Geht es nach dem Willen des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. André Kavai, so soll der Kreis künftig wieder 100-prozentiger Gesellschafter der Bildungspartner sein. Außerdem soll die Akademie für Gesundheit, die neben der Volkshochschule und dem Campus beruflicher Bildung eine der drei Säulen der Bildungspartner darstellt, aus der Gesellschaft herausgelöst werden. Als eine „Rumpfgesellschaft“, die nicht mehr als „die alte Volkshochschule mit neuem Namen“ ist, bezeichnet die CDU-Kreistagsfraktion die vorgestellten Pläne des Dezernenten Kavai und hofft auf eine Ablehnung der Vorlage durch den Kreistag.
„Mit der Gründung der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH im Jahr 2008 machte lebenslanges Lernen im Main-Kinzig-Kreis einen großen Schritt voran. Schlagkräftig gestalteten hier zwei vormals konkurrierende Bildungsträger lebenslanges Lernen neu, unterstützen massiv Kitas und auch Schulen, schlossen neue Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und mit sozialen Einrichtungen wie dem Behindertenwerk.
Die angekündigte Zerschlagung der Bildungspartner bedeutet nun ein Zurück auf den Ausgangspunkt“, äußert der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Michael Reul. Der ursprünglich als Angebot für Unternehmen und für Studierende angedachte Campus berufliche Bildung drohe im neuen Modell ohne den Ausbildungsbereich der Akademie für Gesundheit schnell zum Anhängsel der Volkshochschule degradiert zu werden. Der mühsam aufgebaute Leuchtturm für lebenslanges Lernen im Main-Kinzig-Kreis verliere so an Strahlkraft.
„Die große Koalition hatte in den vergangenen Jahren den Anstoß zur Gründung und Gestaltung der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH gegeben. Nach der offiziellen Gründung der Gesellschaft und der Fertigstellung des Bildungshauses überschlugen sich die Fraktionen gegenseitig in den Lobeshymnen für die Einrichtung“, erinnert sich Reul. So seien die Bildungspartner bundesweit zu einer Vorzeigereinrichtung geworden. Dass diese Einrichtung nun unter der neuen Koalition zerschlagen werden solle, bezeichnet Reul als eine „Vollbremsung für die Gesellschaft“.
„Mit der neuen Konzeption wird der alte Zustand zweier getrennt vor sich hinarbeitender Gesellschaften wiederhergestellt. Neu entstandene Synergien werden rückgängig gemacht und das in Gelnhausen vor etwas über einem Jahr errichtete Bildungshaus, das auf eine Gesellschaft mit den drei Säulen zugeschnitten wurde und als kompaktes Bildungsdienstleistungszentrum funktionierte, verliert massiv an Bedeutung“, fürchtet der CDU-Fraktionschef. Die CDU habe ihrerseits lange auf ihrer Klausurtagung die vorgeschlagene Umstrukturierung der Bildungspartner debattiert. Ihr Fazit: „Eine intensivere Kooperation bei den Alten- und Krankenpflegeausbildung ist auch ohne eine Zerschlagung der Bildungspartner möglich – zumal Herr Dr. Kavai von einer ursprünglich mal geforderten betrieblichen Fusion von Alten- und Krankenpflegeschule ohnehin schon lange nicht mehr spricht. Die CDU steht zu ihrem Erfolgsmodell und möchte dieses nicht zu einer Rumpfgesellschaft verkommen lassen.“



