TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Geplanter Rechtsbruch im Main-Kinzig-Kreis: "Sozialamt rudert zurück"

Geplanter Rechtsbruch im Main-Kinzig-Kreis: "Sozialamt rudert zurück"

Die Fraktion die Linke im Kreistag des Main Kinzig Kreises hatte das Sozialamt des Main Kinzig Kreises aufgefordert, die möglicherweise rechtswidrige Praxis der (Nicht-) Anrechnung der Betriebskosten- und Heizkostenabrechnungen, Hauslastkosten sowie Versicherungen sofort zu beenden. Das Sozialamt behauptet in einem Infoschreiben, dass aufgrund geänderter Rechtslage seit dem 01.01.2025 diese Kosten nur noch bei fristgemäßer Einreichung berücksichtigt werden könnten. Bei verspäteter Einreichung sollte kein Anspruch mehr bestehen.

Autohaus Koch

Am 30.03. hatte Harald Thomé zu der „Stellungnahme“ des Sozialamtes berichtet. Er kam zu der Auffassung: „Das MKK-Sozialamt beruft sich dabei auf ein BMAS-Rundschreiben (2024/01-16.08.2024). Ich habe dieses Rundschreiben eingesehen – und die vom Sozialamt behaupteten Regelungen finden sich darin nicht. Bewertung: Die Behauptungen des MKK-Sozialamtes sind unrichtig. Nachdem das Amt bereits öffentlich kritisiert wurde, weiterhin falsche Aussagen aufzustellen, ist schon starker Tobak.“ Deshalb forderte die Linke dazu auf, im Kreistag dazu umfassend Stellung zu nehmen und hatte hierzu umgehend eine Anfrage an den Kreistag gestellt. Die Antwort der Kreisverwaltung liegt nun vor. https://sessionnet.owl-it.de/main-kinzig/bi/getfile.asp?id=84765&type=do

"Damit hat der Kreis exakt das bestätigt, was Harald Thomé kritisiert hat. So heißt es bei Frage 5 'Verlangt das Sozialamt einen gesonderten Antrag für Nebenkosten? Wie geht das Sozialamt hierbei mit der Weisung des BMAS-Rundschreiben 2024/01-16.08.2024, unter 35.1.5.1 S. 15 um?': Nein, Nebenkosten müssen, zumindest in laufenden Fällen, nicht gesondert beantragt werden. Wenn die Nebenkosten als einmaliger Bedarf gewährt werden, muss eine Antragstellung erfolgen. Damit hat das Amt 50 - Soziale Förderung und Teilhabe klar und deutlich gesagt, dass das Infoschreiben gegen geltendes Recht verstoßen hat", fordert Andreas Müller (Fraktionsvorsitzender Die Linke) als Konsequenz, dass das Amt ein korrigiertes Infoschreiben an alle bisherigen Adressaten schickt und das richtig stellt.

Zudem fordert er die Stellungnahme der Fachaufsicht ein. Des Weiteren möchte die Linke die aktuellste KdU - Richtlinie aus dem SGB XII und etwaig ergänzender Weisungen, wo diese Rechtsposition und die die Fachaufsicht des Sozialamtes, eingearbeitet wurde, sehen. "Nur dadurch wird sichergestellt, dass in Zukunft die entsprechenden Regelungen auch eingehalten werden und wie wichtig eine Linke Fraktion im Kreistag sein kann, wenn es um konkrete Rechte von Bürgerinnen und Bürgern geht", so Müller.

Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de

Kommentare

9
der_Hermann
1 jahr vor
Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen hat denn das gesetzwidrige Vorgehen nun? Ich vermute mal keins.

Wie bereits geschrieben, wurde da etwas gegen den Willen derer durchgesetzt, obwohl die, die das dann ausbaden mussten, vor dem Ärger da da kommen wird gewarnt haben.
Gefällt mir 6 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
10
jockel fahlteich
1 jahr vor
Ich warte bis heute auf eine Antwort
Gefällt mir 11 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
10
Freigeist
1 jahr vor
Du wirst ein halbes Jahr warten dürfen.

Die Mühlen mahlen langsam
Gefällt mir 11 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
10
jockel fahlteich
1 jahr vor
Ich warte bis heute auf eine Antwort-
Gefällt mir 10 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
0
Ich
1 jahr vor
Antwort auf was?
Gefällt mir 2 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
9
Fritz the Cat
1 jahr vor
Eine Antwort aus Absurdsistan.
Früher konnte man erwarten, dass Grundgesetze eingehalten werden. Heute ist das in der Bananenrepublik BRD durchaus nicht mehr selbstverständlich.
Gefällt mir 5 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
MKK-Jobs