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Dramatische Schilderungen: In welchem Umfeld lebt ein 13-Jähriger im Main-Kinzig-Kreis?

Dramatische Schilderungen: In welchem Umfeld lebt ein 13-Jähriger im Main-Kinzig-Kreis?

Es sind erschütternde Schilderungen, die die Redaktion erreicht haben: Gefährdung von Kindeswohl wird darin einer Familie aus einer Gemeinde aus dem Main-Kinzig-Kreis vorgeworfen, ein 13-jähriger Junge „geht hier sehenden Auges vor die Hunde“, heißt es in der ausführlichen Mitteilung aus der Nachbarschaft. Die VORSPRUNG-Redaktion nennt hier keine Namen und keinen Wohnort, veröffentlicht die Vorwürfe angesichts einer möglicherweise dramatischen Situation für das Kind aber dennoch.

Harth & Schneider

In dem Schreiben an die Redaktion heißt es: „Was die anderen Eltern über den Jungen erzählen: Er geht kaum noch richtig zum Unterricht der 7. Klasse. Andere Mitschüler-Eltern haben mir erzählt, dass der Junge ganz schwere Angstattacken hat. Der ‚friert‘ wohl regelrecht vor der Klassentür ein, schafft es nicht rein und muss dann abgeholt werden. Die Kinder sagen, wenn er mal im Unterricht sitzt, schläft er oft total tief ein, weil er zu Hause keine Ruhe kriegt und völlig fertig ist. Es ist so symptomatisch für die Vernachlässigung: Die Haustür daheim klemmt so stark, dass er sie kaum aufbekommt. Deshalb krabbelt er regelmäßig im Garten unter einem kaputten Garagentor hindurch ins Haus, in dem aktuell sogar Wildvögel brüten – was man beim Blick in den Garten genau beobachten kann. Die Mutter sabotiert seine soziale Entwicklung komplett: Sie meldet ihn systematisch von allen Schulausflügen und Klassenfahrten ab, damit bloß niemand merkt, wie fertig der Junge ist. Sie weigert sich wohl schon seit der Grundschule, mit ihm zum Arzt oder Psychologen zu gehen, weil sie nach außen so tun will, als wäre alles super. Der Vater sitzt sowieso nur noch am PC und zockt. Und die Schulleitung guckt seit Jahren einfach zu, wie der Junge psychisch vor die Hunde geht. Das Jugendamt war im Januar schon zweimal da, und zwar am 08. und am 29. Januar. Die haben die vermüllte Messiewohnung gesehen, die Schrottautos im Garten, die ganze Hasenzucht in der Autogarage und sie wussten von der Schulsituation. Und wissen Sie was? Die Mitarbeiter vom Amt fanden das damals alles ‚akzeptabel‘ und sind wieder gegangen! Weil nichts passierte, wurde Ende April eine offizielle Beschwerde gegen das Jugendamt beim Sozialministerium eingereicht. Aber das Jugendamt hat die Beschwerde einfach wochenlang ausgesessen und es ist nichts passiert.“

Der Main-Kinzig-Kreises wurde um eine Stellungnahme gebeten, ob an der Anschrift eine Gefährdung von Kindeswohl droht, geht aber auf den konkreten Fall nicht ein. „Aus rechtlichen Gründen kann der Main-Kinzig-Kreis zu solchen Anfragen generell keine Angaben machen“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Illegale Hasenzucht?

Neben der Vernachlässigung des Kindes sollen die Eltern auch eine illegale Hasenzucht in der Garage betreiben. In dem Schreiben an die Redaktion heißt es hierzu: „Das Veterinäramt weiß schon seit einer Meldung vom 27. Mai ganz genau, was da los ist. Die Mutter züchtet heimlich in der Garage Kaninchen und verkauft sie im Internet. Da hocken unzählige Tiere auf engstem Raum ohne richtig Luft. Das Amt hat aber erst was gemacht, als man ihnen am 9. Juni mit der Presse gedroht hat. Erst dann kamen sie am 11. Juni zur Kontrolle, haben aber nur geredet. Die Kaninchen sind immer noch in der stickigen Garage, aber das Amt hat es nicht interessiert. Jetzt im Juni hatten sie nach einem Kontrollbesuch des Veterinäramtes dann wohl doch Angst, dass ihr Versagen auffliegt, und kamen plötzlich wieder zweimal am 15. und 17. Juni alibimäßig vorbei. Aber anstatt sich mal die Wohnung anzugucken, waren die Mitarbeiter jeweils nur ganz kurz da und sind nur in die Garage im Haus gegangen, um nach den Kaninchen zu sehen! Dabei haben sie vollkommen ignoriert, dass die Ammoniakgase aus dem Kaninchenurin durch jede Ritze und direkt nach oben in den Wohn- und Schlafraum ziehen. Das Kind atmet diesen ätzenden Chemie-Cocktail rund um die Uhr ein, was auch seinen komatösen Tiefschlaf in der Schule erklärt – aber das Jugendamt kontrolliert lieber alibimäßig die Hasenställe. Die Mutter hat sie wohl wieder weggelabert und die haben nicht mal einen Fuß in die Wohnung gesetzt. Wenn sie reingegangen wären, hätten sie gemerkt, was hier alle in der Straße wissen: Seit zwei Wochen wohnt da auch noch ein völlig fremder Mann auf der Couch in dem ganzen Chaos! Das Amt drückt sich einfach vor der Arbeit.“

Besonders schlimm soll es am heißen Hitze-Wochenende gewesen sein: „Jemand aus der Nachbarschaft hat am Donnerstag die Polizeistation Gelnhausen schriftlich informiert, dass die Tiere bei dieser Hitze in der heißen Garage jämmerlich eingehen. Die Polizei kam aber nicht vorbei, sondern hat das am Donnerstag wohl nur direkt an das Veterinäramt weitergeleitet. Und was ist dann passiert? Gar nichts! Das Veterinäramt hat den Notruf einfach zwei Tage liegen lassen und ist ins Wochenende gegangen. In der Hitze sind über das Wochenende bestimmt etliche Tiere jämmerlich verreckt. Fragen Sie ruhig das Veterinäramt, die haben den Bestand vor zwei Wochen gezählt und können genau ermitteln, wie viele Tiere jetzt nach der Hitzewelle fehlen!“

Das Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises bestätigt zumindest Untersuchungen: „Ja, es hat im Juni eine Vor-Ort-Kontrolle des Main-Kinzig-Kreises gegeben. Der Austausch zwischen der Tierhaltung und dem Veterinäramt läuft noch. Zu laufenden Verfahren kann der Main-Kinzig-Kreis keine Angaben machen.“ Zur Hasenzucht antwortet die Kreisverwaltung nur ganz allgemein: „Zum konkreten Fall lässt sich aus dem genannten Grund nichts sagen. Grundsätzlich gilt, dass die private Kaninchenhaltung nicht erlaubnispflichtig ist. Die Verwaltungsvorschriften im Tierschutzrecht sehen die Voraussetzungen für das erlaubnispflichtige, gewerbliche Züchten von Kaninchen in der Regel erst dann erfüllt, wenn mehr als 100 Jungtiere pro Jahr produziert/gezüchtet werden.“

Schrottautos im Garten?

„Als ob das nicht reicht, verkommt der Garten zu einem Autofriedhof. Da rotten alte Wracks vor sich hin und nur ein Stück weiter fließt der Bach. Wenn es regnet, läuft das ganze Öl und die Bremsflüssigkeit in die Erde und den Bach. Auf Google StreetView sieht man den Stand aus 2023, mittlerweile ist alles noch viel schlimmer! Das Umweltamt weiß das auch schon seit dem 09. Juni – getan haben sie bis heute, nach fast einem ganzen Monat, absolut nichts. Es ist nicht mal jemand zum Nachschauen gekommen.“ Hierzu erklärt die Kreisverwaltung: „Bei einer Vor-Ort-Kontrolle im Juni hatte sich diese Schilderung nicht bestätigen lassen.“

Für die besorgte VORSPRUNG-Leserin bleibt die Situation unerträglich: „Warum ich Ihnen das schreibe: Das Jugendamt sagt im Januar, die Messiebude ist okay. Im Juni kontrollieren sie lieber Hasen in der Garage, während ein fremder Mann einzieht. Das Veterinäramt bewegt sich erst, wenn man mit den Medien droht und lässt danach die Tiere am heißen Wochenende im Stich. Und mittendrin sitzt ein kleiner Junge, der völlig vergessen wird.“

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