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Keiler Bier

"Gesunde Erde, gesunde Menschen"

"Gesunde Erde, gesunde Menschen"

"Die Klimakrise bedroht nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit und Ernährungssicherheit", so die Gruppierung "People for Future Gelnhausen/Main-Kinzig" in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Gleichzeitig bietet die Art und Weise, wie wir uns ernähren, eine der größten Chancen für mehr Klimaschutz, Artenvielfalt und Gesundheit. Die People for Future Gelnhausen/Main-Kinzig weisen darauf hin: Die Reduktion tierischer Lebensmittel kann helfen, mehr Menschen gesund zu ernähren, das Klima zu schützen und die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Vogelgrippe einzudämmen."

Gesundheit: Der globale Speiseplan gefährdet unser Wohlbefinden

"Mehr als 820 Millionen Menschen weltweit sind unterernährt, während andere durch Überernährung oder falsche Ernährung krank werden. In Deutschland steigen die Zahlen für Fettleibigkeit, koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Diabetes – oft verursacht durch eine ungesunde, fleischlastige Ernährung. Studien belegen, dass der übermäßige Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöht[1]."

Antibiotikaresistenzen als wachsende Gefahr:

Die intensive Tierhaltung begünstige die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen: "Ein großer Teil der weltweit eingesetzten Antibiotika landen in der Nutztierhaltung[2] – mit gravierenden Folgen für die menschliche Gesundheit. Resistente Keime können von Tieren auf Menschen übertragen werden und die Behandlung von Infektionen massiv erschweren, im schlimmsten Fall verhindern."

Vogelgrippe: Massentierhaltung als Ursprung, Wildvögel als Opfer

"Die jüngste Vogelgrippe-Welle (H5N1) zeigt, wie eng Massentierhaltung und Artensterben zusammenhängen: Das Virus entstand in der asiatischen Geflügelzucht und wird durch den globalen Handel und Transport von Nutztieren verbreitet[3]. Besonders betroffen sind Kraniche – allein in Deutschland starben im Herbst/Winter 2025/26 Tausende Tiere[4]. Auch heimische Singvögel wie Meisen sind gefährdet, da das Virus zunehmend neue Arten befällt [5]."

Klima: Mit Messer und Gabel das Klima und uns selbst retten?

Die Produktion tierischer Lebensmittel verursache doppelt so viele Treibhausgase wie die pflanzlicher Lebensmittel [6]: "Allein die fünf größten Fleisch- und Molkereikonzerne der Welt emittieren jährlich mehr Treibhausgase als Ölkonzerne wie ExxonMobil oder Shell. Die Klimawirkung von Fleisch und Milchprodukten ist enorm: Die Produktion von 1 kg Rindfleisch verursacht so viele Treibhausgase wie eine Autofahrt von 250 km. Für dieselbe Menge Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser benötigt – das entspricht 100 vollen Badewannen oder dem (täglichen) Wasserbedarf eines Durchschnittsdeutschen für 100 Tage. 60 % der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland werden für Futtermittel genutzt – das entspricht der Fläche von Hessen und Bayern zusammen. Nur 25 % der Ackerflächen dienen der Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel zum direkten Verzehr durch den Menschen."

Was tun? Politische und individuelle Lösungsansätze

"Politisch: Die People for Future fordern eine sozialverträgliche Besteuerung von Lebensmitteln, die Umweltbelastungen in den Preis einbezieht. Gleichzeitig sollte die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Produkte auf 0 % gesenkt werden, um gesunde und umweltschonende Ernährung für alle erschwinglich zu machen. Die Förderung pflanzlicher Ernährung durch attraktive Preise, einfache Verfügbarkeit und bessere Aufklärung kann die Ernährungswende beschleunigen. Auch die Reduktion von Lebensmittelverschwendung ist entscheidend: Jährlich landen 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – hier liegt enormes Einsparpotenzial[7].

Individuell: Der größte Hebel für Klima, Gesundheit und Artenschutz liegt in einer pflanzenbasierten Ernährung. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten: Wer saisonal einkauft, schont durch kurze Transportwege und frische Produkte das Klima. Regionaler Einkauf unterstützt die lokale Landwirtschaft und reduziert CO₂-Emissionen. Wer es sich leisten kann, sollte Discounter und deren Produkte meiden, da sie mit ihren Dumping-Preisen die Landwirtschaft zu industrieller, unökologischer Produktion zwingen."

Fazit: Jede Mahlzeit zählt

"Unsere Ernährung hat direkte Auswirkungen auf Gesundheit, Klima und Artenvielfalt. Mit kleinen Veränderungen können wir Großes bewirken – für uns, unsere Kinder und Enkelkinder", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Fußnoten & Quellen:

[1]: Willett, W. et al. (2019). Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. The Lancet.
[2]: UNEP (2020). Antimicrobial resistance: a global threat.
[3]: RiffReporter (2025). Vogelgrippe-Pandemie: Kraniche sterben massenhaft durch Virus aus der Massentierhaltung.
[4]: Friedrich-Loeffler-Institut (2026). 20 Jahre Vogelgrippe „H5N1“ in Deutschland.
[5]: NABU (2025). Vogelgrippe: So verläuft die H5N1-Pandemie.
[6]: Xu, X. et al. (2021). Global greenhouse gas emissions from animal-based foods are twice those of plant-based foods. Nature Food.
[7]: WWF Deutschland (2023). Lebensmittelverschwendung: Abfälle reduzieren.

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