschluss ist der nächste konsequente Schritt, um wie geplant die Ausbildungskapazitäten im Gesundheitsbereich des Main-Kinzig-Kreises nachhaltig zu sichern, weiterzuentwickeln und zu erhöhen“, wie der Landrat weiter ausführt.
Bereits im vergangenen Jahr habe die Kapazitäten schon deutlich ausgebaut werden können, was mit circa 600 Auszubildenden auch zu einem Rekordergebnis geführt habe: "Derzeit umfasst das Angebot die Berufsgruppen Pflegefachpersonen (dreijährige Ausbildung), Krankenpflegehilfe (einjährige Ausbildung), Altenpflegehilfe (einjährige Ausbildung), Operationstechnische Assistenten (OTA) sowie mit der Eröffnung des Physio-Campus seit September 2025 auch den Bereich Physiotherapie." Wie Geschäftsführer Jörg Karnelka berichtet, werde im Sinne der Fachkräftegewinnung mit circa 100 Kooperationspartnern im Ausbildungsverbund zusammengearbeitet. Gemeinsames Ziel sei die erfolgreiche Akquise junger Menschen für die Gesundheitsfachberufe. "Aus diesem Netzwerk entstehen zudem weitere Ideen und Konzepte, um die Fort- und Weiterbildung noch stärker an die Bedarfe der Region anzupassen. Perspektivisch ist auch die Gründung einer Schule für Ergotherapie geplant sowie als ein mögliches Pilotprojekt in Hessen die pädiatrische Fachweiterbildung“, blickt der Geschäftsführer voraus. Ein wesentliches Anliegen würden die laufenden Planungen für einen Erweiterungsbau bleiben, um die bisherigen Standorte in Gelnhausen und Rodenbach zu bündeln. Konkret gehe es um einen zentralen Bildungscampus für bis zu 800 Auszubildende.
"Dieses durch den Main-Kinzig-Kreis finanzierte Leuchtturmprojekt schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltige Ausbildung von Fachkräften in der Region und dessen Akteuren im Gesundheitswesen. Das Raum- und Funktionsprogramm konnte für diesen Neubau bereits erstellt werden, was die Grundlage für die weitere Planung bildet. Das derzeit geschätzte Investitionsvolumen liegt bei etwa 21,5 Millionen Euro. Die Finanzmittel dafür stehen im Haushalt bereit. Noch in diesem Jahr soll das für den Neubau vom Main-Kinzig-Kreis erworbene Grundstück in der Frankfurter Straße 32 in Gelnhausen für die Baumaßnahme vorbereitet werden. Dies bedeutet konkret, dass das bestehende Gebäude abgerissen wird und notwendige Bodensanierungen durchgeführt werden. Parallel werden in dieser Zeit die Ausschreibungen und Planungsarbeiten vorangetrieben. Teil dieses Bauprojektes ist auch die Errichtung eines Parkhauses auf dem bisherigen Bildungscampus, um die seit Jahren bestehenden Parkplatzprobleme lösen zu können. Der Baustart ist im Jahr 2027 geplant. Die Bündelung der Ausbildungskapazitäten im Main-Kinzig-Kreis war eine zukunftsweisende Entscheidung zur Stärkung der regionalen Gesundheitsversorgung durch den dringend benötigten qualifizierten Nachwuchs“, betont Landrat Thorsten Stolz und verweist auf die aus seiner Sicht positive Gesamtentwicklung seit der Gründung 2023. Bereits innerhalb kurzer Zeit habe sich die Main-Kinzig Akademie für Gesundheit und Pflege erfolgreich als regionales Ausbildungszentrum für die Gesundheitsfachberufe positioniert.
Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Main-Kinzig Akademie für Gesundheit und Pflege gGmbH (MKA) stehen in den kommenden Jahren vor großen Aufgaben.


